Junge Frau mit Katze

Roman
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Buchprofile - Rezension
In ihrem zweiten autofiktionalen Roman zeigt die Autorin, wie ein rebellierender Körper der Protagonistin den Weg zur Schriftstellerin weist.
Die Ich-Erzählerin Ela hat gerade ihre Dissertation beendet und strebt eine wissenschaftliche Karriere an, da befallen sie allerlei Krankheiten, die sie davon abhalten, sich auf die Verteidigung ihrer Doktorarbeit vorzubereiten. Es beginnt mit einer Kehlkopfentzündung, Herz und Haut folgen. Sie befürchtet gar, dass ihr geliebter Kater Sir Wilson der Auslöser ihrer Allergien sein könnte. So verfolgt man als Leser:in die schier endlose Krankheitsgeschichte einer vermeintlichen Hypochonderin, bis sich in Kapitel acht (von zehn) eine Wende anbahnt. Das liest sich beileibe nicht so dröge, wie man glauben könnte. In lakonischem Ton erzählt Daniela Dröscher von Elas Odyssee und verteilt Seitenhiebe auf ein Gesundheitssystem mit meist männlichen Ärzten, die sie als Frau nicht ernst nehmen. Nebenbei bekommt man intertextuelle Querverweise, auch zu zwei anderen Romanen der Autorin: einmal über Elas Dissertationsthema auf „Die Lichter des George Psalmanazar“ von 2009, der gerade unter dem Titel "Der falsche Japaner" wieder aufgelegt wurde, und zum anderen zum Roman „Lügen über meine Mutter“ von 2022 (BP/mp 22/998), der es auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis geschafft hatte. "Junge Frau mit Katze" ist die lesenswerte autofiktionale Fortsetzung dieses Romans, der den literarischen Werdegang der Autorin beschreibt.
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Artikelbeschreibung

Alles ist schwierig, bevor es leicht wird: Daniela Dröscher erzählt so intensiv wie humorvoll von einer Frau, die endlich Verantwortung für das eigene Glück übernimmt.

Zeit ihres Lebens stand Ela wortwörtlich im Schatten ihrer Mutter. Deren dicker Körper, so die Überzeugung des Vaters, war für das Unglück der gesamen Familie verantwortlich. Nun ist Ela erwachsen und es ist ihr eigener, ihr kranker, Körper, der sie verzweifeln lässt. Kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion erlebt Ela einen Zusammenbruch. Während sie unbewusst mit der Frage ringt, ob sie ihren Platz in der akademischen Welt wirklich verdient hat, rebelliert ihr Körper: der Hals, das Herz, die Haut - Ela steht in Flammen und gerät in immer größere Panik.

So wie die Geschichte ihrer Mutter, der Daniela Dröscher ihren großen Romanerfolg »Lügen über meine Mutter« gewidmet hat, ist auch Elas späte Selbstfindung und Selbstermächtigung meisterhaft autofiktional konstruiert, psychologisch mitreißend und hinreißend komisch.

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Personeninformation

Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. Promotion im Fach Medienwissenschaft an der Universität Potsdam sowie ein Diplom in »Szenischem Schreiben« an der Universität Graz. Ihr Romandebüt »Die Lichter des George Psalmanazar« erschien 2009, es folgten der Erzählband »Gloria« (2010) und der Roman »Pola« (2012) sowie das Memoir »Zeige deine Klasse« (2018). Sie wurde u.a. mit dem Anna Seghers-Preis, dem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds sowie dem Robert-Gernhardt-Preis (2017) ausgezeichnet. Der Roman »Lügen über meine Mutter« (2022) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und ist bald im Kino zu sehen.

Pressestimmen

»hinreißend lakonisch geschrieben« Dora Heldt Dora Heldt trifft 20260108
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