Der Fluss und das Meer

Erzählungen | Von der Autorin des Bestsellers "Sie kam aus Mariupol"
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Buchprofile - Rezension
Angst und Entfremdung: Wie Natascha Wodin ihre Lebensgeschichten in starke Literatur verwandelt.
Natascha Wodin ist eine brillante Erzählerin. Wie sie sich aus ihrem Leben die Geschichten herausschneidet und zu wortgewaltigen Erzählungen verwandelt, ist zugleich höchst filigran in sozialen, emotionalen und psychologischen Dimensionen. Die 1945 geborene Autorin kam nach dem Krieg als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter ins fränkische Fürth. Die Titelgeschichte des neuen Bandes, „Der Fluss und das Meer“, lässt das Asowsche Meer erzählen, von dem Wodins Mutter stammt. Es liegt bei Mariupol, einer mehrfach zerstörten Stadt, durch Revolution und Bürgerkrieg, durch Hitlers Truppen und schließlich, wie es heißt, durch „die Bomben eines wahnsinnigen russischen Hegemons“. Die Wellen dieses ukrainischen Meeres schlagen durch Raum und Zeit, bis zur überschwemmten Regnitz, in der sich Wodins Mutter 1956 ertränkte. Auch die anderen Geschichten durchbrechen ein lineares Verständnis von Leben, durchkreuzen Identitäten, fokussieren Angst und Sorge, Gewalt und Entfremdung. Das Schöne hat sich in einsame Gegenden in Mecklenburg oder in der Südpfalz zurückgezogen, es bedroht aber durch seine „zügellose Umarmung“. Ein solches Bild zeugt von der sprachlichen Finesse der Erzählungen. Die eindrucksvollste Geschichte ist sicherlich die mittlere: „Notturno“ erzählt von der Brieffreundschaft der Erzählerin mit einem hochbegabten entmündigten Psychiatriepatienten, der aus der Betreuungsfalle zu entkommen sucht. In einem Schubert-Stück spüren beide eine starke Verbindung, die aber nicht halten kann, und so verweigert auch diese Erzählung ein Happy End. Nachhaltig wirkende, dicht erzählte autofiktionale Geschichten.
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Artikelbeschreibung

Nach den großen Romanerfolgen «Sie kam aus Mariupol» und «Nastjas Tränen» - Natascha Wodin erzählt in fünf Geschichten meisterhaft und mit großer Dringlichkeit vom Gefühl des Fremdseins im eigenen Leben und schenkt ihren Figuren eine Heimat in der Literatur. 

In der Titelgeschichte zieht die Erzählerin eine Spur von Mariupol am Asowschen Meer, an dem ihre Mutter aufwuchs, bis zur Regnitz in Franken, dem Fluss, in dem diese sich das Leben nahm. Zu einer anderen Zeit in ihrem Leben verliebt sie sich in einen Fremden, mit dem sie die Magie der Musik verbindet, oder sie beobachtet eine verwahrloste Nachbarin, die ihre Umgebung wissentlich zugrunde gehen lässt. In Sri Lanka lernt sie Hunger und extremes Elend kennen, das die Welt sehenden Auges geschehen lässt, und in einer schweren existenziellen Krise zieht sie sich schließlich in eine Einsiedelei in den südpfälzischen Weinbergen zurück und ringt dort mit einer dunklen inneren Macht. Natascha Wodin führt uns auf die Nachtseite des Lebens und gibt den Außenseitern, den Einsamen und Verwundeten eine Stimme, die auch nach der Lektüre nicht verklingt. 

«Natascha Wodins Bücher fragen, hinterfragen, suchen und entwickeln eine Erzählhaltung ganz eigener Art, deren Sog den Leser in den Glutkern politischer und menschlicher Abgründe führt.» Jury des Joseph-Breitbach-Preises 

«Ihr Schreiben ist ein Joint Venture aus gewaltigem Schmerz und ungeheurer Kraft, von Verletzung, Lebenswillen, Angst und Wut und Dazugehörigkeitsverlangen.» Arnold Stadler

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Pressestimmen

Da ist es wieder, das Wodin-Paradox. Denn gerade dieses unberechenbare Dunkle, das oft Quelle der schlimmsten Verzweiflung ist, diese unbekannte Dimension kann, in Literatur gefasst, ungeheuer interessant sein. Hier jedenfalls ist das so. Katharina Granzin Frankfurter Rundschau 20240409
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