Alte Formeln - lebendiger Glaube

Das Glaubensbekenntnis ausgelegt für die Gegenwart
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Buchprofile - Rezension
Moderner Deutungsversuch unseres ältesten christlichen Glaubensbekenntnisses.
Dies ist ein komplexes, ja kompliziertes philosophisch-theologisches "Lehrwerk" und im Kern doch ein individueller, einsichtiger Deutungsversuch unseres ältesten christlichen Glaubensbekenntnisses. Ersteres, da es sich gedanklich wie sprachlich auf einem höchst intellektuellen Niveau bewegt - zweiteres, da es schlüssig konzipiert wie strukturiert ist, allerdings doppelt gefächert: Reichhaltige Vor- und Nachworte zur Erläuterung und die. eig. Interpretation des Autors (Prof. für Fundamentaltheologie in Freiburg). Der thematisch dreifache Schritt: Schöpfung - Inkarnation - Zukunft (entsprechend dem trinitarischen Aufbau des einfacheren, sog. ´apostolischen Bekenntnisses" aus den Taufformeln der frühen Kirche) ist eingebettet in eine intensive doppelte Auseinandersetzung mit dem Hintergrund und der Geschichte des Credos unter dem Aspekt der kritischen Theologen seit den Kirchenvätern, Augustinus bis zu Thomas, Kant, Nietzsche - ein besonderes Gewicht liegt auf der gegenwärtige Diskussion über Weltbild, Aussagekraft und Wert der alten Dogmen. Äußerer Anlass ist ja das Jubiläum "1700 Jahre Nikaia", wo 300 Bischöfe mit Kaiser Konstantin in hartem Ringen die "nizänisch-konstantinopolitanische" Glaubenssatzung fixiert haben. Dies sog. Große Credo bot immer auch Grund zu Neuauslegung und scharfer Kritik - Schlüsselfigur dabei ist für den produktiven Professor ein em. Kollege, der katholische Skeptiker Hans Blumenberg. Umrahmt wird diese Interpretation durch ausführliche Einleitungen (Absichtserklärung, Deutungsalternativen samt Lesehilfen) und - statt wiss. Fußnoten - sog. Endnoten mit intensiver Würdigung und variablen Verständnishilfen zu allen Quellentexten. - Eine anstrengende, hochgelehrte Argumentation für theologisch Vorgebildete.
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Artikelbeschreibung

Magnus Striet nimmt das Jubiläumsjahr 2025, 1700 Jahre Konzil von Nizäa, zum Anlass, dessen Glaubensbekenntnis für die Gegenwart neu zu erschließen, gehört dieses Konzil doch zu den wichtigsten der Christentumsgeschichte. Nach heftigen Debatten im Vorfeld hatte man sich darauf verständigt, die Wesensgleichheit Jesu mit dem Vater zu betonen. Eingang gefunden hat diese Aussage in das große Glaubensbekenntnis der Kirche. Hier ist von noch ganz anderem die Rede: Von einer Schöpfung aus dem Nichts, von einer Auferstehung der Toten, von einem Christus, der wiederkommen wird zu richten die Lebenden und die Toten.
Striet geht es wesentlich um die Herausforderungen der heutigen Zeit, in seinen Auslegungen geht er in das Gespräch mit dem gegenwärtigen melancholischen Agnostizismus: Kann man ernsthaft noch diese alten Formeln sprechen angesichts eines völlig veränderten Weltbildes und gravierender historischer Erfahrungen? Der Autor meint ja, auch wenn der Zweifel bleibt.

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Personeninformation

Magnus Striet, geb. 1964, Dr. theol., Professor für Fundamentaltheologie und Philosophische Anthropologie der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg.

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