Omas Bankraub

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Buchprofile - Rezension
Wiener Rentnerinnen mit wenig Geld, aber viel Fantasie.
Die Witwe Anna kann mit Geld nicht umgehen; Lilli war freiberufliche Musiklehrerin, Ursula hat wenig in die Rentenkasse gezahlt, weil sie in Entwicklungsländern arbeitete, und Erika ist pensionierte Volksschullehrerin. Vier äußerst unterschiedliche Charaktere mit ganz differenten Lebenshaltungen. Geldmangel ist ihr ständiges Thema bei ihren Treffen. Sie versuchen, ihre Kasse durch allerhand Aktivitäten wie Tortenbacken und Sprachkurse für Frauen von Diplomaten aufzubessern. Die meisten entpuppen sich als Flop mit mehr Ausgaben als Einnahmen. Dazwischen kämpfen sie gegen die Tücken des Alltags, aber auch gegen schwere Erkrankungen und Wechselfälle in ihren Familien. Bis sie sich nicht mehr anders zu helfen wissen und die unternehmungslustige Anna die Idee eines Bankraubs ausbrütet. Den sie offenbar doch noch abbrechen, weil sie schon auf dem Weg zur Bank von Bekannten angesprochen werden. - Wie schon der Titel suggeriert, spielt die Autorin mit dem Genre der kriminell werdenden Alten. Das ist aber nur ihr Vehikel, um Situationen mehr oder weniger krasser Altersarmut zu beschreiben. Deshalb hat sie die Lebensgeschichten ihrer Protagonistinnen eingebaut und wie sie zu ihren Kindern stehen bzw. nie Bindungen eingegangen sind. Was so heiter daherkommt, entpuppt sich als Analyse der Lebenswelt einer Generation um die 70, von umsorgter Hausfrau bis zu einer Berufsaufsteigerin aus schlimmsten Verhältnissen. Nicht nur für die Altersklasse der Ruheständler.
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Artikelbeschreibung

Schlecht bezahlte Berufe, Scheidungen, aber auch die Höhen und Tiefen einer Künstlerinnenexistenz oder ein leichtsinniger Hang zu den schönen Dingen des Lebens - die Gründe für Altersarmut sind so vielfältig wie weibliche Biografien. Um dem chronischen Geldmangel zu begegnen, helfen nur Kreativität und Solidarität. Erika, die pensionierte Volksschullehrerin, Lilli, die erfolglose Musikerin, Anna, die verwitwete Verschwenderin, und Ursula, Krankenschwester mit einem fatalen Hang zu exotischen Liebesbeziehungen, erfinden "Omas Kurse" und veranstalten Wohnungsflohmärkte, backen Torten und bewirtschaften Erikas Schrebergarten. Als das alles jedoch nicht reicht, beschließen sie, ihr Glück mit illegalen Methoden zu versuchen ...

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Personeninformation

Susanne Scholl, geboren 1949 in Wien, Studium der Slawistik in Rom und Moskau. Langjährige ORF-Korrespondentin in Moskau. Susanne Scholl hat zahlreiche Bücher veröffentlicht und wichtige Preise für ihre journalistische Arbeit und ihr menschenrechtliches Engagement erhalten, u. a. den Concordia Preis und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Zuletzt erschienen: "Emma schweigt" (2013), "Warten auf Gianni" (2016), "Wachtraum" (2017), "Die Damen des Hauses" (2019), "Omas Bankraub" (2022).
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