Ein Hallodri wandelt sich

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Bayern im Buch-Rezension
Eine Familienchronik aus Reit im Winkl.
Resi Zeus aus Reit im Winkl rollt als Ich-Erzählerin ihre gesamte Familiengeschichte auf. Die Erinnerungen reichen durch Geschichten der Eltern und Großeltern bis ins Jahr 1816 zurück, wo Resis Großmutter den Sepp, der als Hallodri betitelt wird, ledig zur Welt bringt. Die Aufbruchstimmung seines Vaters, der auf der Überfahrt in die USA Opfer eines Schiffsunglücks wird, zeigt das Potenzial der Weltoffenheit und zugleich die Härte des Lebens, die die junge Geliebte nun allein mit Kind trifft. Sepp wächst behütet auf und lässt sozusagen nichts anbrennen, heiratet seine große Liebe, der er nach und nach noch ein paar uneheliche Kinder gestehen muss. Nach drei ehelichen Kindern macht Rosina ihren Sepp zum Witwer, der nun trauert, aber auf Drängen seiner ältesten Tochter sich bald nochmal verehelicht. Unter viel Getratsche der Dorfbewohner führt er die zwanzig Jahre jüngere Theres heim, mit der er nochmals vier Kinder bekommt. Eines darunter ist Resi, die die Schicksale, Lebenswege und Biographien zusammenträgt. Ledige Kinder, Betrug, Ausnutzen von Gutgläubigkeit, aber auch viel großväterliche Fürsorge und glückende Verbindungen reihen sich zu einer großen Familienchronik. Dass Sepp junior, kurz nachdem er sich in ein Mädchen namens Maria verliebt hat, 1941 im Feld bleibt und seine Tochter Margot niemals kennenlernen wird, ist ein Schicksal, wie es so viele in den Schrecken des Krieges erleben mussten. Dass die tapfere Maria, die ihre Tochter nun allein aufzieht und die musikalisch Begabte fördert, singt sie selbst doch gern und auch öffentlich, Maria Hellwig ist, macht die Erzählung plötzlich noch nahbarer, da die prominente Persönlichkeit nun doch in einem so anderen Licht erscheint. Wie aus den Gruber-Biographien bekannt endet die Geschichte erst in der Gegenwart. Ungewohnt ist nur, dass nicht das Leben eines Menschen beleuchtet wird, sondern eine Ahnenreihe, die an manch verzweigter Stelle ein wenig unübersichtlich ist, aber ein geschichtliches Panorama abgibt. Ein weiteres Buch für Gruber-Fans, die uns tief in den Alltag und das Leben in früheren Zeiten eintauchen lässt. Ein Buch wie ein langer Abend am Küchentisch.
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Artikelbeschreibung

Rosina, eine Bauerntochter aus Grünbach, arbeitet als Zimmermädchen beim Unterwirt zu Reit im Winkl. Dort begegnet ihr der gutaussehende Holzknecht Sepp Fischer, lediges Kind einer Köchin und eines Braumeisters aus Rosenheim. Bereits nach kurzer Zeit ist Rosina schwanger. Leider kann das junge Paar nicht heiraten, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen. Daher kommt die kleine Maria 1904 unehelich zur Welt und wird in eine Pflegefamilie gegeben. Als Rosina 1909 das zweite Kind von Sepp erwartet, können sie endlich heiraten. Mittlerweile hat der junge Mann nämlich eine besser bezahlte Arbeit gefunden und eine kleine Wohnung. Ein Jahr nach der Hochzeit kommt Sepp jun. Zur Welt. Als sein Vater, wie so viele junge Männer, 1915 in den Krieg ziehen muss, steht plötzlich ein vierzehnjähriger Bursche vor Rosina. Dieser stellt sich als Alois, Sohn einer Sennerin vor. Rosina erschrickt, denn er sieht aus, als wäre er ihrem Mann aus dem Gesicht geschnitten. Warten noch weitere solch unliebsame Überraschungen auf Rosina?

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Personeninformation

Roswitha Gruber widmet sich der Schilderung starker Frauen mit außergewöhnlichen Lebensgeschichten. Für jeden ihrer Romane nähert sie sich in intensiven Gesprächen dem Schicksal ihrer Protagonistinnen an. Die Autorin lebt und arbeitet in Reit im Winkl.
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