Die Scholems

Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie
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Buchprofile - Rezension
Eine deutsch-jüdische Familie als Spiegelbild der Geschichte des 19. und 20. Jh.
Jay H. Geller gewährt in diesem aufrüttelnden Buch aufschlussreiche Einblicke in das Leben der wohlhabenden jüdischen Familie Scholem. Marcus Scholem zog 1812 vom schlesischen Glogau nach Berlin, wo sein Sohn Siegfried eine Druckerei gründete und die Familie als erfolgreiche Unternehmer zwar in das Berliner Bürgertum integriert war, selbst jedoch wenig Kontakt zu Nichtjuden pflegte. In den Lebensbeschreibungen der einzelnen Familienmitglieder wird deutlich, wie vielfältig und komplex jüdisches Leben in Deutschland war, ehe es durch den Nationalsozialismus brutal ausgelöscht wurde. Im Mittelpunkt stehen die vier Scholem-Brüder, die Söhne des Druckereibesitzers Arthur und seiner Frau Betty: Reinhold (1891-1985), Erich (1893-1965), Werner (1895-1940) und Gerhard (Gershom, 1897-1982). Während die beiden Älteren für ein assimiliertes Judentum eintraten, das sich kulturell in die deutsche Gesellschaft integrieren sollte, standen die Jüngeren für eine revolutionäre Lösung der "Jüdischen Frage", d.h. für eine Neuordnung Deutschlands durch den Sozialismus und die Gründung eines selbstbestimmten Staates (Israel) durch den Zionismus. Beeindruckend kenntnisreich (umfangreicher Anhang) beschreibt Geller die turbulenten Jahre der Weimarer Republik und die einschneidenden Veränderungen während der NS-Zeit. Gelang Reinhold und Erich die Emigration nach Australien, so wurde Werner - Reichstagsabgeordneter als Mitglied der KPD - 1933 verhaftet und 1940 im KZ Buchenwald ermordet. Obwohl Gershom, der 1923 nach Palästina eingewandert war, den Holocaust nicht direkt erlebte, wurde dieser zum Schlüsselerlebnis seines Lebens. - Neben der detaillierten Erarbeitung der Familiengeschichte gelingt es dem Autor, am Beispiel der Scholems die historischen politischen, gesellschaftlichen sowie religiösen Gegebenheiten und Spannungen anschaulich darzulegen.
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Artikelbeschreibung

Kaum eine Familie spiegelt die Geschichte der deutschen Juden des 19. und 20. Jahrhunderts in allen ihren Facetten, vom Glanz des Aufstiegs ins Bürgertum bis zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden so deutlich wie die der Scholems.

Ihre Geschichte beginnt in Schlesien: Von dort zogen die Scholems Mitte des 19. Jahrhunderts nach Berlin und eröffneten eine Druckerei, die es zu einigem Wohlstand brachten. Arthur und Betty Scholem hatten vier Söhne, die alle einen unterschiedlichen Weg einschlugen: Reinhold, 1891 geboren, wurde im Kaiserreich zum deutsch-nationalen Juden; Erich, Jahrgang 1893, zum nationalliberalen, assimilierten Juden; Werner Scholem, 1985 in Berlin geboren, wurde zu einem prominenten Vertreter eines linken Sozialismus und saß in der Weimarer Republik für die KPD im Reichstag. Gerhard Scholem schließlich, 1897 geboren, bekannte sich früh zum Zionismus, lernte Hebräisch und wanderte 1923 nach Palästina aus, wo er als Gershom Scholem einer der bedeutendsten Forscher jüdischer Mystik wurde.

Jay Geller zeigt hier zum ersten Mal, wie sich in einer Familie sich vier ganz unterschiedliche Ausprägungen der deutsch-jüdischen Geschichte versammeln: Nationalismus wie Liberalismus, Sozialismus wie Zionismus.

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Personeninformation

Jay Howard Geller ist Professor für jüdische Geschichte an der Case Western Reserve University in Cleveland, Ohio. Er hat sich auf die deutsch-jüdische Geschichte spezialisiert. Von ihm erschien 2005 Jews in Post-Holocaust Germany, 1945-1953.

Ruth Keen, geboren in London, ist Sinologin, Journalistin und Übersetzerin von Belletristik, Sachliteratur und Graphic Novels aus dem Englischen. Sie lebt in Berlin.

Pressestimmen

»In seiner brillanten Studie Die Scholems nimmt der amerikanische Historiker Jay H. Geller die Lebenswege der Scholems zum Anlass, den Horizont des deutsch-jüdischen Bürgertums im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts exemplarisch aufzufächern.« Judith Leister Neue Zürcher Zeitung 20210316
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