Dickicht

Roman
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Buchprofile - Rezension
Das Schicksal dreier Menschen in der Großstadt.
Ruth ist seit vielen Jahren alkoholsüchtig. Sie möchte mit diesem Problem allein fertigwerden, ohne Hilfe. Aber sie schafft es nicht. Da kommt ihr die co-abhängige Katja gerade recht: Mit ihrem Helfersyndrom versucht sie, ihre Unsicherheit zu kaschieren. Doch Ruth zu helfen, bringt sie fast an den Rand ihrer Belastbarkeit. Und da ist auch noch Max, überzeugter Linker, der Ruth unterstützen will gegen ihre neue Vermieterin, ein Mann, der zunächst klar und ohne Fehler zu sein scheint. Doch was verbirgt er hinter seiner Fassade? - Nina Bußmann hat für ihre Romane schon einige Auszeichnungen bekommen. Liest man ihr neuestes Buch, weiß man, warum: Mit viel Geschick schafft sie eine Geschichte, in der die Schicksale dreier Menschen verwoben sind, die in der Anonymität der Großstadt nach Nähe suchen, Anerkennung, Identität. Und die dennoch dafür immer wieder in Abhängigkeiten geraten. Bußmann schreibt schnörkellos, geradlinig, zugleich lässt sie den Leser im Laufe der Geschichte immer mehr teilhaben an der Psyche der Protagonisten und schafft gerade damit große Authentizität. Für alle Bestände zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Auf eigene Faust auszunüchtern, schaffen die wenigsten. Wer mit dem Trinken aufhören will, sollte Anschluss an eine Gruppe suchen. Die suchtkranke Ruth kennt solche Lehren, glaubt aber nicht daran. Allein kommt sie am besten zurecht. Als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus aufwacht, braucht sie jedoch Unterstützung und wendet sich an eine Mitpatientin, Katja. Der passiert das ständig, Leute bitten sie um einen Gefallen, eine Unterschrift, etwas Kleingeld. Helfen gibt ihr ein gutes Gefühl, auch wenn sie weiß, dass sie sich später nur schwer abgrenzen kann. Sie merkt bald, Ruth zu mögen ist nicht leicht. Und es gibt noch andere, die sich darum bemühen - Max, der sie mit seinem linken Kollektiv beim Kampf gegen die neue Vermieterin unterstützen wollte. Katja kennt ihn nur aus Erzählungen und empfindet Eifersucht. Was ist das für einer, der angeblich nie die Geduld verliert, keine feste Widerstandsfläche bietet?

Nina Bußmann erzählt von drei Menschen in der Großstadt, die um Kontrolle kämpfen, sie aber längst verloren haben. In prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse verstrickt, taumeln sie zwischen Abhängigkeiten und Freundschaften, Therapieversprechen und spirituellen Verlockungen. Ohne Rausch kommt kaum einer aus. Und dennoch suchen sie alle nach Klarheit.

»In Nina Bußmanns Büchern ist es die Genauigkeit der Beschreibung, die die Unschärfen des Lebens erkennbar macht.« Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung

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Personeninformation

Nina Bußmann, geboren 1980 in Frankfurt am Main, lebt in Berlin. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, zuletzt das Alfred-Döblin-Stipendium 2022.

Pressestimmen

»Der Roman verstört und betört durch seine Wirklichkeitsnähe, ohne dass er Geschichten nacherzählt. Da bleibt die Autorin ganz auf der suggestiven, der Sprachebene, und erzeugt eine große Eindringlichkeit.« Cornelia Geissler Berliner Zeitung 20200709
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