Wunderland

Die Gründerzeit der Bundesrepublik 1955-1967 | "Ein Höhepunkt dieses Bücherherbstes, ebenso unterhaltsam wie klug." Süddeutsche Zeitung
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Buchprofile - Rezension
Spannende Dokumentation über die Gründerzeit der Bundesrepublik Deutschland von 1955 bis 1967.
Der Autor hat sich mit seinem Werk "Wolfszeit" mit den Anfängen der Nachkriegszeit beschäftigt. Mit diesem Buch wird nun die Fortsetzung der jüngeren deutschen Geschichte präsentiert. Es beginnt mit der Rückkehr der Kriegs- und sonstigen Gefangenen aus Russland. Dann geht es weiter mit dem beginnenden Wirtschaftswunder, den Gastarbeitern aus Italien, Türkei, Spanien und Griechenland. Die Arbeit unter Tage wird thematisiert. Und dann im nächsten Kapitel beginnt schon allmählich sich die Überflussgesellschaft abzuzeichnen. Mit dem beginnenden Wohlstand hadern Deutschlands Intellektuelle. Und weiter geht es mit der Zustandsbeschreibung der herrschenden Sexualmoral und dem Mief jener Jahre. Die Verfolgung der gleichgeschlechtlichen Liebe - hier ist das Dritte Reich noch gegenwärtig. Die Aufrüstung beginnt mit der neuen Bundeswehr und dann v.a. nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961. Es ist die Rede von den "gespenstischen Vätern", dem Verdrängen der fürchterlichen Vergangenheit. Der Eichmann-Prozess in Jerusalem und kurz darauf die Auschwitzprozesse in Frankfurt rütteln dann aber doch viele Deutsche auf, ohne dass sich die Justiz künftig um weitere Täter groß kümmert, und wenn, dann gibt es beschämend milde Urteile. Deutschland genießt die neue Freiheit, diskutiert über die Beatles in Hamburg, über Gammler und Playboys, und dann beginnt die Ära Brandt und damit eine neue Art der Politik. Erste Versuche der Annäherung an den Staat im Osten werden in der Bonner Republik heftig diskutiert. - Insgesamt ist das eine sehr interessante, informative Beschreibung dieser Zeit, nie langweilig, im Gegenteil. Auch wenn viele Ereignisse und Zustände hinreichend bekannt sind, ist diese Geschichte so anschaulich präsentiert, dass nie das Gefühl einer reinen Geschichtsdarstellung aufkommt. Für Büchereien bestens geeignet.
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Artikelbeschreibung

Kaum sind die Trümmer weggeräumt, setzt in Deutschland ein Wirtschaftsaufschwung ohnegleichen ein, auch ein nimmersatter Kaufrausch: Möbel, Autos, Reisen, Elektrogeräte. Mit dem Rock'n' Roll erfasst die Jugend ein neues Lebensgefühl. 1957 eröffnet der erste Supermarkt, der Siegeszug der Discounter beginnt. Der Fernseher gruppiert die Wohnzimmer um. - Und plötzlich stellen sich neue Fragen: Wie soll man leben? Verlieren wir unsere kulturelle Identität an Amerika? Wie viel Freiheit braucht ein Kind, eine Ehe, ein Arbeitnehmer? Elvis Presley und Freddy Quinn geben unterschiedliche Antworten. 1967 ist die Bundesrepublik, wie wir sie kannten, im Rohbau fertig. Erstmals kommt ein deutscher Staat ohne höhere Idee aus als das Glück des Einzelnen. Eine Reise in die Lust und Mühen des Wirtschaftswunders - in die Welt der Käseigel, Neckermann-Kataloge und Stalingrad-Erinnerungen, der Gastarbeiter und eines neuen Politikertyps wie Kennedy oder Brandt, der Happenings und des Klammerblues. Als die Beatles 1967 «All You Need Is Love» singen, ist, mitten im Kalten Krieg, die Studentenrevolte bereits im Gange. Harald Jähners fulminantes Porträt der jungen Bundesrepublik, einer Zeit, in der sich alles neu formierte - und die es neu zu entdecken gilt.

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Personeninformation

Harald Jähner, geboren 1953 in Duisburg, war bis 2015 Feuilletonchef der «Berliner Zeitung», zugleich Honorarprofessor für Kulturjournalismus an der Universität der Künste Berlin. 2019 erschien das Buch «Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945-1955», das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde; es wurde in zahlreichen Ländern veröffentlicht, darunter USA und England, wo es für den renommierten Baillie-Gifford-Preis nominiert war. 2022 erschien «Höhenrausch. Das kurze Leben zwischen den Kriegen», ebenfalls ein «Spiegel»-Bestseller und in viele Sprachen übersetzt. Die «Neue Zürcher Zeitung» schrieb: «Ein grandioser Erzähler. Das Buch liest sich spannend wie ein guter Roman.»

Pressestimmen

Ein faszinierendes Buch ... ein Höhepunkt dieses Bücherherbstes, ebenso unterhaltsam wie klug ... Jähner erweist sich als großer Geschichtserzähler, dem es meisterhaft gelingt, das Große auch im Kleinen zu zeigen. Süddeutsche Zeitung
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