Was über Frauen geredet wird

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Buchprofile - Rezension
Komprimierte Einblicke in die Lebenssituationen heutiger Frauen.
Der Roman beschreibt eine Reihe von Frauen in der kurzen Zeitspanne der Hochzeitsvorbereitungen der karriereorientierten Juristin Isabella mit ihrem Studienkollegen Hubert. Bei seiner Schwester Marlis in Wien wohnt Friederike, genannt Fred, ein Garçonne-Typ. Die Mittvierzigerin hat keinen gesicherten Beruf und sorgt sich gelegentlich um ihr Alter. Als Marlis schwanger wird, möchte diese Fred zur Übernahme einer Vaterrolle bringen, was diese verweigert, weil sie sich in die Rapperin Milla verliebt hat, der ihr Erfolg als Sängerin über alles geht. Die Wohngemeinschaft zerbricht. Die jüngste "Mitspielerin" ist Laura, Isabellas Schwester, die nach dem Abitur noch nicht weiß, wie sie ihr Leben gestalten soll. Sie wehrt sich massiv gegen alle Tiroler Klischees als Wintersport- und Alpenbegeisterte, findet aber einen Weg, ihr zeichnerisches Talent auszuleben. - Der Reiz des Romans liegt im Nebeneinander der extrem unterschiedlichen Lebensentwürfe mit ihren Unsicherheiten und Chancen. Und welch geringen Stellenwert letztlich Männer darin haben. Auch wenn Freds und Marlis' Idee einer nicht sexuell ausgelebten Lebensgemeinschaft scheitert, spricht das für eine mögliche erfüllte Lebensgestaltung ohne Bindung an Männer. Ja selbst Isabella stellt ein gemeinsames Eheleben hinter beruflichem Erfolg zurück. Hingegen zeigt Medusa deren Mutter gefangen in den Zwängen einer alleinerziehenden Frau mit dem anspruchsvollen Beruf einer Krankenschwester. Die Autorin beschreibt ihre Protagonistinnen einfühlsam, ohne je ein Urteil über sie abzugeben.
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Artikelbeschreibung

Freundinnen und Partnerinnen, Mütter und Töchter: In Mieze Medusas hinreißendem neuen Roman dreht sich alles um Frauen und ihr Recht, auf das zu pfeifen, "was über sie geredet wird:" Die Tirolerin Laura lebt in Innsbruck und hasst Skifahren, Hüttenromantik und Alpenzauber. Frederike, genannt Fred, mit vierzig immer noch unstet und öfter arbeitslos, lebt in Wien, früher mal mit Marlis, verliebt sich aber in die Musikerin Milla YoloBitch. Marlis will ein Kind, Fred will Milla, Milla will rappen, Laura will Comics zeichnen, Lauras Schwester Isabella will Familie und Karriere. Und wenn auch nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen, so legt Mieze Medusa hier doch ein flammendes Plädoyer dafür vor, dass Frauen alles sein, werden und wollen dürfen.

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