Mein Israel

Juden und Palästinenser erzählen
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Buchprofile - Rezension
Geschichten aus Israel, die die Zerrissenheit des Landes eindrucksvoll deutlich machen.
Für den 1969 in Teheran geborene Berliner Fotograf Ali Ghandtschi gehört die Diskussion um Israel schon seit früher Kindheit zu seinem Leben. So war es nur folgerichtig, dass er im April 2011 beschließt, nach Israel zu reisen. Dort sucht er die Begegnung mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten, darunter Juden aus Europa, Irak, Iran und Jemen, christliche Palästinenser und palästinensische Israelis, geboren zwischen 1923 und 1984. Er lässt sie aus ihrer Kindheit erzählen, ohne das Thema Politik anzusprechen. Herausgekommen ist ein Band mit faszinierenden Erinnerungen, in dem die Erzähler, u.a. auch namhafte Künstler und Schriftseller, wie der Jazzpianist Yaron Hermann oder der Schriftsteller Amoz Oz, aus kindlicher Sicht über prägende Erlebnisse berichten, die den Blick freigegeben auf die Tiefe und Intensität des israelisch-palästinensischen Dilemmas. Ergänzt werden die Texte von Fotografien des Autors, die Graffitis und Plakate aus dem israelischen Alltag zeigen. - Das Buch ist für größere Bestände eine Bereicherung und eignet sich insbesondere für Leser, die sich dem Thema auf undogmatische Weise nähern wollen.
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Artikelbeschreibung

Der Berliner Fotograf Ali Ghandtschi machte sich auf den Weg nach Israel, um Schriftsteller und Künstler zu porträtieren und sich ein eigenes Urteil über das Land zu bilden. Irgendwann begann er - als Deutscher, Perser, Nichtjude in einer besonderen Position -, Fragen zu stellen und ein Tonbandgerät mitlaufen zu lassen. Um die Unterhaltung nicht gleich auf Politik zu lenken, bat er seine Gesprächspartner, ihm von ihrer Kindheit zu erzählen. Fast alle waren erfreut, dass sich jemand für persönliche Geschichten und nicht nur für die Politik interessierte. Und dennoch spannt sich der Bogen der Erinnerungen in diesem Band fast immer bis in die Gegenwart und berührt die derzeitige Lage. Da alles in Israel mit Politik zu tun hat, sind auch Kindheitserinnerungen politisch. Und auch die Bilder von Ali Ghandtschi zeugen von einem Alltag, der nur scheinbar alltäglich ist. Sie erzählen vom Übertönen, Ausstreichen und Rechthabenwollen. Von der Suche nach der einen Wahrheit. So ergibt sich aus der Vielzahl der unterschiedlichsten Stimmen - moderat religiöse, orthodoxe und säkulare Juden, Zionisten und palästinensische Israelis - ein Gesamtbild mit unerwarteten Perspektiven.

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Personeninformation

Ghandtschi, AliAli Ghandtschi wurde 1969 in Teheran, Iran, geboren. Seit 1995 arbeitet er als freier Fotograf. Ghandtschi fotografiert für nationale und internationale Musik- und Kulturmagazine, ist Festivalfotograf der Berlinale und der Berliner Festspiele. Er lebt und arbeitet in Berlin. Ghandtschi, AliAli Ghandtschi wurde 1969 in Teheran, Iran, geboren. Seit 1995 arbeitet er als freier Fotograf. Ghandtschi fotografiert für nationale und internationale Musik- und Kulturmagazine, ist Festivalfotograf der Berlinale und der Berliner Festspiele. Er lebt und arbeitet in Berlin. Pressler, MirjamMirjam Pressler, geboren 1940 in Darmstadt, war eine der namhaftesten Übersetzerinnen des Hebräischen. Sie übersetzte Werke von Aharon Appelfeld, Lizzie Doron, Batya Gur und David Grossman. Ihre große, sprachlich wie literarisch weite Erfahrung war von größtem Wert auch für die Erschließung der israelischen Lebenswelt, wie Amos Oz sie überliefert. Für die Übersetzung von Oz' Roman Judas erhielt sie 2015 den Internationalen Literaturpreis - Haus der Kulturen der Welt. Pressler starb am 16. Januar 2019 in Landshut.

Pressestimmen

»Ali Ghandtschis Buch bezieht keine Stellung und ist doch parteiisch, denn es lässt Menschen berichten, ohne sie zu zensieren. Wer ebenso neugierig ist auf die vielen Facetten eines mythischen und ganz realen Landes, wie der Herausgeber selbst, wird die kurzen und längeren Episoden in Mein Israel mit Genuss lesen und die Bilder gespannt betrachten.« Lilian-Astrid Geese neues deutschland 20150715

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