Die Reparatur der Welt

Roman
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Buchprofile - Rezension
Der Nachfahre eines Donauschwaben wird im Zweiten Weltkrieg von der Waffen-SS rekrutiert und an die Ostfront geschickt.
Man schreibt das Jahr 1770, im Reich der Habsburger herrscht große Hungersnot und die Monarchin Maria Theresia lockt Auswanderungswillige mit der Aussicht auf ein besseres Leben in die Randzonen ihres Reiches. Auch Georg Kempf kehrt seiner schwäbischen Heimat den Rücken. Donauabwärts auf einem der Flöße gelangt er nach Slavonien, wo den deutschen Kolonisten Land und Baumaterial zugewiesen wird. Im Zweiten Weltkrieg sind erneut Gesandte unterwegs, diesmal um die deutschstämmigen Kolonisten wieder heim ins Reich zu holen. Georg Kempf, 1919 geboren und Nachfahre von Urvater Kempf, lebt im kroatischen Städtchen Nuštar, wächst zweisprachig auf, studiert dann in Belgrad Medizin. Georg ist Kriegsgegner, wird aber von der Waffen-SS rekrutiert und an die Ostfront nach Polen geschickt. Inmitten der Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs bewahrt er sich seine Menschlichkeit, weigert sich, an der Erschießung gefangener Polen teilzunehmen und hilft Juden, zu überleben. Er desertiert, gerät in die Hände der Russen, kommt aber mit dem Leben davon, weil er jetzt auf deren Seite kämpft. Kempf kehrt nach Kriegsende nach Slawonien zurück und freundet sich mit der Partisanin Vera an. Er heiratet Vera, aber er findet sich in seiner Heimat, jetzt Jugoslawien unter Tito, nicht mehr zurecht. - Mit seinem Epos zeichnet der Kroate Slobodan Snajder seine eigene Familiengeschichte nach. Im Mittelpunkt steht dabei das Leben seines Vaters, vor allem während seines Kriegseinsatzes in Polen. Sachlich, mit großem Einfühlungsvermögen, manchmal auch recht poetisch und mit bizarren Überraschungen erhellt der Autor düstere mitteleuropäische Geschichte. Ein literarisch anspruchsvolles Buch, allen Büchereien sehr empfohlen. (Übers.: Mirjana und Klaus Wittmann).
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Artikelbeschreibung

Die Gesandten Maria Theresias reisen in die Hungergebiete des Schwabenlandes und locken Urvater Kempf nach "Transsilvanien". Mehr als 150 Jahre später kommen erneut Gesandte, die die sogenannten Volksdeutschen heim ins Reich holen und für die Waffen-SS rekrutieren sollen. Der Dichter Georg Kempf wird an die Ostfront geschickt, desertiert und kehrt nach Kriegsende nach Jugoslawien zurück, weil ihm die Russen schriftlich attestieren, "für die richtige Sache" gekämpft zu haben. Georg freundet sich mit der Partisanin Vera an, sie heiraten. Doch die Geschichte macht es ihnen schwer, einen gemeinsamen Weg zu gehen. Ein sprachmächtiges Epos von den Extremen des 20. Jahrhunderts am Schicksal einer Familie.

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