Über die Berechnung des Rauminhalts I

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Buchprofile - Rezension
Gefangen in einer Zeitschleife erlebt Tara den gleichen Tag wieder und wieder.
Der 18. November verläuft für Tara wie ein gewöhnlicher Tag: Die antiquarische Buchhändlerin erwacht in einem Pariser Hotel, erledigt ihre geschäftlichen Besorgungen, trifft sich mit Freunden und telefoniert abends mit ihrem Mann, zu dem sie am folgenden Tag zurückzureisen plant. Doch der folgende Tag spielt sich identisch zum vergangenen ab, die gleichen Szenen beim Frühstück, auf den Straßen. Während alle anderen Menschen den 18. November zum ersten Mal erleben, reist Tara verwirrt nach Hause. Als sich das Phänomen tagtäglich wiederholt, versucht Tara, die Gesetzmäßigkeiten der Zeitschleife zu verstehen, um in die lineare Zeitschiene zurückzukehren. Da ihr Mann die Entwicklungen jedoch jeden neuen Morgen vergessen hat, zieht sich Tara dabei immer weiter in ihre eigene Welt zurück. - Das faszinierende Gedankenexperiment beleuchtet alle Facetten und Implikationen der beschriebenen Zeitschleife. Ein fließender Roman mit einer ganz eigenen Stimmung, dem man beim Lesen jedoch die eine oder andere Länge verzeihen muss. Zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Nach einer Geschäftsreise zu einer Antiquariatsmesse in Bordeaux beginnt für die Buchhändlerin Tara Selter, die mit ihrem Mann Thomas in einem Haus in Nordfrankreich lebt, die Zeit stillzustehen. Gefangen in einer Wiederholung, durchlebt sie stets von Neuem jenen 18. November, während es für Thomas und alle anderen Menschen, denen sie begegnet, ein immer neuer Anfang ist. Sie erinnern sich an nichts, was »gestern« war, erwachen stets zu ihrem ersten 18. November des Jahres. Genießt Tara diese Zeit des »Schwindels« im doppelten Sinne die ersten sechzig Tage noch, offenbart sich langsam ein Problem: Sie wird älter, Thomas nicht. Die beiden, die sich zuvor so nahegestanden haben, entfernen sich voneinander - und Tara versucht versessen, aus dem 18. November herauszufinden.

Über die Berechnung des Rauminhalts I ist der erste Band eines groß angelegten Romanprojekts, in dem Solvej Balle die Fiktion von der Wirklichkeit befreit, ohne jedoch Science-Fiction zu schreiben. Mit einem präzisen, stets aufmerksam lauschenden Stil schildert Balle die Mechanik und Monotonie der Zeitschleife, in die ihre Protagonistin gerät, sowie die ungewöhnliche Liebesbeziehung, die sich daraus ergibt. Eindringlich führt sie uns vor Augen, wie jeder in seiner eigenen Blase lebt, und lehrt uns - wie es große Literatur oft tut -, die Welt mit neuen Augen zu sehen.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Solvej Balle, 1962 in Bovrup geboren, studierte Literatur und Philosophie in Kopenhagen und veröffentlichte 1984 ihren ersten Roman. Nach Jahren ausgedehnter Reisen durch Europa, Amerika, Kanada und Australien wurde sie 1996 Herausgeberin der literarischen Zeitschrift Den blå port. Seither veröffentlicht sie in unregelmäßigen Abständen eigene literarischen Werke und übersetzte aus dem Englischen u.a. Rosmarie Waldrop. Auf Deutsch erschien bislang der Roman Nach dem Gesetz.

Peter Urban-Halle, 1951 in Halle (Saale) geboren, wuchs in Dortmund auf und studierte Germanistik und Skandinavistik in Berlin und Kopenhagen.
Er ist Literaturkritiker und Übersetzer aus dem Dänischen (u. A. Peter Høeg und Janne Teller) und wurde mit mehreren Übersetzerpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.

Pressestimmen

»Die Faszination dieser Romanserie liegt in Balles Geniestreich, den natürlichen Lauf der Zeit ausser Kraft zu setzen, um über die empörende Selbstverständlichkeit des menschlichen Daseins nachzudenken. Mit grosser erzählerischer Kraft führt Balle vor Augen, wie der Mensch durch die Moderne taumelt.« - Thomas Hummitzsch, Republik Thomas Hummitzsch Republik (CH) 20260701
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