Dr. No

Roman
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Buchprofile - Rezension
Satirischer Spionageroman, in dem das "Nichts" gestohlen werden soll.
Bei diesem Satire-Thriller von Percival Everett heuert ein superreicher Multimilliardär ein Mathematik-Genie an, um mit dessen Hilfe etwas sehr Mächtiges zu stehlen. Mit dieser Macht möchte der technikverliebte Superschurke die Welt erpressen. Soweit so normal im Thriller-Genre, insbesondere wenn die Anlehnungen an James Bond-Filme und -Bücher schon im Buchtitel "Dr. No" offensichtlich werden. Allerdings ist der neueste Roman des Pulitzer-Preisträgers kein gewöhnlicher Thriller-Roman. Denn der Bösewicht John Sill möchte das Nichts stehlen und bittet mit Wala Kitu einen autistischen Mathematikprofessor, der in seinen Träumen mit seinem einbeinigen Hund spricht, um Hilfe. Wie die Null in der Mathematik ist das Nichts nicht nichts. – Zwar erinnern die Schauplätze wie Fort Knox oder das Weltall an diverse James Bond Streifen, die Dialoge oder die Handlungen haben jedoch nichts mit dem üblichen Geschehen zu tun. Überdies sind alle Protagonisten People of Colour und Anspielungen auf die aktuelle Macht von diversen Milliardären in den USA gibt es zur Genüge. So wird beispielsweise von dem "orangenen Arsch" (S. 247) in Anlehnung an Präsident Donald Trump gesprochen. All dies macht den Roman zu einer sehr unterhaltsamen Satire auf die aktuellen Verhältnisse in den USA. Auch wenn die vielen Anspielungen auf mathematische Probleme sowie die Schwierigkeiten im christlichen Verständnis mit den philosophischen Ansichten des Nihilismus, die Leser:innen durchaus (über-)fordern. Sich das Nichts vorzustellen, ist als Mensch und insbesondere als Christ vermutlich unmöglich. So ist der Roman sicher nichts für alle Leser:innen.
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Artikelbeschreibung

Nach dem Welterfolg von »James« der neue Roman von Pulitzer-Preisträger Percival Everett - ein satirischer Seitenhieb auf die USA und ihre seltsamen MilliardäreEin brillantes Kabinettstück mit Schurken à la James Bond: Dr. No ist ein renommierter Professor für Mathematik an der Brown University, Experte für das Nichts. Das macht ihn zum perfekten Berater für den Schwarzen Milliardär John Sill. Dieser will einen in Fort Knox bewahrten Schuhkarton knacken, in dem sich angeblich »nichts« befindet. Denn wer das Nichts kontrolliert, soll die Weltherrschaft an sich reißen können - und Sill sinnt wegen der jahrhundertelangen Ungerechtigkeit der Weißen auf Rache. Percival Everett hat einen hinreißenden Spionageroman und einen satirischen Seitenhieb auf Ethnie und Macht in den USA geschrieben.

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Personeninformation

Percival Everett, geboren 1956 in Fort Gordon/Georgia, ist Schriftsteller und Professor für Englisch an der University of Southern California in Los Angeles. Er hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Lyrikbände veröffentlicht. Dafür wurde er vielfach ausgezeichnet. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane »Erschütterung« (2022), »Die Bäume« (2023) sein Roman »James« (2024), für den er den National Book Award und den Pulitzer-Preis für Belletristik erhielt, sowie seine brillante Satire »Dr. No« (2025). Im Hanser-Taschenbuch ist »Ausradiert« (2026) erschienen. Nikolaus Stingl, 1952 geboren, übersetzte u. a. William H. Gass, Ben Lerner, Thomas Pynchon, Colson Whitehead und Emma Cline und wurde mit mehreren wichtigen Übersetzerpreisen ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Ohne diesen Roman ist alles nichts!« Denis Scheck, Druckfrisch, 24.08.25 »'Dr. No' ist eine Persiflage auf James Bond und eine philosophische Variation aller denkbaren Formen der Negation. Ein intellektuelles Abenteuer.« Sebastian Hammelehle, Jurybegründung SPIEGEL Buchpreis 2025 Top 20 »'Dr. No' ist grotesk-absurde Satire, philosophischer Exkurs, Sozialkritik, Parodie und sprachliches Virtuosenstück voller Wortspielereien. Niemand schreibt besser und unterhaltsamer über nichts.« Dagmar Kaindl, Buchkultur, 22.08.25 »Wie in den USA der Gegenwart geht es in diesem Roman um alles oder nichts. Ein veritables Lesevergnügen.« Thomas Hummitzsch, Rolling Stones, 08/2025 »Eine herrlich abgründige Spionage-Satire. 'Dr. No' ist ein gewagtes Experiment. Nur einem Könner wie Percival Everett ist es vergönnt, auf derart unterhaltsame Weise davon zu erzählen.« Sandra Kegel, FAZ, 16.08.25 »Eine Satire über die Wunden der Geschichte und den Irrsinn der Gegenwart. Everett schreibt gesellschaftspolitisch relevante Romane, die mit ihren rasanten Plots und schneidigem Humor bestens unterhalten.« Maximilian Mengeringhaus, DLF Kultur, Lesart, 19.09.25 »Ein großes Lesevergnügen. Percival Everett ist der große Spieler der amerikanischen Literatur. Virtuos kann er Stile nachahmen und Ideen parodieren.« Paul Jandl, NZZ, 15.09.25 "Kunstvoll, liebevoll, unterhaltsam: Ein Roman, der in seinen verspielten Einfällen und eleganten Brückenschlägen viel Spaß macht und davon erzählt, was die Welt und ihre gesellschaftlichen Vereinbarungen derzeit massiv ins Wanken bringt: moralischer Nihilismus, Chuzpe, Männer mit zu viel Geld." Christoph Schröder, Deutschlandfunk, Büchermarkt, 17.08.25 »Man kann diesen dadaistischen Anti-Krimi als Kritik an der amerikanischen Gesellschaft lesen und sich trotzdem köstlich amüsieren. Die absurde Bond-Satire 'Dr. No' ist zum Brüllen komisch.« Frank Heer, NZZ am Sonntag, 28.09.25 »Ein echter Nerdroman. Philosophische Gedanken und mathematische Exkurse fügen sich in einen Schurken-Plot ein.« Eva Behrendt, taz, 20.09.25 »Ein schön verrücktes Buch, das die Mittel der Satire aufbietet, um den desaströsen Zustand der USA zu erfassen.« Mario Scalla, SR, 23.08.25 »Everett spielt virtuos mit philosophischen Theoremen und mit dem Genre des Agentenromans. 'Dr. No' ist aber auch eine Parabel auf Machtverhältnisse und eine Gesellschaft, die von Gier und der Gewissheit angetrieben wird, dass es für alles eine Lösung gibt. Nichts wird als zentrale Leerstelle zur Projektionsfläche für Wünsche und Ängste, Macht- und Rachephantasien.« Jörg Magenau, rbb, radio3, 19.08.25 »Allein die verschiedenen Formen des Humors - vom Wortspiel bis zu Slapstickszenen - lohnen die Lektüre allemal. Und wer ein Auge dafür hat, bemerkt auch hier die tiefe Furche, die der Rassismus durch das Werk Everetts gezogen hat.« Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 13.09.25
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