Kälte

Roman | Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2025
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Buchprofile - Rezension
Roman um den Lebensweg des früheren Revolutionärs Konrad Widuch, der im sibirischen Gulag gefoltert wird und fliehen kann.
Im neuen Roman des schlesischen Autors (zuletzt "Demut", BP/mp 22/454) erzählt er die bewegte Geschichte Konrad Widuchs. Als 14-Jähriger bricht er aus einem schlesischen Dorf auf, arbeitet im Ruhrgebiet, dient im Ersten Weltkrieg als Marinesoldat, nimmt am Matrosenaufstand 1918 teil, ist danach in den geschichtlichen Wirren Russlands unterwegs, wird unter Stalin gefoltert und in ein Arbeitslager im Norden Sibiriens verbracht. Twardoch bettet diesen großen zeitgeschichtlichen Überblick ein in eine Rahmenhandlung: Der Autor wird von einer alten Frau eingeladen, sie auf einem Segeltörn zu begleiten und gibt ihm unterwegs die Notizen Widuchs zu lesen. Wortgewaltig und für aufgeschlossene Leser entfaltet sich ein zeitgeschichtliches Panorama, das auch Grausamkeiten nicht ausspart. Lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Der Kampf eines Mannes, der nichts zu verlieren hat. Gegen die Welt und sich selbst. Einst war Konrad Widuch begeisterter russischer Revolutionär, kämpfte in der Reiterarmee. Unter Stalins Herrschaft verliert er alles, den Glauben an die Sowjetunion, seine junge Familie, die Zukunft. Aus den Schrecken des Gulag kann sich Widuch mit äußerster Härte befreien - und steht vor dem Nichts: in den Weiten der Taiga, einer atemberaubend schönen wie tödlichen Welt. Zusammen mit der Russin Ljubow und dem mitgeflohenen Gabaidze wird er von den Ljaudis gefunden. Bei dem archaischen Volk entdeckt Widuch ein fremdes Leben voll arktischer Exotik, ungeahnter Stille, eine Welt mit unbegreiflichen Göttern; der versehrte Gabaidze wird zum Schamanen. Als ein russisches Flugzeug landet, müssen Widuch und die schwangere Ljubow sich wehren und sind bald wieder auf der Flucht, allein im höchsten Norden.
Szczepan Twardoch schickt seinen Helden auf eine zum Zerreißen spannungsvolle Lebensreise, die Konrad Widuch immer wieder nur mit Gewalt bestehen kann. Russland, der hohe Norden, das 20. Jahrhundert in all seinen Abgründen prägen diesen Weg. Wie oft kann man sich selbst besiegen, ohne seine Menschlichkeit zu verlieren?Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2025 in der Kategorie Übersetzung.

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Pressestimmen

Mit solcher Lust am Spiel mit dem Erzählen geschrieben, dass die Lektüre einfach großen Spaß macht ... als hätten Solschenizyn und Jack London gemeinsam einen Roman schreiben wollen. Frankfurter Rundschau
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