Ein sonderbarer Immigrant

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Buchprofile - Rezension
Geschichte einer nigerianischen Einwandererfamilie in den USA im Jahr 1999.
Die Familie Karim lebt in Lagos; Vater Lukmon war Uniprofessor, ist jetzt wegen des besseren Verdienstes PR-Manager bei einer Bank. Mutter Moriam hatte auch studiert, arbeitet aber als Krankenschwester. Die vierzehnjährige Tochter und der siebzehnjährige Sohn, sollen, so will es die Mutter, in den USA eine bessere Ausbildung erhalten, als es in Nigeria möglich sei. Und so betreibt sie das Auswandern akribisch, fest entschlossen und unnachgiebig, obwohl der Vater gar nicht so sehr dafür ist, sein Geburtsland zu verlassen. Aber bald landen sie in New York, wechseln also von einem Großstadtmoloch in einen anderen. Ansässig werden sie schließlich in New Jersey. Sie leben erstmal von ihren Ersparnissen; die Jobsuche gestaltet sich sehr schwierig. Ihre Qualifikationen aus Nigeria gelten in den USA kaum etwas. Mutter Moriam besteht schließlich die Prüfung und arbeitet als Krankenschwester, Lukmon bekommt eine Stelle als Wachmann und so kommt die Familie über die Runden, trotz der gestiegenen Ansprüche der Kinder, vor allem der Tochter. Am Ende des zweiten Jahres ihres USA-Lebens ist eine gewisse Normalität eingekehrt. Die Kinder eifern den Aktivitäten der Klassenkameraden nach; sie wollen als gleichartig anerkannt werden, erleben Rassismus. Die oft angespannte Stimmung zu Hause nimmt nun bedrohliche Formen an. - Die in Lagos geborene und in den USA lebende Autorin lässt den Vater erzählen. Es ist zu vermuten, dass in diese Geschichte eigene Erlebnisse eingeflossen sind. Man erfährt viel über die gesellschaftliche Situation in den USA. Die Protagonisten werden glaubwürdig dargestellt. Das Buch ist lesenswert und sollte gut einsetzbar sein.
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Artikelbeschreibung

Das nigerianische Ehepaar Lukmon und Moriam Karim lebt mit seinen Kindern in Lagos. Er ist als Literaturwissenschaftler im Bankwesen gelandet, sie arbeitet als Krankenschwester. Auf Moriams Betreiben hin bewerben sie sich um eine Greencard und ziehen 1999 in die USA, wo sie sich für alle bessere Chancen erhoffen. Angekommen in New Jersey verfolgt Lukmon, der Ich-Erzähler, mit wachem Blick, wie sich die Familienmitglieder in ihrer Rolle als Immigranten zurechtfinden - alle scheinbar besser als er selbst! Kritisch beobachtet er, wie Moriam Freunde gewinnt, Shopping zum Hobby macht und die Kinder sich einen amerikanischen Akzent zulegen. Erstaunt registriert er auch, wie sich einige Landsleute verhalten. Überangepasst verteidigt sein Cousin Ismail alles Amerikanische, leugnet Rassismus und geht die zweckmäßige Affaire mit einer weißen Amerikanerin ein. Ein ehemaliger Kollege veröffentlicht sogar eine erfundene Biografie, weil sie dem beruflichen Erfolg auf die Sprünge hilft. Gespannt verfolgen Sefi Attas Leser*innen das Leben der Karims mit allen Fallstricken, die einer Immigrantenfamilie in den USA begegnen können. Die so intelligente wie warmherzige Figur des Erzählers sorgt dafür, dass die großen Themen des Romans - Migration, Integration, Identität, Rassismus, Familie - Humor und Leichtigkeit gewinnen.

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