Die Shitstorm-Republik

Wie Hass im Netz entsteht und was wir dagegen tun können
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Buchprofile - Rezension
Blick auf die Schattenseiten des Internets und die Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Hetze und Hass gehören zu den unangenehmen Erscheinungen der Online-Welt. Die Journalistin untersucht am Beispiel des ermordeten hessischen Politikers Walter Lübcke, welche Dimensionen die unter dem Deckmantel einer scheinbaren Anonymität auftauchenden (Hass-) Kommentare angenommen haben. Beleidigungen und Drohungen haben bedrohliche Ausmaße angenommen und werden - getriggert durch Begriffe und "Reizwörter" - zu einem unfassbaren "Shitstorm", der jeglichen Respekt vor dem anderen vermissen lässt. Diekmann beschreibt, auch aus eigener Erfahrung, wie es dazu kommt, welche Rolle Gesellschaft, Politik und Presse haben und was man dagegen tun könnte und kann. Ein informativer und wichtiger Beitrag für alle Büchereien, der vor dem Titel von I. Brodnig "Hass im Netz" (s. BP/mp 16/924) empfohlen wird.
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Hannah Schiele empfiehlt:

Nicole Diekmann ist Journalistin und Hauptstadtkorrespondentin beim ZDF. Allein aufgrund dieser Funktion, weibliche Angestellte bei den Öffentlich-Rechtlichen, hat sie mit ihren Accounts in den Sozialen Medien eine exponierte Stelle und wurde so schon selbst Opfer von sogenannten Shitstorms, die online auf sie hereingebrochen sind. Shitstorms könnte man im Deutschen auch Empörungswellen nennen. Dabei handelt es sich um negative bis hin zu beleidigender Kritik im Netz, die auch häufig in Drohungen endet. Genau von solchen Shitstorms, wie sie entstehen, wer dahintersteckt, was sie bezwecken sollen, was sie mit den Opfern machen, wie Politik und Gesetz mit ihnen umgehen und wie wir damit umgehen sollten, davon handelt Diekmanns Buch. Es ist ein sehr offenes Buch, das gleich sehr drastisch mit einem von Diekmanns persönlichen Shitstorm startet. Da WhatsApp, Facebook, Twitter, Telegram, YouTube, Instagram usw. längst zu unserem Alltag gehören, hilft es aber auch nichts, Dinge zu beschönigen oder zu verschweigen. Shitstorms betreffen nicht nur Politiker:innen und Personen des öffentlichen Lebens sondern treten auch in kleineren privaten Kreisen auf, können also jede:n Teilnehmer:in der sozialen Medien treffen und damit auch Auswirkungen auf das reale Leben haben. Nicole Diekmanns Motivation für das Buch war es, aufzuklären. Dies gelingt ihr auf sehr erschütternde Weise, was das Buch aber eben zu einer so wichtigen Lektüre macht.

Hannah Schiele, Teamleitung Buchhandlung

Artikelbeschreibung

Im Auge des Zorns.

Seit dem kaltblütigen Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke durch einen Neonazi im Sommer 2019 ist klar: Die Sozialen Netzwerke sind brandgefährlich - ob wir sie nutzen oder nicht. Der Hass und die Hetze von dort schwappen längst über in unseren Alltag. Was können wir dagegen tun? Ende 2019 erlebt der WDR einen riesigen Shitstorm - wegen eines umgedichteten Kinderlieds in einer Satiresendung im Radio (Omagate). Wer steckt hinter solchen Kampagnen? Wie werden sie inszeniert? Welche Ziele sollen damit erreicht werden? Und was muss getan werden, damit Einschüchterung und Gewalt keine Chance mehr haben? Nicole Diekmann zeigt in diesem Buch, wie Politik und Journalismus dazu beigetragen haben, dass Facebook, Twitter & Co, kaum etwas gegen den Mob unternehmen, der das Netz mit Hass flutet. Sie schildert, wie sich ein enorm brutaler Shitstorm am eigenen Leib anfühlt, warum die Öffentlichkeit die Netzwerke noch immer unterschätzt, wie die Tech-Riesen ungehemmt Profit daraus schlagen - und welche Wege aus diesem riskanten Dilemma herausführen.

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