Der Apparat

"Eine Dystopie über eine KI. Die gar nicht einmal so unrealistische Vision einer möglichen Zukunft?" WDR
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Buchprofile - Rezension
Kann man den Menschen in seine atomaren Bestandteile zerlegen und an anderem Ort wieder zusammensetzen? Ist er dann noch derselbe?
Das ist schon etwas spekulativ: Ein Apparat ist die Hauptfigur, die den zweiten Roman des schottischen Lyrikers J.O. Morgan zusammenhält. Es ist eine ofengroße Maschine, entwickelt von einem namenlosen Institut, dazu programmiert, anorganische und unrealistischerweise auch organische Materie in Sekundenbruchteilen zu analysieren, zu zerlegen und an einem anderen Ort wieder zusammenzusetzen. Doch was passiert mit den Objekten, später den Personen, wenn sie so rasant den Ort wechseln, ohne sich selbst zu bewegen, während des Transports? Zuerst wird ein Eierlöffel teleportiert, das scheint gelungen zu sein. Eine alte Dame wehrt sich beim Umzug gegen die Teleportation eines Ölgemäldes, auf dem ihr Großvater abgebildet ist: Geht da aber nicht der künstlerische Wert des Originals verloren? Ein höchst unsympathischer Ehemann kehrt nach einem Selbstversuch wie verwandelt zu seiner Frau zurück: Ist er überhaupt noch derselbe? Kinder spielen am Rande eines Telehafens, und am Ende deutet sich gar eine Teleportation auf den Mond an. Die zentrale Frage, die in allen Geschichten schlummert, ist die nach der Conditio humana: Lässt sich ein Mensch so einfach in Einzelteile zerteilen und wieder aufbauen? Was ist mit den Gedanken, den Gefühlen, den seelischen Regungen, die nicht messbar sind? So gewagt und so aufregend das Experiment ist, so vermessen ist es. Nicht umsonst hat der Autor seinem Roman ein Zitat aus der Geschichte vom Turmbau zu Babel vorangestellt. Bedenkenswerte Darstellung der Operationen mit künstlicher Intelligenz und ein unterschwellig dringendes Plädoyer für Demut und Bescheidenheit angesichts neuer technologischer Möglichkeiten.
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Artikelbeschreibung

Ein dystopischer Roman über eine der drängendsten Fragen unserer Zeit: Was wird aus uns Menschen, unseren Beziehungen, Gedanken und Gefühlen, aus unserer Seele in einer technikversessenen Welt? Und was wäre, wenn niemand das Internet erfunden hätte?Eine Welt, die unserer zum Verwechseln ähnelt - mit einem Unterschied: Es gibt kein Internet. Stattdessen wird die Teleportation erfunden, und Entfernungen stellen kein Hindernis mehr dar. Eine Revolution, ein Wunder, das schnell alltäglich wird und doch das Leben aller Beteiligten tiefgreifend verändert: von den ersten Versuchen, einem teleportierten Eierlöffel, bis zur selbstverständlichen, unmittelbaren Bewegung von Menschen. Aber ist ein Ölgemälde nach dem Umzug per Teleportation wirklich noch dasselbe wie zuvor? Warum hat der Apparat die Macht, eine Beziehungskrise auszulösen? Und hat dein Ehemann, der erste teleportierte Mensch der Welt, die Übertragung wirklich so unbeschadet überstanden, wie es scheint?In seinem formvollendeten Roman untersucht der preisgekrönte Lyriker J. O. Morgan, was in einer technologiebestimmten Welt mit unserer Menschlichkeit, unseren Erinnerungen, Ängsten, Lieben geschieht und was verloren geht auf dem Weg in die Zukunft.

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Pressestimmen

Morgan schreibt auf hintersinnige Weise über Künstliche Intelligenz, ohne den Begriff nur einmal beim Namen zu nennen. Sein satirisch-utopischer Text «Der Apparat» wirft die entscheidenden Fragen auf. SRF "Literaturclub" 20230905
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