Was nun?

Eine Philosophie der Krise
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Buchprofile - Rezension
Überlegungen zur Dialektik von Krise und Chance.
Krisen sind Phasen zügig voranschreitender Veränderungen, nicht so sehr Symptome irgendeiner Apokalyptik. Das meint der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann und ermutigt seine Leser, die dystopischen Ängste unserer Zeit eher als Hoffnungen auf neue Chancen zu verinnerlichen. Oder knackig formuliert: Die Krise der einen ist immer die Chance der anderen. Liessmann wäre nicht der Vordenker von Format, wenn er seinen von Demut und Zukunftsfreundlichkeit geformten Ansatz nicht mit Unterstützung großer Philosophen sprachmächtig darzustellen wüsste. In 14 Kapiteln durchmisst der Autor Krisenfelder unserer Zeit. Meinungsfreiheit, Demokratie, das Begehren oder auch der Humor seien beispielhaft genannt. Mal gutgelaunter Flaneur, mal trittsuchender Bergwanderer, dann wieder gedankenschwerer Waldgänger. Liessmann lädt zur Einnahme überraschender Blickwinkel ein. Warum nicht die Wahlen in der Demokratie mit Zufallsentscheidungen ergänzen? Nutzt den Humor als entscheidende Nahtstelle von Ethik und Religion! Wird Kunst nicht als wirkmächtige Form der Widerständigkeit gegen die Unbill des Lebens unterschätzt? Auch wenn manche Abschnitte etwas Mühsal beim Nachvollziehen einfordern, der Lohn sind Erkenntnisfreude und die Ermunterung zum Beschreiten eigener Gedankenpfade. Wer sich den Krisenphänomenen unserer Tage philosophisch nähern möchte, findet hier eine wunderbare Wegekarte. – Erhellend, unterhaltsam, sackgassenfrei.
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Artikelbeschreibung

Eine Philosophie der Krise: Konrad Paul Liessmann liefert eine lebensrettende Lektüre in schwierigen ZeitenWir leben in einer Zeit der Krisen. So weit, so schlecht. Aber wie zeigen sich diese Krisen? Welche Bereiche unseres Lebens, Denkens und Handelns sind davon betroffen? Und stecken in den Krisen auch tatsächlich die viel beschworenen Chancen? Eines ist klar: Krise bedeutet kein »Weiter wie bisher«.Konrad Paul Liessmann entfaltet ein Panorama unserer krisengeschüttelten Welt und wirft einen unbestechlichen Blick auf Einrichtungen, Vorstellungen, Überzeugungen, Emotionen und Denkweisen, die nun zur Disposition stehen. Von der Krise der Freiheit bis zur Krise der Moral reichen seine Themen, beunruhigend und aufregend zugleich - denn in jeder Krise geht es zentral um eine Frage: Wird über uns entschieden, oder entscheiden wir selbst?

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Personeninformation

Konrad Paul Liessmann, geboren 1953 in Villach, ist Professor emeritus für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Er erhielt u. a. den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln und den Paul-Watzlawick-Ehrenring. Im Zsolnay Verlag gibt er gemeinsam mit Barbara Bleisch die Reihe Philosophicum Lech heraus. Zuletzt erschienen bei Zsolnay »Bildung als Provokation« (2017), »Alle Lust will Ewigkeit. Mitternächtliche Versuchungen« (2021), »Lauter Lügen« (2023) und »Was nun? Eine Philosphie der Krise« (2025).

Pressestimmen

»Wer sich einem illiberalen Zeitgeist entgegenstellen will, findet in Konrad Paul Liessmann einen engagierten und klugen Verbündeten.« Jochen Rack, SWR Kultur, 10.12.25 »Mit seinen pointierten, zugänglichen Texten zeigt der Essayist wieder einmal, dass die Philosophie in unruhigen Zeiten nicht verzagen muss, sondern einen gewichtigen Beitrag zur geistigen Orientierungsfähigkeit leisten kann.« Jakob Hayner, Welt am Sonntag, 05.10.25 »Eine luzide Studie der Krisenrhetorik unserer Zeit, die nicht selten den Blick auf Lösungsmöglichkeiten verhindert - provokant wie pointiert.« Katja Gasser, ORF, 20.09.25 »Liessmann erfüllt mit seinen essayistischen Interventionen mustergültig die essenzielle Aufgabe eines öffentlichen Intellektuellen, der in Kritik und Widerspruch zu den bestehenden Machtverhältnissen steht und nicht nach unten tritt, sondern nach oben zielt.« René Schlott, FAZ, 16.09.25
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