
Artikelbeschreibung
In einer Welt, die von starren Hierarchien und militärischer Kälte geprägt ist, begeht Karl Duschek den ultimativen Akt der Rebellion. Franz Werfels Meisterwerk Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig ist ein flammendes Plädoyer für die Unterdrückten und eine gnadenlose Abrechnung mit dem übermächtigen Vaterbild. Durch die Brille der Psychoanalyse betrachtet Werfel die Dynamik von Täterschaft und Opferdasein neu: Wer trägt die Schuld, wenn das Opfer durch Tyrannei den Mörder erst erschafft? Diese Erzählung ist ein hochemotionaler Ausbruch gegen die väterliche Gewalt und ein zeitloses Dokument des jugendlichen Aufbegehrens gegen eine erstarrte Gesellschaft.
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Personeninformation
Franz Werfel, geboren 1890 in Prag und verstorben 1945 im US-amerikanischen Exil, war eine der prägendsten Stimmen des literarischen Expressionismus. Als enger Freund von Max Brod und Zeitgenosse Franz Kafkas begann er seine Karriere als Lyriker, dessen frühe Gedichte eine ganze Generation von Suchenden ansprachen. Werfel war ein Meister der grossen Gefühle und der ethischen Fragestellungen; sein Werk ist durchzogen von der Sehnsucht nach menschlicher Brüderlichkeit und der Suche nach religiöser Wahrheit. Er heiratete Alma Mahler, die Witwe Gustav Mahlers, und floh vor den Nationalsozialisten über Frankreich in die USA. Weltruhm erlangte er nicht nur durch seine Novellen und Dramen, sondern vor allem durch Monumentalwerke wie Die vierzig Tage des Musa Dagh und Das Lied von Bernadette.
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