Ein deutscher Kanzler

Olaf Scholz, der Krieg und die Angst | Der Kanzlerberichterstatter schreibt das Porträt des Kanzlers aus nächster Nähe
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Buchprofile - Rezension
Darstellung des aktuellen politischen Handelns des deutschen Bundeskanzlers Olaf Scholz auf dem Hintergrund der durch den Ukraine-Krieg ausgerufenen "Zeitenwende".
Als neunter Kanzler der Bundesrepublik Deutschland war Olaf Scholz mit seiner Ampelkoalition im Spätherbst 2021 mit der Absicht einer umfassenden Erneuerung des Landes angetreten. Doch Ende Februar 2022 wurde die Weltlage durch den von Putin angeordneten russischen Überfall auf die Ukraine grundlegend verändert; Kanzler Scholz sprach wenige Tage später im Bundestag von der "Zeitenwende". Die notwendige politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung der Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland, die Sorge um eine gesicherte Energieversorgung im eigenen Land, der Zusammenhalt in der EU und im NATO-Bündnis und die Angst vor einer Eskalation des Krieges bis hin zu einem atomaren Armageddon bestimmen seitdem sein politisches Handeln, das der Autor, leitender Journalist des Berliner Büros der Süddeutschen Zeitung, aus der eigenen Anschauung und auf der Basis vieler Interviews und Hintergrundgespräche bis ca. Februar 2024 nachzeichnet. Es entsteht dabei das ambivalente Bild eines Politikers, der einerseits viele kluge und überlegte Entscheidungen in dieser Dauerkrise getroffen hat, der aber andererseits als ein oftmals wenig redseliger Distanzpolitiker sein Handeln kaum transparent macht und nur schlecht in der Öffentlichkeit verkauft. Um Kanzler Scholz besser zu verstehen, blickt Brössler zuvor auf die politischen Jugendjahre von Scholz als friedensbewegtem Juso der extremen Linken und streift kurz seinen weiteren politischen Werdegang. – Das Buch bietet einen hintergründigen Einblick in die Hauptlinien der bisherigen Kanzlerschaft von Olaf Scholz, wobei es angesichts vieler gegenwärtiger politischer Unsicherheiten eine Darstellung mit offenem Ausgang bleiben muss. Als topaktueller Titel empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Der Kanzler in Kriegszeiten und die Angst der Deutschen vor der Zukunft

Kriege, Krisen und eine Koalition, die ihre politischen Unterschiede kaum noch überbrücken kann. An ihrer Spitze ein Mann, der den Deutschen seit Amtsbeginn Rätsel aufgibt. Ein Kanzler, der seine Politik oft nicht erklärt, sondern voraussetzt, dass man ihm vertraut.

Gleichzeitig musste noch nie ein deutscher Bundeskanzler das Land in einer Lage führen wie dieser. Olaf Scholz hat mit dem bundesrepublikanischen Tabu gebrochen, Waffen in Kriegsgebiete zu liefern. Nach den USA unterstützt kein Land die Ukraine so mit Hilfe aller Art wie Deutschland. Zugleich musste Scholz Deutschland aus der fatalen Gas-Abhängigkeit von Russland befreien. Die Sorge vor einer Ausweitung des Krieges ist immer noch nicht gebannt, hinzu kommen weitere innen-wie außenpolitischen Gefahren: Die Migrationskrise, die dramatische Eskalation in Nahost und das Erstarken der rechtsextremen und nationalistischen Bewegungen in Deutschland und Europa.

Alle Augen richten sich auf den deutschen Kanzler: Kann er den Deutschen die Angst vor der Zukunft nehmen?

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Personeninformation

Daniel Brössler, geboren 1969, ist als Leitender Redakteur im Berliner Parlamentsbüro der Süddeutschen Zeitung zuständig für das Kanzleramt. Seit dessen Amtsantritt begleitet er Olaf Scholz auf seinen Reisen und hat vor dem Überfall auf die Ukraine die Besuche des Kanzlers in Washington, Moskau und Kiew aus der Nähe erlebt. Im Juni 2022 gehörte er zur kleinen Reisegruppe des Kanzlers auf der Zugfahrt nach Kiew. Für sein Stück »Schreckliche Neue Welt« über Olaf Scholz und die »Zeitenwende« wurde er 2023 mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

Pressestimmen

"Brösslers Biografie lässt auch auch als einfühlsames und kenntnisreiches Buch über eine Blackbox beschreiben." Susanne Gaschke Neue Zürcher Zeitung 20240410

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