Gegenlauschangriff

Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege
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Buchprofile - Rezension
Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit: Christoph Heins DDR- und Nachwendeanekdoten.
Christoph Hein hat seinen Ruf als scharfsinniger Chronist der DDR über deren Untergang hinweg gerettet. Eine kleine Sammlung von Anekdoten erzählt nun Vor- und Nachgeschichten eines Künstlers, der die Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit in der Diktatur nur zu genau kannte. Mit nachgetragenem Humor wird von Gastspielen von Ensembles an DDR-Theatern im Westen berichtet, von Narren, Verbrechern und Zensoren (Hein hielt 1987 auf dem X. Schriftstellerkongress eine mutige Rede gegen die Zensur), von Freundschaften, die dem Druck der Staatssicherheit nicht standhielten (wie die mit Thomas Brasch), von misstrauischen westlichen Nachwende-Journalisten und von Heins ungewollter Beteiligung an dem Drehbuch zu dem Film "Das Leben der Anderen". Hier ragen die Anekdoten, die eigentlich keine sind, weil Autor, Erzähler und Figur eins werden, in die Realität, auch wenn nachprüfbar nicht alles stimmt, was Hein erzählt; es gab deshalb eine Aufregungswelle im "Spiegel" und in der F.A.Z. Vortrefflich indessen ist die Titelgeschichte über einen "Gegenlauschangriff", den der Schauspieler Manfred Krug in seiner Wohnung in Anwesenheit von Funktionären und Politikern unternahm: den Feind mit seinen eigenen Waffen schlagen, weil er ein falscher "fremder Freund" ist (so der Titel von Heins erfolgreichstem Buch). Ein lehrreiches Buch über Literatur in und nach der Diktatur, brillant erzählt.
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Artikelbeschreibung

Er gilt als der Chronist deutsch-deutscher Verhältnisse, als präziser Sezierer einer einst geteilten Nation, die noch immer nicht richtig zusammengefunden hat - und als fulminanter Geschichtenerzähler. Bestsellerautor Christoph Hein, der bislang vorrangig die Geschichten anderer erzählt hat, erzählt nun, zu seinem fünfundsiebzigsten Geburtstag, von seinen persönlichen Erlebnissen: davon, wie der Vater eines Freundes namens Thomas Brasch diesen verraten hat. Von einem Regisseur, der "das Leben der anderen" verfilmt hat und dabei von Hein mehr über dieses Leben erfahren wollte. Von Zensur und Reise(un)freiheit, und schließlich davon, wie all das Geschichte wurde.Hein nimmt die deutsch-deutschen Verhältnisse dieses Mal anders in den Blick: anhand persönlicher Erlebnisse, die mal komisch sind, mal bitter, und manchmal beides zugleich.

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Pressestimmen

»Christoph Hein rekapituliert in 28 wunderbar lakonischen Anekdoten Glanz und Elend seiner Schriftstellerexistenz in der untergegangenen DDR.« Adam Soboczynski DIE ZEIT 20190321
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