Die "Volksstücke" aus den bayerischen Alpen

Band 12
Bibliographie der Jahre 1850-1920
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Bayern im Buch-Rezension
Bibliografie von oberbayerischen Volksstücken aus den Jahren 1850 bis 1920.
Volksstücke sind auch heute noch beliebte Bühnenwerke und haben schon lange Eingang ins Fernsehprogramm gefunden. Eine Übersicht über dieses Genre hat nun der ehemalige Leiter der Augsburger Universitätsbibliothek vorgelegt. Sie besteht aus einer kurzen Einführung und einer umfangreichen bibliographischen Zusammenstellung von Volksstücken vor und nach 1900. Den Begriff Volksstück bezieht Ulrich Hohoff auf Theaterstücke, deren Aufführung jedermann zugänglich sind, Touristen wie Einheimischen gleichermaßen. Die Schauspieler sind Leute aus dem Volk wie auch das Publikum. Hohoffs Interesse gilt besonders den "Alpendramen" und der Rolle der Mundart. Er bringt die Entstehung der Volksstücke in Verbindung mit dem aufkommenden Tourismus. Interessant sind die Ausführungen dazu, wo sich noch Belegexemplare finden lassen. Mit elf Schwarzweiß-Fotos vermittelt er einen Eindruck von Theaterzetteln, Autoren und Bühnenszenen. Im Hauptteil des Buches werden auf 120 Seiten Autoren mit ihren Theaterstücken aufgelistet. Dabei finden sich Angaben zur Art des jeweiligen Volksstückes, wie z.B. Groteske, Bauernposse oder ländliches Spiel, zur Anzahl der Akte, Erscheinungsort, Verlag (sofern ein Druck vorliegt), Erscheinungsjahr, Format sowie zum Fundort eines Exemplars. Die folgenden 30 Seiten Anhang bieten ein Register der Titel, eine Übersicht zu erwähnten Personen und Institutionen, wie z.B. "Bill Josef, Komponist", sowie zu Schauplätzen der Dramenhandlung. Ein Verlagsregister rundet dieses Informationsangebot ab.
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Artikelbeschreibung

Der Aufbau einer Unterhaltungskultur ergänzte ab etwa 1870 den Ausbau der Dörfer für die Gäste in den Alpen. Theateraufführungen mit örtlichen Darstellern, oft mit Musik und Tanz, wurden beliebte Attraktionen. Diese "Volksstücke" zeigten angeblich unverfälschtes Leben aus den Alpen in allerlei Variationen. Theatertruppen wie "die Münchner" vom Gärt- nerplatztheater sowie das Schlierseer und das Tegernseer Bauerntheater wurden aktiv; andere sind heute vergessen. Sie galten als Vermittler bayerischer Kultur und unternahmen Tourneen bis nach New York.Als Sammlung sind diese Volksstücke vom Land nirgends greifbar. Diese Bibliographie dokumentiert sie nun erstmals als wichtiges Kulturgut aus Bayern. Erfolgreiche Autoren waren etwa Hermann von Schmid, Maximilian Schmidt, Ludwig Ganghofer und Hans Neuert. Auch Schauspieler, Wissenschaftler und Volkssänger wie der junge Karl Valentin stellten Stücke zur Verfügung

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Personeninformation

Ulrich Hohoff,Dr. phil., geb. 1956, Bibliothekar und Germanist, leitete die Universitätsbibliothek Augsburg und publiziert über wissenschaftliche Bibliotheken und deutsche Literatur
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