Kurfürst Carl Theodor von Pfalz-Bayern

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Bayern im Buch-Rezension
Umfassende Biografie des pfalz-bayerischen Kurfürsten Karl Theodor, der nach dem Aussterben der bayerischen Linie der Wittelsbacher auch in Bayern regierte.
Rechtzeitig zum 300. Geburtstag am 10. Dezember ist diese neue, umfassende Biografie des pfalz-bayerischen Kurfürsten Karl Theodor (1724-1799) erschienen. Karl Theodor, der ab 1733 zunächst in der Pfalz, und ab 1778 nach dem Aussterben der bayerischen Linie der Wittelsbacher auch in Bayern regierte und somit Herr über sieben Länder war, ist in Bayern vielerorts in Vergessenheit geraten. Bernhard Graf beschreibt den Lebensweg des Kurfürsten in zwölf Kapiteln detailliert, wobei er zeitgenössische Quellen ausführlich zu Wort kommen lässt. Karl Theodors Regierungszeit lässt sich in zwei durchaus unterschiedliche Abschnitte aufteilen. Da ist zunächst die pfälzische Regierungszeit bis 1777 mit dem Kurfürsten als "Sonne" des kurpfälzischen Hofes in der Mitte. Der Mannheimer Hof war in dieser Zeit weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seine zahlreichen, äußerst aufwändigen Hoffeste und Jagdgesellschaften, die auch mit dem Namen der Kurfürstin Elisabeth Auguste, die Karl Theodor 1742 geheiratet hatte, verbunden waren. Das höfische Leben und persönliche Umfeld des Kurfürsten, seine kinderlos gebliebene Ehe und die außerehelichen Beziehungen beider Partner nehmen in dem gut lesbaren Buch breiten Raum ein. Besondere Förderung erfuhren Hoforchester, Hofoper, ja die Bildenden Künste überhaupt. Die fürstlichen Sammlungen wie die Gemäldegalerie, Grafiksammlung, das Münzkabinett und die Bibliothek wurden auf- bzw. ausgebaut. Auch die Wirtschaft erfuhr mannigfache Förderung wie das Beispiel der Porzellanmanufaktur Frankenthal zeigt. Nach dem Tod des bayerischen Kurfürsten Max III. Joseph am 30. Dezember 1777 musste Karl Theodor nunmehr auch die Regierung in Bayern übernehmen. In diese Zeit fallen das bayerisch-niederländische Tauschprojekt, das Verbot des Illuminatenordens, erste Klosteraufhebungen und Auswirkungen der Französischen Revolution auf das territorial zersplitterte Kurfürstentum. Graf ordnet die Bestrebungen des Kurfürsten in die gesamtpolitische Lage ein und zeigt gerade beim vielfach kritisierten Tauschprojekt Verständnis für die territorialen Arrondisierungsbestrebungen des Kurfürsten, wie er überhaupt dafür wirbt, dem in Bayern vielfach kritisierten Kurfürsten ein differenzierteres Urteil zukommen zu lassen. - Ein sehr lesenswertes Buch, breite Empfehlung.
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Artikelbeschreibung

Ohne den "Vater des modernen Bayern" müssten wir auf Kartoffeln verzichten, hätten keinen Zugang zu Münchner Bibliotheken und Museen, wäre uns der Englische Garten verschlossen und würden die Klänge der Mozartoper "Idomeneo" verstummen. Doch nach wie vor wird Carl Theodor von Pfalz-Bayern (1724-1799) oftmals einseitig bewertet. Bereits seine Zeitgenossen ließen sich zu einer ungerechtfertigten Herabwürdigung seiner Herrschaft hinreißen - vor allem sein gescheiterter Territoriumstausch stieß in Kurbayern auf eine weitverbreitete Ablehnung.In diesem Band entfaltet sich eine ganz andere Persönlichkeit von europäischer Bedeutung: So zeigt sich, wie Carl Theodor zum "Herrn von sieben Ländern" - Bergen op Zoom, Pfalz-Sulzbach, Pfalz-Neuburg, Jülich, Berg, Kurpfalz und Kurbayern - aufstieg, wie sich Mannheim und Schwetzingen zu Europas bedeutendstem Musenhof entwickeln und sich das "Armenhaus Kurbayern" zu einem blühenden Land verwandeln konnten

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