Die Sprache meines Bruders

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Buchprofile - Rezension
Kasimir und Parker – ein Roman über Hoffnung, Scheitern und Einsamkeit.
Die Brüder Kasimir (genannt Kasi) und Parker leben in einem heruntergekommenen Haus am Ende einer Sackgasse irgendwo in den USA. In einer Sackgasse stecken auch ihre Leben. Kasi sitzt zu Hause herum und wartet, wobei unklar bleibt, worauf. Parker arbeitet als Chauffeur. In Kapiteln aus Sicht von Kasi, Parker und Parkers Ex-Freundin Luzia wird die Geschichte der beiden Brüder und ihrer Familie in Form von inneren Monologen erzählt. Dabei bleibt vieles unklar, die Geschichten ergänzen sich, aber die Lesenden erfahren nur, was sich die jeweils erzählende Figur aus Bruchstücken zusammenreimt. Parker und Kasi gelingt es zwar, aus ihrer festgefahrenen Lebenssituation auszubrechen, aber am Ende besteht nur für Parker sowas wie Hoffnung auf eine Zukunft. – Gesa Olkusz erzählt nah an ihren Figuren, was den Lesenden vor allem zu Beginn eine Menge Rätsel aufgibt – die auch nicht allen gelöst werden. Ihr Roman handelt von gescheiterten Träumen, vom Mut zum Aus- und Aufbruch, von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, von Einsamkeit und Fremde, die nicht zur Heimat wird. Lesenswert für an moderner Literatur interessierte Leser:innen. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)
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Artikelbeschreibung

Eine einfache Geschichte, poetisch und glasklar erzählt: Parker und Kasimir sind als Jungen mit ihrer Mutter aus Polen in die USA ausgewandert, sie sollten es einmal besser haben. Nach diesem Kraftakt hat die Mutter jede Lebenslust verloren, und so sind aus den Brüdern zwei symbiotisch verbundene Einzelgänger geworden, die sich in der Fremde durchschlagen, ohne jemals heimisch zu werden. Parker fährt als Privatchauffeur durch die Nacht, Kasimir verlässt das Haus nie. Als die Vagabundin Luzia bei ihnen einzieht, bringt sie ihre ganze Lebensfreude mit, sprengt damit jedoch die nahezu wortlose Nähe der Brüder. Doch die junge Frau haut nach Panama ab, und da ist klar: Kasimir muss ihr nach, und sei es ans Ende der Welt.

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Personeninformation

Gesa Olkusz, geboren 1980, Studium der Philosophie und der Interkulturellen Fachkommunikation an der Universiteit van Amsterdam und der Freien Universität sowie der Humboldt Universität Berlin. Gesa Olkusz lebt in Berlin. Mit ihrem Debütroman "Legenden" (2015) stand sie auf der Shortlist des Silberschwein-Preises der lit.Cologne, des Franz-Tumler Preises und des ALPHA Literaturpreises. Für einen Auszug aus "Die Sprache meines Bruders" (2025) erhielt sie den Kranichsteiner Literaturförderpreis 2015.

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