Nach dem Sommerregen

Ein Roman so unbeschwert wie ein Sommertag und so ernst, wie das Leben manchmal sein kann
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Buchprofile - Rezension
Lebensnaher Roman über Chaostage und gegenseitige Erwartungen in modernen Familien.
Nach dem Sommerregen ziehen die Wolken ab und die Sonne geht wieder auf. Die Sicht ist klar, die Luft frisch, die Farben in der Natur intensiv. Eine solche "Erfrischungskur" würden sich auch Cecilia, Jonas und Marika wünschen, als sie zum 70. Geburtstag ihres Vaters Winfried in dem alten Ferienhaus zusammenkommen. Jeder aus dem erwachsenen Geschwistertrio der Familie Ritter hat in der "Rushhour" des Lebens an seinem Alltag zu tragen; dem Beruf, den Beziehungen und den anstehenden Entscheidungen. Und auch an den vagen Erinnerungen, die beim Ausräumen des Kellers hochkommen: Hat die Mutter Marianne die Familie kurz nach der Geburt des dritten Kindes tatsächlich für mehrere Monate verlassen? Und meint sie es jetzt ernst mit der Trennung vom Vater, der angekündigten Auszeit auf Bali und dem Verkauf des Sommerhauses? In dem anfänglichen Ferien-Setting des Romans von Kristina Pfister kommen die eingeübten Rollen aus der Kinderzeit fast automatisch zum Tragen: Cecilia, die älteste und immer bestens organisierte Tochter, die detailliert plant, effektiv durch den Tag kommt – und doch mit der Erziehung des zweijährigen Oskars überfordert ist. Jonas, das Sandwich-Kind, der als Lehrer andere auf das Leben vorbereitet und sie zum Aufbruch ins Neue ermutigt – und der in der eigenen Bequemlichkeit sowie in der emotional längst abgekühlten und langweiligen Ehe mit seiner Jugendliebe Julia feststeckt. Und das Nesthäkchen Marika, die mit einem Second-Hand-Laden in Berlin in die Selbstständigkeit startet – und jetzt überrascht feststellt, dass sie schwanger ist. Die Handlung bewegt sich durch die Jahreszeiten; die Erzählung wechselt zwischen slapstickartigen Szenen und ernsten Tönen. Insgesamt zeichnet die Autorin ein modernes Familienporträt über drei Generationen, erzählt vom weiblichen Mental-Load und einem Leben zwischen nervigem Chaos und innigem Zusammenhalt. Bestens als Sommerlektüre geeignet!
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Kristina Pfister ist eine sichere Bank, wenn man nach einer leicht-unterhaltsamen Sommerlektüre sucht. Hier verrät schon der Titel, dass zum Sommer – gottseidank – auch Regen gehört und zu einem sinnvollen Roman auch Schattenseiten. Die Ritters haben ihr idyllisches, leicht verfallenes Sommerhaus im Schwarzwald, passenderweise „Die Ritterburg“ genannt. Mittlerweile sind Cecilia, Jonas und Marike erwachsen und nur noch sporadisch dort zu Gast. Einmal im Sommer treffen sie sich zu Vaters Geburtstag. Für dieses Jahr hat Mama eine besondere Idee: Sie will das Haus entrümpeln, einen sogenannten „Death Clean“ machen. Die Kinder sind einigermaßen verwirrt, doch das ist nicht die größte Überraschung. Ihre Eltern verkünden, dass sie sich trennen werden. Was für ein Schock! Dieser Sommer verspricht turbulent zu werden. Mit viel Empathie, überraschenden Wendungen und lebensnahen Problemen erzählt Kristina Pfister die Geschichte einer Familie, deren Leben gründlich durchgeschüttelt wird und wie sie es schafft, sich neu zu sortieren. 

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

So unbeschwert wie ein Sommertag, so ernst, wie das Leben manchmal sein kann


Früher haben sie fast jedes Wochenende im alten Ferienhaus der Familie verbracht, heute treffen sie sich dort nur noch zu besonderen Anlässen: Cecilia, Jonas und Marika Ritter wohnen in alle Winde verstreut, leben ihre eigenen Leben, versuchen, ihre eigenen Krisen zu bewältigen.

Als die Eltern sich trennen, das Haus verkaufen wollen und damit ihr sicherer Hafen wegzubrechen droht, wollen sie ein paar letzte Wochenenden gemeinsam dort verbringen. Zwischen Loslassen und Festhalten, im Versuch, sich als Familie neu zu finden, stellen sich die drei der Frage, wer sie eigentlich sind, ohne das Ferienhaus an der alten Mühle.

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Personeninformation

Kristina Pfister wurde 1987 in Bamberg geboren und verbrachte schon als Kind zahlreiche schöne Ferientage auf den Campingplätzen Europas. Der Sommer ist für sie am schönsten mit den Füßen im Wasser. Deshalb studierte sie am Bodensee, fährt wenn möglich jedes Jahr ans Meer, und freute sich sehr, als sie 2018 ein Aufenthaltsstipendium im »Baltic Centre for Writers and Translators« auf der Insel Gotland bekam. Wenn sie nicht gerade an einem Strand zeltet oder auf schwedischen Inseln schreibt, lebt und arbeitet sie in Nürnberg.

Pressestimmen

[...] ein schönes Buch Bayerischer Rundfunk, Bayern 2 20260621
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