Bedrohte Bücher

Eine Geschichte der Zerstörung und Bewahrung des Wissens
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Buchprofile - Rezension
Gut lesbare Zusammenstellung der Bedeutung, auch der Bedrohung von Bibliotheken und Archiven.
Der Leiter der berühmten englischen Bodleian Library zeigt in einem historischen Querschnitt durch Jahrtausende auf, wie sich Sammlungen von Dokumenten, besonders Schriften und Büchern entwickelt haben, welche Bedeutung sie für ihre Zeit und vor allem für die folgenden Zeiträume gehabt haben und noch haben. Breiten Raum nehmen aber auch ihre Gefährdungen und Zerstörungen ein. Als Stützen des Wissens sind sie gefährdet, wenn dieses dem Machtanspruch von Herrschenden hinderlich ist. Mit der großen Bücherei in Sarajevo sollte z.B. im Jugoslawienkrieg die kulturelle Identität der Bosnier ausgelöscht werden. Gefahren drohen deshalb besonders in Kriegen, was am Beispiel des Irakkrieges oder am Schicksal der Universitätsbibliothek der belgischen Stadt Löwen aufgezeigt wird. Ausführlich wird dargelegt, welche Vernichtung von Büchern zur Zeit der Reformation in England den Glaubenswechsel begleitete. Natürlich sieht Ovenden die Problematik, wenn Autoren Teile ihres Nachlasses vernichten lassen wollen. Hätte Max Brod z.B. dem letzten Wunsch seines Freundes Franz Kafka entsprochen, wären großartige Romane der Moderne verloren gewesen. Die Bewahrung der digitalen Datenflut für die Nachwelt erscheint Ovenden als großes Problem der Gegenwart. Wie sollen sich künftige Generationen ein richtiges Bild der heutigen Zeit machen können, wenn so vieles, z.B. wichtige Homepages nur kurze Zeit zur Verfügung stehen? Umfangreiche Anmerkungen und eine ausführliche Bibliografie laden zu weiterer Beschäftigung mit dem Thema ein. Die Darstellung insgesamt ist lebendig geschrieben.
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Artikelbeschreibung

Seit Wissen schriftlich fixiert wird, haben Menschen versucht, es unter ihre Kontrolle zu bringen - oder zu vernichten. Richard Ovenden, Direktor der berühmten Bodleian Library in Oxford, führt uns in fesselnd erzählten Schlüsselepisoden durch die dreitausendjährige Geschichte der Angriffe auf Bücher, Bibliotheken und Archive. Sie handelt von fragilen Tontafeln aus Mesopotamien und kostbaren Bänden mittelalterlicher Gelehrsamkeit, von den grandiosen Bibliotheken in Alexandria und Sarajevo, von irakischen, indonesischen und bundesdeutschen Archiven. Und sie kennt ihre Heldinnen und Helden: Mönche und Hobbyarchäologen, Philanthropen und Freiheitskämpfer und vor allem Bibliothekare und Archivare, die sich gegen die Zerstörung gestemmt haben, nicht selten unter Einsatz ihres Lebens.
Bis in unsere digitale Gegenwart, zu Google, Twitter und Co. sowie den neuartigen Gefahren, denen das Wissen der Welt heute ausgesetzt ist, reicht diese faszinierende Kulturgeschichte, die zugleich das politische Manifest eines leidenschaftlichen Bibliothekars ist. Bedrohte Bücher führt uns eindringlich vor Augen, was auf dem Spiel steht, wenn wir die Bewahrung dieses Wissens vernachlässigen oder dem Rotstift opfern: unsere Zivilisation selbst.

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Pressestimmen

»Richard Ovendens glänzendes Buch über die Zerstörung des Wissens in den Bibliotheken und Archiven der Welt zeigt, dass das Bewahren unseres Wissens bis heute mannigfach bedroht ist.« Klaus Hillenbrand taz. die tageszeitung 20220503
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