Auerhaus

Band 3238
Roman
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Buchprofile - Rezension
Coming-of-Age-Roman um eine süddeutsche Schüler-WG in den 1980er Jahren.
Parataktische Sätze, flapsige Wortwahl, knappe Dialoge werfen den Leser mitten ins Geschehen. Frieder hat einen Selbstmordversuch unternommen. Die Ärzte empfehlen, er solle nicht mehr bei seinen Eltern einziehen. Da trifft es sich gut, dass das Haus seines Großvaters gerade leer steht. Ich-Erzähler Höppner und weitere Freunde ziehen mit ein in die Schüler-WG, um Frieder von einem erneuten Versuch abzuhalten, sich umzubringen. Derweil nimmt der Deutschlehrer mit ihnen Goethes Werther durch; Sturm und Drang, sie sammeln Gründe für einen Selbstmord. - Ein großes Thema also, präsentiert im Jugend-Sound, der stark an Wolfgang Herrndorfs "Tschick" (BP/mp 11/111) erinnert. Es geht aber nicht vordergründig um Selbstmord, sondern ums Erwachsenwerden. Die jungen Leute reden viel über Gott und die Welt, machen Blödsinn, einer kifft, Frieder klaut im Supermarkt, sie veräppeln die Polizei. Und doch sind es liebenswerte Charaktere. Sogar der Dorfpolizist erkennt an, dass sie Frieder nicht allein lassen. Und die Lehrer lassen Frieder und Höppner ungestraft im Unterricht lesen. Frieder ist der Philosoph, der die Sinnfrage stellt, beobachtet vom Witze machenden Comicleser. - Ein großartiger Coming-of-Age-Roman, der die erwachsenen Leser in eine Jugend zurückführt, als ihnen der griechische Imiglykos noch schmeckte.
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Artikelbeschreibung

Sechs Freunde und ein Versprechen: Ihr Leben soll nicht in Ordnern mit der Aufschrift Birth - School - Work - Death abgeheftet werden. Deshalb ziehen sie gemeinsam ins Auerhaus. Eine Schüler-WG auf dem Dorf - unerhört. Aber sie wollen nicht nur ihr Leben retten, sondern vor allem das ihres besten Freundes Frieder. Denn der ist sich nicht so sicher, warum er überhaupt leben soll. Bov Bjerg erzählt mitreißend und einfühlsam von Liebe, Freundschaft und sechs Idealisten, deren Einfallsreichtum nichts weniger ist als Notwehr gegen das Vorgefundene. Denn ihr Ringen um das Glück ist auch ein Kampf um Leben und Tod. "Gelegentlich, sehr selten, gibt es Bücher die sind wie Songs. Man möchte das Auge, ähnlich wie man die Nadel bei Singles wieder auf den Anfang der Rille setzt, sofort wieder auf den Beginn der ersten Seite setzen. Und `Auerhaus` ist genau so ein Buch." Robert Stadlober "Wir sollten alle im Auerhaus wohnen." David Wagner" Auf berührende Weise zeigt Bov Bjerg, daß der Tod letztlich nur eine Erinnerung ist, an das Leben, das wir geführt haben." Horst Evers "Das hat einen guten Sound, das hat Kraft. Und plötzlich bin ich wieder 17, 18 wie die Romanhelden, Wildheit der Jugend, will mit ihnen aufbrechen, ausbrechen, lieben, Unsinn machen." Clemens Meyer "Auerhaus zeigt, dass die Kostbarkeit einer Gemeinschaft aus den Besonderheiten der Einzelnen erwächst. Ein schönes und ein warmherziges Buch." Terézia Mora "Ein schöner Bericht über jene schweren Jahre, die man Jahrzehnte später als die besten Jahre bezeichnet." Christoph Hein

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Personeninformation

Bov Bjerg, geboren 1965, ist Schriftsteller und Vorleser. Sein Bestseller "Auerhaus" und die Geschichtensammlung "Die Modernisierung meiner Mutter" erschienen bei Blumenbar. Sein Roman "Serpentinen" war 2020 für den Deutschen Buchpreis nominiert; "Deadline", sein erster Roman, erschien 2021 neu. 

Alle Bücher sind auch als E-Book und als Hörbuch lieferbar.

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Pressestimmen

» Schwere Kost mit Tiefenwirkung, wunderbar leicht erzählt. « Lausitzer Rundschau 20160227
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