Mein einziges Zuhause

Roman | Der große Bestseller aus Finnland endlich auf Deutsch
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Buchprofile - Rezension
Eine Frau in den besten Jahren stellt sich ihren Erinnerungen, dem Leben – und ihrem Körper.
Die Ich-Erzählerin ist in den Fünfzigern, als sie sich entschließt, zum ersten Mal im Leben einige Wochen allein in der Fremde zu verbringen, um sich zu erinnern und sich ihrem eigenen Befinden und den Zwängen der Herkunftsfamilie zu stellen. Und so reist sie von Helsinki nach Paris, spürt ihrem konservativen Elternhaus, den Erkrankungen ihrer verstorbenen Schwester, dem Verhältnis zu ihrem Bruder, den Herausforderungen in ihrer eigenen Familie als Mutter von vier Kindern und ihrer Scheidung nach. Besonders reflektiert sie ihr Verhältnis zum eigenen Körper, welches immer beeinflusst war von der Essstörung ihrer Schwester und dann auch ihrer Tochter. Sie erkennt, dass auch sie selbst auf ihre Weise essgestört ist. Die Rückschau und Neujustierung helfen, Erkenntnisse und Verständnis stellen sich ein und auch Wege der Befreiung. Insbesondere ihre Leidenschaft für den Tanz und die Choreografie bleiben ihre feste Stütze. Ein ermutigendes autofiktionales Frauenbuch, im wunderschönen handschmeichelnden Einband, mit der Aufforderung, sich den Zwängen und Geistern der Vergangenheit zu stellen und „das Wurzelgeflecht“, welches sich über Jahrzehnte entwickelt hat und einengt, zu bearbeiten. Ein Bestseller in Finnland, der sich dem Thema Essstörungen über Generationen hinweg stellt.
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Artikelbeschreibung

»Ich habe diesen einen Körper, er ist mein einziges Zuhause. Mehr besitze ich nicht.«

Hanna Brotherus' Debütroman erkundet ungeschminkt und einfühlsam die Lebensstationen einer Frau und ihr Verhältnis zu ihrem eigenen Körper. Auf einer Reise nach Paris strömen Hannas Gedanken zurück: zum unterkühlten Elternhaus, ihren Kindern und dem eigenen Körper. Sie begreift, wie zwanghaft ihr Verhältnis zu ihrem eigenen und anderen weiblichen Körpern ist - und dass sich Essstörungen schon seit Generationen durch die Familie ziehen. Perfektionismus, ständiges Vergleichen und das zwanghafte Kontrollieren des eigenen Körpers haben die Heldin geprägt. Aber nun ist die Zeit, um loszulassen.

Als Kind wusste ich nicht, wer ich ohne meine Schwester und ohne den Vergleich mit ihr war. Unsere Unterschiede studierte ich mit dem Maßband. Mein Handgelenk hatte einen Umfang von 21 Zentimetern, ihres 19. Also hatte ich dicke Handgelenke. Unsere Haare legte ich unters Mikroskop, mein Haar war dicker als ihres. Also hatte ich dicke Haare. Ich musterte uns im Spiegel, ihre Schenkel waren schmaler als meine. Also hatte ich dicke Schenkel.

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Personeninformation

Hanna Brotherus wurde 1968 in Helsinki geboren. Sie ist Choreografin, Regisseurin und Tänzerin.

Elina Kritzokat, geb. 1971, deutsche und finnische Staatsangehörigkeit, Germanistin, übersetzt aus dem Finnischen seit 2002, u.a. Aino Havukainen / Sami Toivonen, Aki Kaurismäki, Leena Krohn, Sofi Oksanen, Timo Parvela, Ville Ranta, Minna Rytisalo und Raija Siekkinen. Ihre Tätigkeit umfasst die Genres Roman, Kinder- und  Jugendbuch, Theater und Kinofilm, Comic und Lyrik. Sie moderiert und dolmetscht regelmäßig und reist jährlich nach Finnland. 2019 erhielt sie den finnischen Staatspreis für Übersetzung in ausländische Sprachen, 2022 ein Exzellenz-Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Pressestimmen

»Schweres Erbe. Hanna Brotherus ist Tänzerin und Choreografin, in ihrem klugen Romandebüt erzählt die Finnin von einer Frau, die auch Tänzerin ist und ihren Körper ihr einziges Zuhause nennt.« Angela Wittmann Brigitte 20240605

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