Wir könnten alles sein

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Buchprofile - Rezension
Familiengeschichte vierer Frauen – Mutter, zwei Töchter und Enkelin – vor dem Hintergrund der jüngeren Geschichte der USA.
Vater Rudy Cohen, Holocaust-Überlebender, gleicht die Spannungen zwischen Mutter und Töchtern aus, während seine Frau Frieda einerseits die Familie beim wöchentlichen Scrabble-Spiel zusammenhält, sich andererseits ihren Töchtern gegenüber wenig liebevoll verhält. Tochter Nancy ist hübsch und beliebt, Shelly sehr intelligent, Mathe-Champion. Frieda redet sich ein, dass das Leben schön ist. Nach Rudys Tod 1972 geht Nancy aufs College, Shelly hat ein Stipendium, beide wollen weg von Frieda. Nancy wird mit 21 Jahren schwanger und gibt ihre Träume auf. Shelley macht Karriere in der aufblühenden Tech-Branche und sucht das Glück. Frieda arbeitet nach Rudys Tod im Pflegeheim, ihr Leben “versinkt im Chaos” und im Alkohol. Auch Enkelin Jess sucht ihre eigene Identität. Die Lesenden begleiten die Frauen der Cohen-Familie über mehrere Jahrzehnte. Und verfolgen ihre beruflichen Entwicklungen, ihre Auseinandersetzungen, ihr Schweigen, ihre Frustration im Umgang miteinander, ihre ungeklärten Probleme … Sie wollen frei sein, weg von der Mutter und kommen doch nicht voneinander los. Und sie fragen sich, warum sie trotz vieler positiver Entwicklungen einfach nicht glücklich sein können, obwohl sie doch, wie der deutsche Titel sagt, alles sein könnten. Eine feine, intelligente Analyse der Probleme von Frauen, die im Leben zurechtkommen wollen, und eine herausragende Schilderung familiärer Abgründe.
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Artikelbeschreibung

1971, in einem Vorort von Chicago, sitzen die vier Cohens jeden Samstagabend zum Scrabble zusammen. So viel Familienzeit muss sein, findet Frieda, die Mutter, und bereitet Popcorn für alle zu. Als keine fünf Jahre später Patriarch Rudy stirbt, ist nichts wie zuvor. Frieda trinkt zu viel, und die Töchter können es kaum erwarten, wegzukommen von der Mutter, die keine Wärme für sie übrighat. Nancy, die Ältere, wird mit einundzwanzig schwanger und brennt an der Seite eines zwielichtigen Handelsvertreters nach Phoenix durch. Die hochintelligente Shelly stürzt sich in eine lukrative Karriere in der aufblühenden Tech-Branche der Westküste. In sicherer Distanz voneinander versuchen alle drei Cohen-Frauen, sich eine eigene Identität zu erkämpfen. Aber auf ungeahnten Wegen kehren die Erwartungen, Traumata und verdrängten Geheimnisse von damals zurück. Ist ein Verstehen, gar ein Aussöhnen möglich? Und gelingt es der nächsten Generation, Nancys Tochter Jess, die Muster zu durchbrechen?

Jami Attenberg verfolgt die Schicksale der vier Cohen-Frauen über vierzig Jahre hinweg, erkundet, auf welche Weisen familiäre Verstrickungen uns prägen, und zeichnet intelligent und realistisch Fortschritt und Backlash in der jüngeren Geschichte der USA nach.

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Personeninformation

Jami Attenberg, geboren 1971 in Illinois, lebt in New Orleans. Sie hat Erzählungen und Romane über eigenwillige Charaktere veröffentlicht. Die Middlesteins und Nicht mein Ding standen auf der New York Times-Bestsellerliste und wurden vielfach ausgezeichnet. An ihrem jährlichen Schreibworkshop A Thousand Words Of Summer nehmen Schreibende aus aller Welt teil. www.jamiattenberg.com Barbara Christ studierte Literatur- und Theaterwissenschaften und arbeitete als Dramaturgin und Verlagslektorin. Seit 1997 übersetzt sie aus dem Englischen Theaterstücke und Prosa, u. a. von Jami Attenberg, David Greig, Noah Haidle, Anthony Neilson, Jen Silverman und Simon Stephens. Seit 2012 leitet sie Seminare für Übersetzer:innen im Rahmen verschiedener Werkstätten.

