Comandante

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein italienischer U-Boot-Kommandant trifft nach der Versenkung eines belgischen Frachtschiffs eine ungewöhnliche Entscheidung.
Die Handlung basiert auf einer wahren Begebenheit: Im Oktober 1940 versenkt das italienische U-Boot Cappellini im Atlantik einen belgischen Frachter. Als der Kapitän Salvatore Todaro Schiffbrüchige im Wasser sieht, ringt er mit sich: Ein Befehl des deutschen Vizeadmirals Karl Dönitz hat verboten anzuhalten, um diese Männer zu retten; denn damit brächte man das eigene U-Boot in Gefahr. Doch er entscheidet, die 26 Schiffbrüchigen an Bord zu nehmen. So überladen, kann das Boot nicht mehr tauchen und wird auch prompt kurze Zeit später von einem britischen Schiff entdeckt, das das Feuer eröffnet. Todaro appelliert in einem Funkspruch an die Gegenseite, er habe Schiffbrüchige an Bord und sie möchten bitte nicht weiter schießen. Zum Erstaunen aller geht der britische Befehlshaber darauf ein und lässt das U-Boot ungehindert passieren. Der Regisseur De Angelis und der Schriftsteller Veronesi haben dieses Ereignis auf 150 Seiten äußerst spannend in Szene gesetzt, unter anderem mit einer Szene, wie die italienischen und belgischen Seeleute zusammen kochen und der belgische Koch dem Italiener ein noch ganz und gar unbekanntes Rezept verrät: frittierte Kartoffeln, auch Pommes Frites genannt. Die italienische Mannschaft ist begeistert, und der Koch Giggino ärgert sich nur über eins: dass die Italiener nicht selbst auf so eine leckere Beilage gekommen sind. Doch es geht in diesem Roman nicht nur um eine Heldentat aus dem Zweiten Weltkrieg: der Gehorsam gegenüber den Befehlen der Regierung wird hier dem Gesetz der Schifffahrt untergeordnet, dass “die Rettung von Menschenleben auf See eine gesetzliche und moralische Pflicht “ ist. Damit bezieht Veronesi klar Stellung: man kann es heute nicht rechtfertigen, wenn man Hunderte Flüchtlinge auf dem Mittelmeer umkommen lässt. Ein eindrucksvolles Plädoyer, unterhaltsam und spannend geschrieben.
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Artikelbeschreibung

Über eine Heldentat im zweiten Weltkrieg. "Ein beeindruckendes Zeugnis von der Notwendigkeit, Menschen in Seenot zu retten." Roberto SavianoHerbst 1940: Das mit dem nationalsozialistischen Deutschland verbündete Italien befindet sich im Krieg gegen die Alliierten. Das U-Boot "Cappellini" unter Kommandant Salvatore Todaro patrouilliert vor Madeira im Atlantik und versenkt ein feindliches belgisches Frachtschiff. Doch dann macht Todaro etwas Einmaliges: Unter Missachtung höherer Befehle, gegen den Widerstand der eigenen Besatzung, aber im Einklang mit dem Seerecht rettet er die 26 Überlebenden vor dem sicheren Tod. Der Schriftsteller Sandro Veronesi und der Regisseur Edoardo De Angelis erzählen, was sich an Bord des winzigen U-Bootes abspielte, zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Solidarität und dem Kampf um das eigene Leben.

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Personeninformation

Edoardo De Angelis wurde 1978 in Neapel geboren. Er ist Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und wurde vielfach ausgezeichnet. 2021/22 verfilmte er in einer sechsteiligen Serie Elena Ferrantes Roman "Das lügenhafte Leben der Erwachsenen", 2022 Comandante mit Pierfrancesco Favino in der Rolle des Salvatore Todaro. Sandro Veronesi wurde 1959 in Florenz geboren und lebt in Rom. 2006 wurde er für seinen später mit Nanni Moretti verfilmten Roman »Stilles Chaos« zum ersten und 2020 für »Der Kolibri« zum zweiten Mal mit dem Premio Strega ausgezeichnet. Die deutsche Übersetzung von »Der Kolibri« erschien 2021 bei Zsolnay, »Comandante« (2024), das er gemeinsam mit dem Filmregisseur Edoardo De Angelis schrieb, sowie 2026 der Roman »Schwarzer September«. Anna Leube übersetzte u.a. Michael Ondaatje, Dolores Prato, Flannery O'Connor, Jean Rhys, Shirley Jackson, Claudio Magris, Umberto Saba, Alberto Savinio, Italo Svevo und Giovanni Verga. Wolf Leube übersetzte u.a. Natalie Zemon Davis, Alain Demurger und Paul Veyne.

Pressestimmen

"Ein emotionales Psychogramm." Bernd Melichar, Kleine Zeitung, 27.01.24

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