Das ist Glück

Roman | »Sich in die Seiten von Das ist Glück hineinzubegeben fühlt sich an wie eine Zeitreise und eine Erleuchtung.« Washington Post
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Buchprofile - Rezension
Der Verlust von Liebe und die unerfüllte Sehnsucht nach ihr verbindet die Lebensgeschichte von zwei Männern im Irland des Jahres 1958.
Im tief katholischen Irland verspricht der junge Noel Crowe seiner schwer erkrankten Mutter, Priester zu werden. Doch nach ihrem Tod und dem Eintritt ins Seminar erkennt er, dass er für diesen Beruf nicht geschaffen ist. Er verlässt Dublin und fährt zu den Großeltern nach Faha, einem Nest irgendwo an den Ufern des Shannon. Hier scheint die Zeit seit mehr als hundert Jahren stehengeblieben zu sein. Wenig später taucht Christy auf, quartiert sich bei ihnen ein und soll im Auftrag der Regierung mit den Einwohnern Verträge über eine baldige Stromversorgung abschließen. Doch bald schon wird klar, dass der über 60 Jahre alte Mann eigentlich aus ganz anderen Gründen hier ist. Vor Jahrzehnten hat er seine damalige Braut am Traualtar einfach stehengelassen und ist aus Irland verschwunden. Jetzt ist Annie die verwitwete Frau des örtlichen Apothekers und Christy ist wieder da, um Abbitte zu leisten. Aus dem verhinderten Theologen und dem reumütigen Rückkehrer wird ein zwar ungleiches, aber dennoch gut harmonierendes Paar. Sie ziehen Nächte lang durch die Pubs der Umgebung, hören die schwermütige irische Musik, trinken unmäßig viel und kommen sich dabei immer näher. Weil Christy nicht den Mut aufbringt, Annie zu begegnen, übernimmt Noel eine Art Botendienst, was aber wegen der ablehnenden Haltung der Witwe erfolglos bleibt. Auch sein eigenes Werben um eine der Töchter des Dorfarztes gelingt, trotz der Ratschläge des in diesen Dingen erfahrenen älteren Mannes, nicht. Erst als Annie krank und dem Tode nahe ist, darf Christy wenigstens mit ihr telefonieren und ihr von den Wirrungen seines Lebens erzählen. – Noel, inzwischen selbst über 60 Jahre alt, wird in diesem Roman zum Chronisten einer längst vergangenen Zeit. Sein Erzählen ist faszinierend. Er kommt vom Hundertsten ins Tausendste, findet aber immer wieder zu seinem Erzählstrang zurück. Ein atmosphärisch dichtes Buch, getragen von tiefer Herzlichkeit und Melancholie. Sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

»Ein Liebesbrief an das verschlafene, gemächliche und herrlich kauzige Irland, das so gut wie verschwunden ist.« Irish Independent 

Nach einer Glaubenskrise zieht der siebzehnjährige Seminarist Noel für einen Sommer zu seinen Großeltern nach Faha, einem kleinen irischen Dorf, in dem nichts sich je ändert; auch der Regen nicht, der das Dorf seit Anbeginn begleitet. Bis er eines Tages, wir schreiben die Karwoche des Jahres 1958, plötzlich aufhört. An diesem Tag kommt auch Christy in das Örtchen, ein weitgereister Mann, der im Auftrag der Regierung durch das Land zieht und für die Elektrifizierung wirbt. Christy wird Untermieter bei Noels Großeltern und für den jungen Mann ein Freund und Mentor. Während Noel erste Gefühle für ein Mädchen entwickelt und nach seinem Weg im Leben tastet, offenbart sich der wahre Grund von Christys Anwesenheit. Er ist zurückgekehrt, um Abbitte bei einer geliebten Frau zu leisten. Doch auch wenn die Zeit in Faha bis anhin stillzustehen schien, vor seinen Bewohnern macht auch sie nicht Halt. Und Christy könnte zu spät gekommen sein. 

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Personeninformation

Niall Williams wurde in Dublin geboren. Er ist Autor von neun Romanen, darunter Geschichte des Regens, das auf der Longlist für den Booker Prize stand, und Das Alphabet der Liebe. Sein jüngster Roman Das ist Glück stand auf der Shortlist für den Irish Book Awards Book of the Year und auf der Longlist für den Walter Scott Prize. Er lebt in Kiltumper an der irischen Westküste. 

Tanja Handels übersetzt Literatur von Bernardine Evaristo, Zadie Smith, Toni Morrison und vielen anderen. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt- und dem Christoph-Martin-Wieland-Preis.

Pressestimmen

»Niall Williams zeichnet mit diesem verschachtelten Erinnerungsroman ein pittoreskes und durchaus sehnsuchtsvolles Bild eines versunkenen Irlands. Dabei misst er sich mit der Kunst seiner Figuren, er erzählt mäandernd und ausschweifend, mit einem manchmal brüsken Sinn für alles Absurde und die untergründige Weisheit der Dorfbewohner: Dies ist das Glück, welches im Titel versprochen wird.« Tanya Lieske Deutschlandfunk Kultur Lesart 20250409

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