Pressestimmen

»Attenberg schreibt scharf und prägnant. Ich habe es geliebt, mit den vier Cohen-Frauen durch die Zeit zu springen« Ann Napolitano

»Mit trockenem, scharfem Witz und fast gnadenloser Effizienz destilliert Attenberg die Essenz ihrer Figuren.« New York Times

»Ein sarkastischer Roman über Liebe, Verlust und vererbte Traumata.« Time

»Von Jami Attenberg, der Meisterin im Schildern familiärer Abgründe.« Vanity Fair

»Eine bewegende Saga.« Saturday Evening Post

»Eine ultrarealistische Darstellung der Höhen und Tiefen familiärer Beziehungen.« Southern Review of Books

»Ein Roman von cineastischer Anschaulichkeit.« Book Reporter

»Attenberg-Fans werden diesen Roman lieben - und alle, die eine genaue Beobachtung dysfunktionaler Mutter-Tocher-Beziehungen zu schätzen wissen.« Library Journal

»Das beeindruckende Porträt einer eindeutig unglücklichen Familie.« Publisher's Weekly

»Familie hat man, Freunde sucht man sich aus. Doch unseren Wurzeln können wir kaum entkommen, wie Jami Attenberg wieder einmal witzig, sarkastisch, mit einer zuweilen bitteren Melancholie und doch nicht ohne Optimismus und Hoffnung erzählt.« Frank Menden

»Kulturelle Marker hegen die vier Frauen geschickt in eine Welt ein, die von den 70er-Jahren bis ins frühe 21. Jahrhundert gleitet und gleichermaßen von der Goldgräberstimmung der früheren Tech-Branche und von #MeToo wie von den Abgründen der amerikanischen Familie erzählt.« Carsten Schrader / Kulturnews

»In ihrem raffinierten Familienroman setzt Jami Attenberg immer wieder zu Zeitsprüngen an, sodass sie die Abgründe der US-amerikanischen Familie von den 70er-Jahren bis ins frühe 21. Jahrhundert nachzeichnen kann. Mit 'Wir könnten alles sein' hat sie es auf unsere Liste der besten Bücher im April 2026 geschafft.« Felix Eisenreich / Kulturnews

»Jami Attenberg begeistert immer wieder mit ihren Werken und der neue Roman, ist ein tolles, kluges, und empathisches Gedanken- und Bilderkarussell.« Hauke Harder / Leseschatz.de

»Vier Schicksale, die einen wirklich berühren und auch bewegen.« Antje Milde / Instagram @frauantjesbuechereckeundco

»Kein leichtes Buch, aber eins, was mich nach Beenden noch weiter beschäftigt, was mich beim Lesen gefordert und mich manchmal amüsiert hat [. . .].« Instagram @zeitzumlesen

»Es ist eine intensive, aber auch kühle Auseinandersetzung zwischen Mutter und Töchtern und den beiden Schwestern untereinander, die geprägt von fehlender Verbundenheit und ambivalenter Liebe ist.« Kate Rapp / Instagram @seitenhinweis

»Jami Attenberg schreibt melancholisch und sarkastisch über eine amerikanische Familie.« Christin Spiller / Instagram @chrissi.buchentzueckt

»Was zunächst wie ein offener, beinahe verheißungsvoller Titel klingt, entpuppt sich damit eher als Frage, denn als Versprechen. Können wir wirklich 'alles sein'? Oder sind wir längst geprägt, festgelegt, vielleicht sogar begrenzt durch das, was war?« Instagram @paulas_bucherregal

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