Die Schwestern von Krakau

Roman
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Buchprofile - Rezension
Berührende fiktionale deutsch-polnische Familiengeschichte.
Seit Polen von Deutschland besetzt ist, ist der Alltag auch für die Volksdeutschen belastend geworden. Zwar kann der Arzt Rigobert Wagner in Krakau nach wie vor praktizieren, aber das Leben ist schwieriger geworden. Ehefrau Käthe besteht auf Einhaltung der großbürgerlichen Normen; die Töchter Helene und Lilo opponieren mehr oder weniger gegen das Diktat der Eltern. Helene ist schon 1936 heimlich mit ihrer großen Liebe Samuel nach Paris entflohen. Lilo ist nach wie vor zu Hause, arbeitet aber im Ghetto in einer Apotheke als Laborantin. Es ist 1941 und die jüdische Bevölkerung wird mehr und mehr dezimiert. Aber es gibt Widerstand und die Apotheke ist ein zentraler Punkt für die jüdischen Aufständischen. Lilo bringt sich ein, indem sie Botengänge für die Widerständler erledigt. Als wieder einmal eine großangelegte Razzia stattfindet, werden die Anführer Gusta und Marek gefangengenommen. Gusta kann entkommen und versteckt sich mit Hilfe von Lotte im Haus Wagner, bis sie aus der Stadt fliehen kann. Lottes Mutter ist unterdessen gestorben und ihr Vater wegen seiner Demenz nicht mehr zurechnungsfähig. 1943 kommt er ums Leben. Lilo hält es nun nicht mehr in Krakau; sie zieht nach Stuttgart zu Verwandten. Die Nachkommen von Lotte und auch von Helene in Paris erfahren nach und nach von der komplizierten Familiengeschichte. Der Roman ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt. Es gibt ständige Wechsel zwischen der Kriegszeit und den Jahren nach 1989. Erzählt wird aus der Perspektive der unterschiedlichen Protagonisten in flüssiger, verständlicher Sprache. Es ist eine gelungene Mischung aus historischen Fakten und Fiktion. Die emotionale, gelegentlich etwas arg pathetische Geschichte ist gut recherchiert und auch eine Liebeserklärung an die Stadt Krakau. Ein Roman, der ganz sicher gut einsetzbar ist.
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Artikelbeschreibung

Als Édiths Vater Simon Mercier 2016 in Paris stirbt, erfährt die 53-Jährige völlig überraschend von ihren deutsch-polnischen Wurzeln. Anscheinend war Simon ein angenommenes Kind, dessen jüdischer Vater Opfer der großen Razzia im Juli 1942 wurde. Doch wie ist Simon in die Familie Mercier gekommen und was geschah mit Simons Mutter Helene? Als Édith ihre Cousine Tatjana in der Nähe von Stuttgart ausfindig macht, suchen die Frauen gemeinsam nach Antworten und beginnen, ein jahrzehntelanges Schweigen zu durchbrechen. Wie hat Helenes Schwester, Tatjanas Großmutter Lilo, damals im von Deutschen besetzten Polen gelebt? In Krakau stoßen sie auf eine Apotheke, die nicht nur für Lilo eine zentrale Rolle gespielt hat, sondern auch für den jüdischen Widerstand.

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Personeninformation

Bettina Storks, geboren bei Stuttgart, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Autorin. Sie war viele Jahre als Redakteurin tätig, bevor sie ihr erstes Buch veröffentlichte. Die Leidenschaft für Familiengeheimnisse und die Faszination für die deutsch-französische Geschichte hat Bettina Storks immer wieder in ihren Romanen vereint. Mit »Die Schwestern von Krakau« widmet sie sich zum ersten Mal der deutsch-polnischen Vergangenheit, die in ihrer Biografie eine große Rolle spielt. Die Autorin lebt und arbeitet am Bodensee.

Pressestimmen

»[Bettina Storks] erobert die Bestsellerlisten, weil sie aus einem Segment, das von Austauschbarkeit lebt, herausragt mit Qualität, Komplexität und Bewandtheit, aber auch mit einem Anliegen.« Matthias Mayer, Buchmarkt
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