Der Junge

Das literarische Phänomen aus Spanien. Über 100.000 begeisterte Leserinnen und Leser, große Netflix-Verfilmung.
25,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Mit diesem großartigen Roman wird ein unfassbares Unglück nach 45 Jahren dem Vergessen entrissen.
Am 23. Oktober 1980 sterben in dem kleinen Ort Ortuella im spanischen Baskenland 50 Grundschüler, zwei Lehrer und eine Küchenkraft bei einer Gasexplosion im Keller der Schule. Einer davon ist der 8-jährige Nuco, der an diesem Morgen gar nicht aufstehen wollte, dann aber überredet wurde. Sein Opa Nicasio brachte ihn zum Unterricht – und macht sich nun bittere Vorwürfe. Der Autor beschreibt zunächst die Katastrophe, dann die Dynamik der Trauer hautnah und exemplarisch an Nucos Familie. Jedes Familienmitglied geht anders mit dem unsagbaren Verlust um. Mutter Mariaje und Vater José wollen im Schockzustand schnell ein weiteres Kind zeugen, um die Lücke zu füllen. Als das nicht funktioniert, scheint sich das Paar voneinander zu entfernen. Mariaje schaut nach vorne, sucht nach einer beruflichen Veränderung. Der gutmütige José igelt sich ein, zweifelt an sich selbst und leidet zusätzlich an Sorgen um seinen Arbeitsplatz. Großvater Nicasio blendet den Tod des geliebten Enkels aus. Er spricht nicht nur auf dem Friedhof mit ihm, sondern führt ihn auch an der Hand spazieren. Mariaje macht sich Sorgen um ihren Vater, die Nachbarn halten ihn für psychisch krank. – Man darf den Protagonisten tief in ihre Gedanken und Seele blicken, sodass ihr Handeln nachvollziehbar wird. Alle Charaktere verändern oder entwickeln sich unter der Last der Trauer. Gut gehütete Geheimnisse drängen an die Oberfläche und richten weiteren Schaden an. Das Schweigen zwischen Mariaje und José verdichtet sich und Nicasio flieht weiter in seine eigene Welt. Auch der Roman selbst bekommt eine Stimme in zehn Einschüben, in denen die Konflikte verdeutlicht werden, die sich offenbar während des Schreibprozesses ergeben haben. Diese Perspektive ist hochspannend, nimmt sie doch Verständnisfragen oder Kritik vorweg, um sich daran zu reiben. "Der Roman debattiert mit seinem Schöpfer, stellt ihn in Frage und analysiert selbstständig." – Ein brillanter Roman, gerne allen Beständen empfohlen.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

«Leuchtende Momente der Nähe und der Zärtlichkeit, skurril-witzige Passagen, verborgene Geschichten, die spannungsvoll ans Licht kommen und zum Schluss auch ein Moment der Hoffnung.» RBB Radioeins. Ein mitreißender Familienroman voller Schmerz und Trost, der im Werk des Autors an seinen großen internationalen Erfolg Patria anknüpft.

Jeden Donnerstag geht der alte Nicasio zum Friedhof und besucht das Grab seines Enkels Nuco. Er spricht mit ihm, erzählt dem Jungen, was vor sich geht in der Welt. Am 23. Oktober 1980 gab es im Keller der Schule, die der sechsjährige Junge besuchte, eine gewaltige Propangasexplosion, die das gesamte Erdgeschoss zerstörte. Fünfzig Kinder und drei Lehrer kamen bei dem Unglück ums Leben; darunter auch Nuco. Der ganze Ort Ortuella steht unter Schock. Die Eltern des Jungen verarbeiten das Ereignis auf unterschiedliche Weise. Während José Miguel alle Erinnerung kappen und nach vorne schauen will, um nicht an Trauer zu zerbrechen, lässt Mariaje das Geschehene nicht los. Irgendwann versuchen die beiden wieder ins Leben zu kommen. Doch eines Tages verschwindet José Miguel.

Eine bewegende Geschichte voller Menschlichkeit, die erzählt, was wir voreinander verbergen, worauf wir hoffen, wie wir noch einmal von vorne anfangen.

«Aramburu erweist sich als großartiger Geschichtenschreiber in der Tradition eines Gabriel García Márquez.» Tages-Anzeiger

«Aramburu gelingt es meisterhaft, Großes im Kleinen zu erzählen.» Stern


Produktsicherheit

Hersteller: Rowohlt Verlag GmbH
Anschrift: Kirchenallee 19
DE-20099 Hamburg
Kontakt: produktsicherheit@rowohlt.de

Personeninformation

Fernando Aramburu wurde 1959 in San Sebastián im Baskenland geboren. Seit Mitte der Achtzigerjahre lebt er in Hannover. Für seine Romane wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Premio Nacional de Narrativa, dem Premio Strega Europeo und dem Premio Nacional de la Crítica. Patria wurde als Serie für HBO verfilmt, Der Junge für Netflix. Aramburus Werk wird in 34 Sprachen übersetzt.

Willi Zurbrüggen, geboren 1949 in Borghorst, Westfalen. Er übersetzte u. a. Antonio Muñoz Molina, Luis Sepúlveda, Rolando Villazón und Fernando Aramburu aus dem Spanischen. Ausgezeichnet mit dem Übersetzerpreis des spanischen Kulturministeriums, dem Johann-Friedrich-von-Cotta-Literatur- und Übersetzungspreis und dem Jane Scatcherd-Preis.

Pressestimmen

Wie beim Bestseller «Patria» ist Aramburu erneut ein großes, ein empathisches, ein bewegendes Buch gelungen. Dominik Bloedner Frankfurter Rundschau 20250402
Mehr von Aramburu, Fernando

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.