Raumpatrouille

Geschichten
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Buchprofile - Rezension
Literarische Ausflüge in eine Kindheit der 1970er Jahre und in die Welt eines Jungen, dessen Vater Bundeskanzler in der damaligen Hauptstadt Bonn ist.
Mit seinem ersten Buch öffnet der Schauspieler Matthias Brandt Fenster in eine Welt, die wir zu kennen meinen. Aber der Blick fällt hinter die Fassaden einer konstruierten, abgeschotteten Erwachsenenwelt im Alltag der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Die Geschichten vom Hund Gabor, dem netten Nachbarn Herrn Lübke, dem Arbeitskollegen des Vaters, Herrn Wehner, und anderen kommen nicht ohne Komik daher, aber sie berühren auch in ihrer Tragik. Von der ersten Seite an ist die Einsamkeit des Jungen ebenso zu spüren wie die Langeweile. In dem weitläufigen Haus sucht er nach Abwechslung und Orientierung und stößt an Grenzen. Seine Sehnsucht nach Anerkennung und Beachtung wird fast immer enttäuscht. Die wenigen, innigen Moment der Nähe mit seinem Vater, dem Bundeskanzler, sind ebenso kostbar wie selten. Seine Tagträume und Versuche, 'groß' rauszukommen scheitern an der Realität. Aber er beobachtet sehr genau, lernt die Manöver der Erwachsenen zu durchschauen und zu taktieren. - Matthias Brandt versteht es, pointiert zu erzählen und lässt den Leser eintauchen in eine Welt kurzer und dennoch 'großer' Geschichten. Sehr lesenswert und zu empfehlen.
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Susanne Steufmehl empfiehlt:
Mit berührenden und humorvollen Geschichten „beamt“ der beliebte Schauspieler und Hörbuchsprecher seine Leser in die 70er Jahre zurück und erzählt von seiner Kindheit in Bonn, wo sein Vater Willy Brandt fünf Jahre lang Bundekanzler war. Kleine Episoden von langweiligen Nachmittagen in der unpersönlichen Kanzlervilla, Ausflügen in die Stadt und unterhaltsame Anekdoten über die „Kollegen“ seines Vaters lassen in den Kosmos der Bonner Republik eintauchen. Die nostalgisch angehauchte Zeitreise wird begleitet von Jens Thomas' kongenialem Soundtrack “Memory Boy“.
Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Streifzüge im Astronautenkostüm

Dieses Buch ist eine herrliche Überraschung: Matthias Brandt zeigt mit seinem literarischen Debüt, dass er nicht nur ein herausragender Schauspieler, sondern auch ein bemerkenswerter Autor ist.

Die Geschichten in Matthias Brandts erstem Buch sind literarische Reisen in einen Kosmos, den jeder kennt, der aber hier mit einem ganz besonderen Blick untersucht wird: der Kosmos der eigenen Kindheit. In diesem Fall einer Kindheit in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in einer kleinen Stadt am Rhein, die damals Bundeshauptstadt war. Einer Kindheit, die bevölkert ist von einem manchmal bissigen Hund namens Gabor, von Herrn Vianden, mysteriösen Postboten, verschreckten Nonnen, kriegsbeschädigten Religionslehrern, einem netten Herrn Lübke von nebenan, bei dem es Kakao gibt und dem langsam die Worte ausgehen. Es gibt einen kauzigen Arbeitskollegen des Vaters, Herrn Wehner, einen Hausmeister und sogar einen Chauffeur, da der Vater gerade Bundeskanzler ist. Erzählt wird von komplizierten Fahrradausflügen, schwer bewachten Jahrmarktsbesuchen, monströsen Fußballniederlagen, skurrilen Arztbesuchen und von explodierenden und ebenso schnell wieder verlöschenden Leidenschaften wie z.B. dem Briefmarkensammeln. Nicht zuletzt lesen wir von gleichermaßen geheimnisumwobenen wie geliebten Eltern und einer Kindheit, zu der neben dem Abenteuer und der Hochstapelei auch Phantasie, Gefahr und Einsamkeit gehören. Ein Buch, das man nicht vergessen wird.

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