GRU

Die unbekannte Geschichte des sowjetisch-russischen Militärgeheimdienstes von 1918 bis heute
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Buchprofile - Rezension
Eine kleine Ost-West-Geschichte der letzten hundert Jahre aus der Sicht der Spione.
Die militärische GRU (Hauptverwaltung für Aufklärung) ist neben den Nachfolgeorganisationen des ehemaligen KGB die wichtigste Spionageorganisation des heutigen Russlands. Die Geschichte dieses Militärgeheimdienstes ist auch eine kleine Geschichte des zaristischen Russlands, der Sowjetunion und des heutigen Russlands unter Putin. Der Autor, am Deutschen Historischen Institut in Moskau tätig, beschreibt nüchtern und quellenbasiert die Erfolge und Misserfolge des Geheimdiensts. Die Darstellung ist trotz aller notwenigen Details spannend zu lesen. Den Warnungen von Richard Sorge aus Tokio vor dem Angriff Deutschlands 1941 auf die Sowjetunion schenkte Stalin keinen Glauben. Das weitverzweigte Agentennetz der "Roten Kapelle" in Deutschland, Frankreich und Belgien, hatte ein Fundament vom Widerstand gegen die nationalsozialistische Herrschaft. Matthias Uhl nennt mit seiner stupenden Kenntnis der russischen Archive aber noch viel mehr große und kleine Agenten und Agentinnen, die für Russland die militärischen Geheimnisse des westlichen Gegners ausforschten. Ein eigener Abschnitt ist den Überläufern und Doppelagenten gewidmet. Der GRU-Offizier Sergej Skripal, der in Moskau für den englischen Geheimdienst arbeitete und nach seiner Enttarnung ausgetauscht wurde, entkam 2018 in Großbritannien nur knapp einem öffentlichkeitswirksamen Tötungsversuch von GRU-Agenten. Weniger Aufmerksamkeit erfuhr der Cyber-Angriff einer GRU-Gruppe auf den Deutschen Bundestag 2015 oder 2016 das Hacken von Servern der Demokraten in den USA, deren Daten Wikileaks zugespielt wurden. Dieser Technikeinsatz wird in Zukunft noch größere Bedeutung gewinnen. Trotz aller Technik und der Hilfe durch menschliche Quellen bleiben Misserfolge nicht aus. Das letzte Beispiel ist die eklatante Unterschätzung der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit durch die GRU. – Das Buch ist höchst informativ für alle an Zeitgeschichte Interessierten.
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Artikelbeschreibung

Die GRU, der russische Militärgeheimdienst ist einer der effektivsten und geheimsten Nachrichtendienste weltweit. Bis heute gibt es im Westen kaum gesicherte Informationen über die GRU, vor allem, weil bis in die Gegenwart kaum ein Dokument aus den Archiven der GRU zugänglich ist.

Das Buch stellt erstmals für einen breiten Leserkreis die Geschichte der GRU von ihrer Gründung 1918 bis heute dar. Matthias Uhl kann dabei auf Dokumente aus dem legendären Archiv des Militärgeheimdienstes zurückgreifen. Zudem lüftet er die Identität des GRU-Agenten »Murat«, der Moskau in den 1950er und 1960er Jahren Hunderte streng geheime Unterlagen aus dem NATO-Hauptquartier geliefert hat. Und er beleuchtet Operationen und Spionageaktionen während des Kalten Krieges und des heutigen Russland - bis hin zu Mordanschlägen in Westeuropa sowie zum Einsatz der GRU bei der Besetzung der Krim und im Ukraine-Krieg.

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Personeninformation

Matthias Uhl (geb. 1970) war langjähriger Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Moskau und arbeitet jetzt am Max Weber Netzwerk Osteuropa. Er gilt als einer der besten Experten für die Geschichte des Kalten Krieges sowie der sowjetischen und russischen Geheim- und Nachrichtendienste.

Uhl publizierte als (Mit-)Herausgeber "Das Buch Hitler" (erschienen 2005 und in 29 Sprachen übersetzt) und "Die Organisation des Terrors. Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1943-1945".

Pressestimmen

Uhl nutzt seine intimen Kenntnisse russischer Archive für eine quellengestützte Darstellung. So gelingt ihm für die sowjetische Zeit eine beeindruckende Eindringtiefe. Stephan Lehnstädt Süddeutsche Zeitung 20241121
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