Über die Berechnung des Rauminhalts II

Roman
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Buchprofile - Rezension
Fortsetzung des Romans über eine Frau, die in einer Zeitschleife immer wieder den gleichen Tag erlebt.
Für Tara Selter beginnt jeden Morgen erneut der 18. November. Beinahe ein Jahr lang lebt sie zu Beginn des Romans schon in diesem zeitlichen Vakuum und hofft, dass sich zum Jahrestag ein Ausweg aufzeigen wird. Als dieser Tag jedoch ereignislos verstreicht, beginnt sie, durch Europa zu reisen. Da sie sowohl ihrem Mann als auch ihrer Familie die Situation jeden Morgen aufs Neue erklären müsste, bleibt sie meistens für sich. Um eine gewohnte Struktur in ihr Jahr zu bringen, begibt sie sich auf die Suche nach Orten, an denen sich der November wie eine andere Jahreszeit anfühlt, so dass sie nacheinander Winter, Frühling, Sommer und Herbst erleben kann. - Der zweite Band baut auf den Ereignissen im ersten Teil (BP/mp 23/420) auf, ein drittes Buch lässt das Ende des Romans bereits vermuten. Auch dieser Band zeichnet sich durch eine poetische Sprache und einfühlsame Innenschau der Protagonistin aus. Ein wirkliches Voranschreiten der Handlung vermisst man jedoch, wodurch der Roman leider einige Längen aufweist. Für Liebhaber:innen des ersten Teils zu empfehlen, breite Einsetzbarkeit dürfte aber nur eingeschränkt gegeben sein.
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Artikelbeschreibung

Gefangen in einer Zeitschleife erlebt Tara Selter immer denselben Tag, während es für alle anderen Menschen, denen sie begegnet, ein immer neuer Anfang ist. Nachdem ein Jahr voller Achtzehnter-November-Tage weder einen Wiedereinstieg in die Zeit noch eine Rückkehr in das Zusammenleben mit ihrem Ehemann Thomas ermöglicht hat, fühlt sich Tara niedergeschlagen und richtungslos. Es ist ständig Herbst, sie sehnt sich nach Frühlingssonne und warmen Sommerabenden, nach Schnee und Weihnachten. Um die Jahreszeiten zu rekonstruieren, begibt sie sich in der stillstehenden Zeit auf Reisen durch den Raum. Im hohen Norden findet sie den Winter, in Südfrankreich Frühling und Sommer, den Herbst verbringt sie in Köln und Düsseldorf. Es entsteht ein wundersames Reisebuch und eine Jahreszeitensammlung, in der ein ganzes Jahr in einem einzigen Datum gerinnen kann. Eine römische Münze, die sie in Paris gekauft hat, wird Tara zum Sinnbild des stehengebliebenen Augenblicks. Als sie tiefer in die antike Geschichte eintaucht, in der sie ihr eigenes Schicksal gespiegelt sieht, trifft sie in einem Café einen Mann, der ebenfalls im achtzehnten November feststeckt.

Über die Berechnung des Rauminhalts II sprengt den Rahmen des kleinen Universums, in dem sich der erste Band dieses groß angelegten Romanprojekts abspielt. Raffiniert erweitert Solvej Balle ihren Erkundungsraum, um die Bedingungen unserer Existenz umso tiefer zu erforschen. Eine eindringliche Mahnung, die Welt und ihren Wandel nicht für selbstverständlich zu halten.

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Personeninformation

Solvej Balle, 1962 in Bovrup geboren, studierte Literatur und Philosophie in Kopenhagen und veröffentlichte 1984 ihren ersten Roman. Nach Jahren ausgedehnter Reisen durch Europa, Amerika, Kanada und Australien wurde sie 1996 Herausgeberin der literarischen Zeitschrift Den blå port. Seither veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen eigene literarischen Werke und übersetzte aus dem Englischen u.a. Rosemare Waldrop. Auf Deutsch erschien bislang der Roman Nach dem Gesetz.

Peter Urban-Halle, 1951 in Halle (Saale) geboren, wuchs in Dortmund auf und studierte Germanistik und Skandinavistik in Berlin und Kopenhagen.
Er ist Literaturkritiker und Übersetzer aus dem Dänischen (u. A. Peter Høeg und Janne Teller) und wurde mit mehreren Übersetzerpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.

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