Die weißen Nächte

Roman in 13 Geschichten
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Buchprofile - Rezension
Erzählungen über das Leben in der Armut und Naturergebenheit Kleinpolens.
Mariusz, Henia, Anielka, Zosia, Mirek oder Andrzey heißen die Hauptpersonen und/oder Ich-Erzähler:innen dieser 13 Erzählungen. Sie berichten vom Leben als Kinder und junge Erwachsene in der von Armut und Schicksalsergebenheit geprägten Zeit der sehr dörflichen Woiwodschaft Kleinpolen südlich von Krakau. Es sind die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg. Erinnerungen an Fremdbestimmung schimmern in der Eltern- oder Großelterngeneration durch. Und dass man sich jetzt allein in der kargen Landschaft, von der Hände Arbeit ernähren kann oder als Metzger in Deutschland viel Geld verdienen kann, ist die einzige (auch wirtschaftlich) hoffnungsvolle Spur durch die Erlebnisse der jungen Menschen. Im Mittelpunkt stehen jedoch ärmliche Verhältnisse, harte landwirtschaftliche Tätigkeiten oder Einkünfte als Metzger oder Waldarbeiter. Der Lebenszusammenhalt wird eher durch unmittelbare Unterstützung Einzelner und sprachkarge Zuneigungen als durch dörflichen Zusammenhalt oder religiöse Sinnstiftung geprägt. – Honek zeichnet ihre (ggf. autobiografisch geprägten) Figuren, ihr Alleingestelltsein oder ihre kargen Beziehungen in einer warmherzigen, von Traurigkeit getränkten Sprache. Deren auch innere Verbundenheit mit der Natur, die Ergebenheit in die Situation stellen mehr Verbindung zwischen den Erzählungen her als ein gemeinsamer Handlungsstrang. Für größere Bestände.
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Artikelbeschreibung

Über das Lieben und Hoffen von Menschen, die im Schatten stehen

Ein schläfriges Dorf am Fuß der Beskiden, ins Licht der Sommermonate getaucht. Freunde, die sich aus der Schule kennen, gehen auf Arbeitssuche, zwei schon mit dem Tod im Herzen. Ein kleines Mädchen steht seiner Großmutter beim Sterben bei, ohne es zu wissen. Eine unverheiratete junge Frau, die als einzige im nahegelegenen Städtchen zur Schule gegangen ist, will mehr vom Leben, als es ihr bieten kann. Sie alle, die mit existentiellen Krisen zu kämpfen haben, lassen mit ihrer je eigenen Stimme ein erzählerisches Mosaik aus dreizehn miteinander verknüpften Geschichten entstehen.

Im Dorf herrschen namenlose Ängste, die an Vergangenes rühren, aber auch Freundschaft, Empathie und Verbundenheit mit allem Lebendigen. Urszula Honek verfügt über eine ungemein reiche sprachliche Palette an Farben und Registern, um den sehnsüchtigen, traurigen, liebenden Menschen eine Aura zu geben. Eingebettet in die menschenleere, hügelige Waldlandschaft mit ihrer Stille und ihrem Licht verleiht sie ihnen eine ganz eigene Transzendenz.

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Personeninformation

Urszula Honek, Jg. 1987, wurde in Raclawice/Beskiden im Südosten Polens geboren. Nach mehreren preisgekrönten Gedichtbänden legt sie mit Die weißen Nächte ihr erstes Prosawerk vor. Das Buch wurde mit zwei renommierten Preisen ausgezeichnet (Conrad-Preis; Koscielski-Preis) und stand auf der Longlist des Internationalen Booker Prize 2024.

Renate Schmidgall, geboren am 26. März 1955 in Heilbronn, ist deutsche Übersetzerin polnischer Literatur und lebt in Darmstadt. Sie studierte Slawistik und Germanistik in Heidelberg und war anschließend als Bibliothekarin am Deutschen Polen-Institut beschäftigt. Von 1990 bis 1996 arbeitete sie dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seither ist sie als freie Übersetzerin tätig.

Pressestimmen

»Urszula Honeks Prosa ist wunderbar karg, sie führt ein Drama aus Licht und Dunkel, Freude und Leid auf ...« Lennart Laberenz DIE ZEIT 20250814
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