Jakob Fugger der Reiche

Kaufmann, Bankier, Kaisermacher
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Bayern im Buch-Rezension
Jakob Fugger der Reiche - unvergleichlich und rätselhaft.
Wer war der Mann, der mit seinem Vermögen den Lauf der Geschichte maßgeblich beeinflusste, der Fürsten, Kaiser und Papst mit Kapital versorgte, der - obwohl geadelt - sich immer als "Bürger" Augsburgs sah und der seiner Heimatstadt die erste Sozialsiedlung der Welt stiftete, die noch heute nach seinen Vorgaben geführt wird? Anschaulich erörtert die Historikerin Karin Schneider-Ferber die Geschichte der Fugger, insbesondere das Leben Jakob Fuggers (1459-1525), und schildert den Aufstieg der Familie vom Zuzug des Webers Hans Fugger (1367) nach Augsburg, seinen auf Tüchtigkeit basierenden wirtschaftlichen wie sozialen Erfolg. Die nach seinem Tod (1408/09) erfolgte Übernahme des Geschäfts durch seine Witwe und die beiden Söhne vergrößerte das Vermögen, wozu auch die lukrative Hochzeit des Sohnes Jakob beitrug. Ihr zweitjüngstes Kind Jakob, schon früh in das Geschäftsgebaren involviert, lernte von klein auf die Chancen und Risiken des Kaufmannsberufs kennen, freute sich aber auch an seinem privilegierten Leben. Während intensiver Studien in Venedig knüpfte er weitreichende, zukunftsweisende Kontakte, genoss aber auch die italienische Kunst und Lebensart. Zusammen mit seinen Brüdern - später als Alleinverantwortlicher - gelang Jakob der Einstieg in das aufblühende Geschäft mit Bunt- und Edelmetall, was enormen finanziellen Gewinn bedeutete, sodass er verschuldete Fürsten mit dringend benötigtem Kapital versorgen konnte - z.B. Finanzierung der Königs- und Kaiserwahl Maximilians I. sowie Kredite zum Bau der Peterskirche. Sein immenser Reichtum wurde bewundert, aber auch verurteilt, u.a. von Martin Luther. Die Autorin zeigt Jakob Fuggers geniales Geschick als Kaufmann, sein enormes Wissen, sein vorausschauendes Gespür, sein taktisch kluges Auftreten, seine Rolle als anerkannter Handelsherr und einflussreicher Finanzier - seine private Seite, seine positiven wie negativen Empfindungen bleiben jedoch im Hintergrund, da es keine aufschlussreichen Quellen gibt. - Hochinteressant und allgemein sehr empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Geld regiert die Welt: Jakob Fugger hat es bewiesen. Der Augsburger Kaufmann, Montanunternehmer und Bankier finanzierte mit seinem märchenhaften Reichtum Kaiser, Papst und Fürsten. Ohne ihn hätte es keine Schweizergarde, keine Habsburger-Nachfolge im Reich, keinen Handel mit der Neuen Welt gegeben. Er hielt mit seinem Kapital Wirtschaft und Politik am Laufen. Dabei täte man ihm unrecht, ihn nur als nüchternen Ökonomen zu sehen. Für seine Prestigebauten holte der Italienenthusiast die Renaissance nach Augsburg und engagierte dafür Künstler wie Albrecht Dürer. Für seine armen Mitbürger gründete er die Fuggerei, eine bis heute bestehende Sozialsiedlung. Vor 500 Jahren, im Dezember 1525, starb der "König der Kaufleute", vom Kaiser in den Rang eines Reichsgrafen erhoben, in seiner Heimatstadt Augsburg, der er sich trotz aller Umbrüche zu seinen Lebzeiten stets verbunden fühlte

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Personeninformation

Karin Schneider-Ferber, M. A., geb. 1965, studierte Mittelalterliche Geschichte, Bayerische Landesgeschichte und Kunstgeschichte. Sie lebt als freie Autorin in Berlin und schreibt u. a. für die Zeitschrift G/Geschichte
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