Meine Freunde

Roman - Pulitzer Preisträger
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Buchprofile - Rezension
Der Arabische Frühling und die Folgen für drei Freunde aus Libyen.
Anfang der 80er Jahre, Gaddafi hat mit seinen Geheimdienstschergen Libyen im eisernen Griff. Wer sich dagegen auflehnt, auch nur mit kritischen Äußerungen, riskiert Verhaftung, Folter, Tod. Das Elternhaus von Khaled ist gegen die Diktatur, muss aber überaus vorsichtig sein. Khaled wird ein Studium in London ermöglicht. Dort trifft er auf Mustafa, der Khaled zur Teilnahme an einer Demonstration vor der libyschen Botschaft überredet, Als aus den Fenstern der Botschaft scharf geschossen wird, trifft es einige Protestierende, auch Khaled und Mustafa. Eine Polizistin wird getötet und Khaled ist schwer verletzt; mehrere Monate ist er im Krankenhaus. Zu den Freunden Khaled und Mustafa kommt nun auch Hosam, ein feinfühliger Dichter und kritischer Geist. Khaled studiert fertig und erhält eine Stelle als Lehrer. Mustafa sinnt ständig auf Rache und nach dem Umsturz 2011 geht er sofort zurück nach Libyen und schließt sich einer Miliz an, die gegen das Regime kämpft. Hosam arrangiert sein Leben wie Khaled auf Dauer in England. Gegenwärtig ist aber immer die Sehnsucht nach der Heimat, nach Familie und alten Freunden. – Die Vorfälle bei der libyschen Botschaft 1984 sind real, die Figuren der drei Freunde sind fiktiv. Deren Leben und Schicksal zeigt auf, wie die immerwährende Suche nach Heimat, Perspektive und Freundschaft den Alltag bestimmt. Das Gefühl der ewigen Heimatlosigkeit schwindet auch noch nach Jahrzehnten nie ganz. Ängste und auch Misstrauen gegen Landsleute in der fremden englischen Umgebung werden wohl nie ganz nachlassen. Es wird ruhig, eindringlich geschildert, wie das Exil sich gerade auf feinfühlige Menschen auswirkt, die in der Fremde nie so recht sie selbst sein können. Die Schilderung von Freundschaft, von politischer Willkür bedrängt, ist sehr eindrucksvoll. Die Sprache, der Stil ist gelegentlich etwas ausufernd, thematisch ist das Buch aber sehr interessant und eindrucksvoll. Kann uneingeschränkt empfohlen werden.
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Artikelbeschreibung

Was es bedeutet, im Exil zu sein: der neue große Roman von Pulitzer-Preisträger Hisham Matar. »Ein brillanter Roman über Freundschaft, Familie und Exil.« Colm Toibin

London, im Jahr 1984: Als die beiden Studenten Khaled und Mustafa im jugendlichen Überschwang beschließen, an einer Anti-Gaddafi-Demo vor der libyischen Botschaft teilzunehmen, können sie nicht ahnen, wie sehr das ihr Leben verändern wird. Regierungsbeamte feuern am helllichten Tag auf die Demonstranten, eine Polizistin stirbt, die beiden werden verletzt und müssen erkennen, dass es von nun an keine Rückkehr in die Heimat mehr geben wird - selbst ein Telefonat mit den Eltern ist zu gefährlich. Umso enger wird die Freundschaft, die sich zwischen Khaled und Mustafa sowie dem regimekritischen Schriftsteller Hosam entwickelt, sie ersetzt ihnen die Familie und die Heimat. Bis viele Jahre später der Arabische Frühling beginnt und das revolutionäre Klima auch Libyen erreicht: Plötzlich scheint der Weg zurück nach Hause frei zu sein. Und die drei Freunde sind gezwungen, sich zu entscheiden: zwischen dem Leben, das sie sich in London aufgebaut haben, und dem Leben, das sie als junge Männer zurücklassen mussten ...

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Personeninformation

Hisham Matar, Sohn libyscher Eltern, wurde 1970 in New York City geboren, wuchs in Tripolis und, nach der Emigration der Familie, in Kairo auf. Seit 1986 lebt Hisham Matar in England. Er hat zwei international vielbeachtete Romane verfasst, »Im Land der Männer« und »Geschichte eines Verschwindens«, die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurden. Für seine Memoiren »Die Rückkehr. Auf der Suche nach meinem verlorenen Vater« erhielt Hisham Matar u.a. den Geschwister-Scholl-Preis, den PEN/Jean Stein Book Award, den Folio Prize und den Pulitzerpreis. Der Roman »Meine Freunde« wurde mit dem Orwell Prize for Political Fiction sowie dem National Book Critics Circle Best Fiction Award ausgezeichnet. Werner Löcher-Lawrence studierte Journalismus, Literatur und Philosophie, arbeitete als Lektor in verschiedenen Verlagen. Heute ist er als literarischer Agent und Übersetzer tätig. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. John Boyne, Hilary Mantel, Hisham Matar, Benjamin Myers und Ann Napolitano.

Pressestimmen

»Sein neuer Roman entwirft ein im Exil entstehendes, komplexes Rhizomgeflecht von Freundschaften, ohne dabei die verbrannte Erde der Heimat aus dem Blick zu verlieren.« Perlentaucher "Vorworte", Angela Schader
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