Menschen wie wir

Roman
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Buchprofile - Rezension
Der autobiografische Debütroman erzählt vom Leben der Autorin in Vietnam und Deutschland mit allen Erfahrungen der Migration.
Thao wächst bis zu ihrem 13. Lebensjahr in Vietnam auf, bis ihr Vater, der viele Jahre zuvor als Vertragsarbeiter in die DDR ging, seine Familie nach Deutschland holt. Bis zur Rückkehr ihrer Eltern nach Vietnam, als sie Mitte 30 ist, muss Thao sich in Behörden- und Gesundheitsfragen und allem, was den Aufenthaltstitel angeht, um die Belange ihrer Eltern kümmern. Diese arbeiten unermüdlich und akzeptieren die anstrengenden Bedingungen, unter denen sie leben müssen. Doch eine echte Kommunikation in der Familie gibt es kaum – sie kennen einander viel zu wenig. Alle leiden unter den Erwartungshaltungen und Klischeebildern der Ämter, Arbeitgeber und Kolleg:innen über asiatische Menschen. Die Autorin erzählt ihre Geschichte und die ihrer Familie in Rückblicken, die immer mehrere Jahre auseinanderliegen und jeweils eine neue Ebene der Entwicklung beschreiben. Die Sprache ist fein, liebevoll, ehrlich – und sie ist leise und zugleich mächtig in ihren Aussagen. Ohne Pathos erzählt sie vom Grund der Auswanderung, von Armut und Durchhaltevermögen, von Erniedrigung und Fortschritten, von der Liebe, die letztlich auch die Familie nach langer Zeit wieder füreinander ausdrücken kann. – Ein wunderbares Buch, das sehr eindrücklich und persönlich die Nöte von Migration und Rassismus schildert, die Leser:innen mitnimmt und im Herzen berührt! Sehr empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Die Geschichte der zwei Kontinente in mir

Wie viele Jahre deines Lebens würdest du opfern, damit deine Liebsten die Freiheit spüren können?

Ihre Eltern lernen sich auf einer vietnamesischen Insel kennen. Sie sind arm, aber glücklich miteinander. Als ein Angebot aus der DDR kommt, entschließt sich der Vater, nur für ein paar Jahre dort zu arbeiten. Welche Folgen diese Entscheidung für seine Familie haben wird, kann er da noch nicht abschätzen. Seine Frau und seine Tochter - die Erzählerin des Romans - folgen ihm erst Jahre später nach Deutschland. Dort werden sie jedoch nicht mit offenen Armen empfangen. Immer mehr entlarvt sich das Ankommen als eine Fiktion, aber zurückgehen würde sich wie ein Scheitern anfühlen."Menschen wie wir" sind die, deren Namen hier niemand richtig aussprechen kann. Die jedes Jahr bangen müssen, ihre Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert zu bekommen. Sie erinnern sich an die Lieder und Gedichte aus der alten Heimat und wollen doch nicht zurück.

Thi Thanh Thao Trân erzählt davon, was es bedeutet, in zwei Sprachen und zwei Ländern zu leben. Sie zeigt, zu welchen radikalen Entscheidungen uns Armut führen kann und welche Opfer wir bereit sind für unsere Liebe zu geben.

1. Auflage mit Farbschnitt!

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Personeninformation

Thi Thanh Thao Trân wurde 1986 in Vietnam geboren und lebt seit 1999 in Deutschland. Sie studierte Kulturwissenschaften sowie Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft. Ihre Kurzgeschichtensammlung Wo ich herkomme stand 2022 auf der Shortlist des Young Storyteller Award. 2024 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats, mit dem sie ihr erstes Romanprojekt abschließen konnte. Trân lebt in Berlin.

Pressestimmen

»Das Lesen fühlt sich an wie ein Blick in ein Familienalbum. Vertraut und fremd zugleich. Jede Szene legt die Wunden von Migration und Rassismus offen, ohne den Trost von Nähe und Sanftheit zu verlieren.« - Hami Nguyen

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