Ihr sollt wissen, dass wir noch da sind

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Buchprofile - Rezension
Erfahrungsbericht der Tochter von zwei Holocaust-Überlebenden, die dem schrecklichen Schicksal ihrer Familienmitglieder akribisch nachspürt
Jahrzehnte nach dem Selbstmord ihres Vaters beginnt Esther Safran Foer, alles über die Erlebnisse ihrer aus der Ukraine stammenden und 1949 in die USA ausgewanderten jüdischen Familie in Erfahrung zu bringen. Doch ihre Mutter schweigt über die Vergangenheit. Nur einmal erwähnt sie, dass Esthers Vater schon einmal verheiratet war und eine Tochter hatte. Internetrecherchen, die Holocaust-Datenbank von Yad Vashem, aber auch das fiktive Buch ihres Sohnes Jonathan über das Schtetl Trachenbrod, in dem die erste Familie ihres Vaters gelebt hatte, führen sie zu ihren lebenden Verwandten überall auf der Welt, aber auch zu der Familie, die ihren Vater damals gerettet hatte. Esther reist an den Ort, an dem ihre Halbschwester mit deren Mutter und 5000 weiteren Juden brutal von den Nazis erschossen wurden. In diesem in der Ich-Form geschriebenen Buch beschreibt die Autorin die Gräuel, die ihren im Holocaust umgekommenen Verwandten widerfahren sind, aber auch den Schmerz der Überlebenden, die mit dem Verlust ihrer Familien weiterleben mussten. Dadurch, dass nicht nur sie selbst, sondern auch ihr Sohn sich mit dieser schrecklichen Vergangenheit beschäftigt, wird deutlich, dass dieser Schmerz über Generationen hinweg weitergetragen wird. - Ein beeindruckendes Leseerlebnis!
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Artikelbeschreibung

Dieses Buch ist ein kleiner Triumph über den Faschismus.

Esther Safran Foer ist die Mutter des Bestsellerautors Jonathan Safran Foer, der mit seinem weltweit gefeierten Debüt 'Alles ist erleuchtet' den Grundstein legte für dieses mutige Memoir. Sie begibt sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie, die in der schrecklichen Dunkelheit des Nationalsozialismus begraben wurde. Ein Buch gegen das Vergessen. Als Esthers Mutter beiläufig offenbart, dass ihr Mann eine frühere Frau und Tochter hatte, die beide im Holocaust ermordet wurden, beschließt Esther herauszufinden, wer sie waren und wie ihr Vater überlebt hat. Nur mit einem Schwarzweißfoto und einer handgezeichneten Karte reist sie zusammen mit ihrem Sohn in die heutige Ukraine, um das Shtetl zu finden, in dem sich ihr Vater während des Krieges versteckt hatte. Diese Reise wird ihr Leben für immer verändern und sie wird es Esther ermöglichen, endlich richtig zu trauern. Sie findet in der Ukraine tatsächlich die Nachfahren der Menschen, die ihren Vater versteckt hatten und erfährt sogar den Namen ihrer Halbschwester. Eine bewegende Geschichte von einer Frau auf der Suche nach ihrer Familie, aber auch von vier Generationen von Überlebenden, Geschichtenerzählern und Gedächtniswächtern, die entschlossen sind, nicht nur die Vergangenheit am Leben zu erhalten, sondern auch die Gegenwart mit Leben zu füllen.

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