Tauchsommer

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Buchprofile - Rezension
Mit der psychischen Erkrankung ihres Vaters ändert sich vieles in Zoes Leben.
Zoes Vater wird mit einer schweren Depression in die Psychiatrie eingeliefert. Sie und ihre Mutter besuchen ihn dort, bis er ihnen mitteilt, dass er keine Besuche mehr wünscht. Zoe widersetzt sich dem. Sie fährt allein in die Klinik und wartet auf ihn. Dabei lernt sie die Schwimmerin Sabina kennen, mit der sie in Gedanken die Ozeane durchschwimmt. Zoe findet schlichte und sehr poetische Worte für diese so bedeutende Phase ihrer Kindheit. Das Verschwinden des Vaters erscheint ihr mysteriös, ebenso wie seine Traurigkeit und seine Ablehnung. Umso erstaunlicher, dass sich das Kind einer anderen Patientin anschließt und sich in deren Phantasmen einleben kann. Die Psychiatrie erscheint somit nicht nur als ein Ort der Heilung, sondern auch als einer der Freiheit – ein geschützter Raum, der Gedankenflüge ermöglicht. In der Sprache des Mädchens liest sich diese "Traumlogik" plausibel und auch die seitenübergreifenden Bilder öffnen sich diesem Irrationalen, dem sich das Kind so gerne hingibt. Die großen, farbintensiven Aquarelle sind von hohem ästhetischem Reiz und ziehen in ihren Bann. Den Betrachter:innen mag es wie Zoe ergehen, wenn sie diese Bildräume als eigene Raumwelten erleben. Die Bezeichnung "Kinderbuch" ist insofern nicht ganz zutreffend, denn die Geschichte wird auch Erwachsene ansprechen. Wohl können erwachsene Vorleser:innen den Kindern erklären, was eine Depression bedeutet. Aber Trauer, Erwartung und Hoffnung sind starke Gefühle, die eine Kindheit prägen können (wie es Zoe in der Rückschau erzählt) und an deren Intensität sich auch Erwachsene erinnern sollten.
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Artikelbeschreibung

»Weshalb will man nicht mehr leben, wenn es doch Hunde und Schmetterlinge und den Himmel gibt? Wie kann einer nicht länger leben wollen, wenn es doch mich gibt? Niemand weiß darauf eine Antwort, es ist einfach so.«
Eines Tages ist Zoes Vater verschwunden. Sie erfährt, dass er krank geworden ist und für längere Zeit in eine psychiatrische Klinik muss. Sie besucht ihn mit ihrer Mutter, aber bald sagt er, dass er keine Besuche vertragen kann und allein sein muss. Zoe kommt trotzdem, und während sie darauf wartet, dass es ihrem Vater besser geht, lernt sie die Schwimmerin Sabina kennen, die ihre Freundin wird. Tauchsommer nimmt die Position eines Kindes ein und erzählt aus dieser Perspektive die Geschichte der verlorenen Lebensfreude des Vaters und der eigenen Sehnsucht nach Nähe. Gleichzeitig handelt der Text von der Kraft des Traums und der Fantasie. Die Themenwelten Depression und Mentale Gesundheit werden empathisch, angemessen und gleichzeitig mit Humor behandelt.

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Personeninformation

Sara Stridsberg ist eine gefeierte Autorin und Dramatikerin. Dyksommar (Tauchsommer) stand auf der Shortlist für den renommierten August-Preis. Sie erhielt den Literaturpreis des Nordischen Rates und war für den Man Booker Prize nominiert. Sara Lundberg wurde in den USA und in Stockholm ausgebildet. Sie ist sowohl als Illustratorin als auch als Autorin von Kinderbüchern angesehen und wurde für ihre Werke für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert und hat mehrmals den August-Preis gewonnen. Lukas Dettwiler hat nordische Philologie studiert und lebt in der Schweiz.
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