Aufruhr im Allgäu

Kleine Geschichte des Bauernkriegs 1525
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Bayern im Buch-Rezension
Memmingen 1525: "Epizentrum der deutschen Demokratiebewegung!" (Frank-Walter Steinmeier).
Geschildert wird die Lage der Bauern und der "kleinen Leute", die in Leibeigenschaft und Unterdrückung dem Adel und der kirchlichen Obrigkeit im Bauernkrieg ausgeliefert waren. In den "12 Artikeln" von Memmingen 1525 werden erstmals Forderungen nach Menschen- und Freiheitsrechten aufgestellt, die weit über das Allgäu hinaus von Bedeutung waren. Erst bildeten sich lokale Unruhen, dann größere Zusammenschlüsse, kriegerische Auseinandersetzungen folgten. In verschiedenen Schlachten u.a. bei Leipheim siegte das Heer des Schwäbischen Bundes entscheidend. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, Gefangenschaft und Hinrichtung waren die Folge. Der Vertrag von Memmingen 1526 brachte lediglich geringe Verbesserungen: Anfänge politischer Mitwirkung waren sichtbar, weltliche und kirchliche Abgaben wurden moderater gehandhabt, so auch das Loskaufen von der Leibeigenschaft, die aber erst mit der Säkularisation endgültig abgeschafft wurde. Der Verf. liefert nicht nur eine kompakte Darstellung des Allgäuer Geschehens, sondern bietet auch zahlreiche Hintergrundinformationen, so zum Bundschuh, zu einzelnen Anführern, ferner zu Ausrüstung und Bewaffnung. Schon durch die Bayernausstellung "Projekt Freiheit - Memmingen 1525" von überregionalem Interesse.
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Artikelbeschreibung

Vor 500 Jahren stand das ganze Allgäu im Aufruhr: Die Bauern, später alle »kleinen Leute«, rebellierten gegen Obrigkeit und Leibeigenschaft, die damals von den Allgäuer Klöstern exzessiv gehandhabt wurde. Hinzu kamen unnachsichtig eingetriebene, ständig steigende Abgaben und andere wirtschaftliche Belastungen. Die Bauern schlossen sich zusammen und formulierten im März 1525 die bekannten »12 Artikel« - eine der ersten niedergeschriebenen Forderungen nach Menschen- und Freiheitsrechten in Europa - sowie die Bundesordnung ihrer »Christlichen Vereinigung«. Zwar unterlagen sie blutig ihrer Obrigkeit, doch brachte diese Niederlage die Anfänge einer politischen Mitwirkung des »gemeinen Mannes«, wenngleich die Leibeigenschaft erst 300 Jahre später endgültig abgeschafft werden sollte

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Personeninformation

Stefan Fischer,Dr. phil., war bis 2018 Stadtarchivar (Kulturreferent) von Kaufbeuren. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur Allgäuer, bayerischen und böhmischen Geschichte. Bei Pustet erschien zuletzt die »Kleine Geschichte des Allgäus«
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