Einhundert Samstage

Stella Levi und die Suche nach einer verlorenen Welt | 'Stella Levis Geschichte wird mit diesem Buch weiterleben.' Christine Westermann
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Buchprofile - Rezension
Biografie über eine heute 100-jährige Jüdin, die nicht nur von ihrer Deportation, sondern auch von ihrem Leben in einem jüdischen Viertel, der Judería auf Rhodos – damals unter italienischer Herrschaft – erzählt.
Nachdem Michael Frank 2015 die heute 100-jährige Stella Levi bei einem Vortrag an der New Yorker Universität kennenlernt, bittet Levi ihn, ihre auf Englisch geschriebenen Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend Korrektur zu lesen. Zögerlich vertraut sie ihm ihre Lebensgeschichte an. Sie erzählt vom engen Zusammenhalt der Menschen in der Judería, dem Judenviertel von Rhodos, von ihrem Wunsch als Jugendliche, die Welt zu entdecken und Abitur zu machen. Doch als die „Rassengesetze“ der Nazis sie vom weiteren Besuch des Gymnasiums ausschließen und spätestens, als sie am 23.07.1944 zusammen mit ihrer Familie und 1700 Juden von Rhodos vertrieben wird, zerplatzt ihr Traum. Von Rhodos über Athen wird sie nach Auschwitz, Birkenau, Landsberg und Allach deportiert und wandert nach der Befreiung durch die Amerikaner in die USA aus. Die 100 Gespräche mit ihr hat Frank in 100 Kapitel eingeteilt, in denen er sukzessive dem Leben Levis nachspürt, was auch Anlass für den Titel des Buches war. Frank gelingt eine Biografie, die auch wegen der Selbstreflexionen des Autors, mit denen er sich in das Leben Levis einzufühlen versucht, ausgesprochen sensibel geschrieben ist.
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Artikelbeschreibung

Als Michael Frank die heute hundertjährige Stella Levi zufällig kennenlernt, nimmt eine große Geschichte ihren Anfang. Sie lädt ihn in ihr New Yorker Apartment ein, und bald wird aus den Besuchen ein Ritual: An hundert Sams­tagen erzählt Levi dem Schriftsteller ihr Leben. Gemeinsam suchen und erkunden die beiden eine fast märchenhafte, verlorene Welt. Levi, geboren 1923, wuchs auf im jüdischen Viertel La Juderia auf der Mittelmeerinsel Rhodos - eine Kindheit und Jugend zwischen sephardischer Tradition und Moderne, inmitten einer Vielfalt von Kulturen und Sprachen zwischen Orient und Okzident. Stella eifert der Schwester Felicie nach, die Freud und Henri Bergson liest; sie selbst träumt vom Studium in Italien. Schließlich aber werden diese Welt und die Familie grausam zerrissen, und Stella Levi erzählt auch davon: Im Herbst 1943 besetzen die Deutschen die Insel, für Levi der Anfang eines Leidenswegs, der sie bis nach Auschwitz führt. Sie überlebt - und beginnt ein ganz neues Leben in den USA.Stella Levis Geschichte ist ein faszinierendes historisches Zeugnis. Sie erzählt von einer einzigartigen Welt, die zerstört wurde - und setzt ihr zugleich ein Denkmal, das die Vielfalt und Fülle des Lebens zeigt.

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Pressestimmen

'Einhundert Samstage' ist nicht nur eine Erzählung über Stella Levis Leben und eine 'verlorene Welt', es ist auch ein Buch über die Kraft des Erzählens selbst. Frankfurter Allgemeine Zeitung
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