Glühen

"Ein feministisches und körperliches Buch." Salzburger Nachrichten
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Buchprofile - Rezension
Eine promovierte Literaturwissenschaftlerin auf der Suche nach dem realen Leben.
Lima fühlt sich wie in einer Blase, in der sie nur als eine von vielen wahrgenommen wird. Sie ist davon überzeugt, dass ihre Beschäftigung mit fiktiven Texten sie davon abhält, ein reales Leben zu führen. Sie reist in die einsame Welt der Berge, um diesem Dilemma zu entrinnen, was ihr nur kurz gelingt: Bei ihren Wanderungen trifft sie auf einen Mann, der mit Pferd und Wagen daherkommt und mit einer Sense die Wiese mäht. Erst, als sie eine Liebesbeziehung mit ihm eingeht, ist sie sich sicher, dass ihre Beziehung real ist. Doch ihr Glück endet, als ihr Geliebter plötzlich nicht mehr erscheint. Ihre Enttäuschung darüber, nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Liebe insofern versagt zu haben, als sie nur eine von vielen ist, führt dazu, dass sie sich den Flammen des nahenden Waldbrandes ergibt. Im personalen Erzählstil bringt Bauer den Leser:innen die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Hauptfigur nahe, wobei sie die Handlung in chronologischer Reihenfolge erzählt. Sie thematisiert durch ihre Protagonistin auch die Möglichkeiten und Grenzen von Literatur überhaupt. Die poetische Sprache und die knapp gezeichneten Szenen machen das Buch zu einem besonderen und anspruchsvollen Leseerlebnis.
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Artikelbeschreibung

Am liebsten will sie sich selbst vergessen, sogar ihren Namen in der stressigen Stadt zurücklassen. Lima nennt sich die junge Frau, die sich in den Bergen bei einer knarzigen Alten einquartiert. An der Universität denkt sie über Frauen und weibliches Begehren nach - privat braucht sie dringend eine Pause, um ein paar Sommertage lang alles hinter sich zu lassen: Freunde, Familie, die Männer, die ganze polykriselnde Gegenwart mit Krieg und Klimakatastrophe. Aber sogar hier ist der Wald so trocken, dass er knistert, und natürlich wird sie ihre kreisenden Gedanken nicht los - bis sie auf Michael trifft, der oben am Berg Heu mäht und schön ist wie ein Engel. Erst ist Lima nicht sicher, ob er wirklich existiert, denn der junge Mann mit der Sense wirkt wie einer anderen Zeit entsprungen. Aber er ist auch am nächsten Tag auf der Wiese, und ganz federleicht nähern sich die beiden einander an - bis Michael verschwindet und die Junihitze um Lima herum immer bedrohlicher wird.
Theodora Bauer erzählt eine hinreißende, rätselhafte Liebesgeschichte inmitten der sommerschönen wie unheimlichen voralpinen Landschaft - und von der Suche nach Nähe und Wahrheit im krisenhaften Heute. Eine außergewöhnliche junge Stimme.

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Pressestimmen

Eine spannende Mischung ... sucht als apokalyptischfeministischer Heimatroman mit einer Portion Literaturgeschichte wohl seinesgleichen. Der Standard
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