Die Holländerinnen

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2025
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Buchprofile - Rezension
Reise ins Herz der Finsternis: Dorothea Elmigers postapokalyptischer Dschungelroman.
Eine „bedeutende Erzählerin“ ist die Hauptfigur in Dorothee Elmigers Roman. Sie ist jemand, die etwas zu erzählen hat. Das tut sie im Rahmen einer Poetikvorlesung, irgendwo in einer europäischen Metropole. Das Publikum, in das wir als Lesende eingeschlossen sind, erfährt von höchst merkwürdigen Begebenheiten. Die Erzählerin sei vor drei Jahren unvermittelt von einem Theatermacher angerufen und eingeladen worden, an einem Projekt teilzunehmen. Dieses Vorhaben, das Rekonstruktion oder große Wiederholung genannt wird, ist nirgends genauer erklärt, auch nicht, ob es überhaupt für eine Bühne taugt. Dafür wird ausladend und einfädelnd erzählt: von der stationenreichen Reise der Erzählerin nach Südamerika und dann auf eine dicht beurwaldete Insel, von ihren Gesprächen dort mit den Mitgliedern des international und multikulturell zusammengewürfelten Ensembles, von den Geschichten, die die Mitspielenden erzählen oder zu hören bekommen: von Ziegen und Pferden, unglücklichen Ehen und Liebestragödien, von rätselhaften Holländerinnen, zwei Frauen, die im Dschungel verschollen sind, von den Dingen, die von ihnen bleiben, etwa Bilder. Doch auch die stiften keine Aufklärung. Beherrschend sind atmosphärische Zeichen, emotionale Irritationen, räumliche Verlagerungen, visuelle Täuschungen und Mutationen. Gerade diese Lücken im Erzähl-Flow lösen ein Unbehagen an solchen Geschichten aus, die auf den Tod zielen. Es wird an Philosophen erinnert, an Walter Benjamin zum Beispiel, der die Leser:innen zum Roman gezogen sieht, weil er darauf hoffe, sein „fröstelndes Leben“ an dem Tod, von dem er lese, zu wärmen. Unheimlich und doch faszinierend ist diese Story, die an Werner Herzogs Filme und an Joseph Conrads Romane erinnert: eine Reise ins Herz der Finsternis, ein Kampf zwischen Karneval und Fasten, Euphorie und Trauer. Spannend und düster erzählt. (Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2025)
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Artikelbeschreibung

Dorothee Elmigers bildgewaltiger Roman - eine mitreißende Erfahrung. Wer diesen Text betritt, fällt in den Abgrund unserer Welt und blickt mit aufgerissenen Augen in die Finsternis. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis, dem Schweizer Buchpreis und dem Bayerischen Buchpreis 2025Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter Theatermacher, der sie für sein neuestes Vorhaben zu gewinnen versucht - ein in den Tropen angesiedeltes Stück, die Rekonstruktion eines Falls. Wenige Wochen später bricht sie auf, um sich der Theatergruppe auf ihrem Gang ins tiefe Innere des Urwalds anzuschließen. Dorothee Elmiger erzählt eine beunruhigende Geschichte von Menschen und Monstren, von Furcht und Gewalt, von der Verlorenheit im Universum und vom Versagen der Erzählungen.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Dorothee Elmiger, geboren 1985 in der Schweiz, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihre Bücher »Einladung an die Waghalsigen« (2010), »Schlafgänger« (2014) und »Aus der Zuckerfabrik« (2020) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für die Bühne adaptiert und vielfach ausgezeichnet. Ihr Roman »Die Holländerinnen« erhielt 2025 den Deutschen Buchpreis, den Bayerischen Buchpreis und den Schweizer Buchpreis.

Pressestimmen

»Der beste Roman dieses Bücherherbstes.« Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.07.25 »Ein hypnotischer, dichter Roman, der seine Geheimnisse erst nach und nach preisgibt. In 'Die Holländerinnen' entpuppt sich Dorothee Elmiger als eine Meisterin des Unheimlichen.« Kais Harrabi, MDR, Kultur erleben, 20.08.25 »Wenn man das Buch liest, wird man wie von einer unsichtbaren Hand in das Dickicht gezogen. Literarisch großes Kino.« Simon Leuthold, SRF Kultur, 19.08.25 »Ein Roman, in dem sich zu verlieren großes intellektuelles Vergnügen bereitet.« Julia Hubernagel, taz, 16.08.25 »'Die Holländerinnen' zeigt, wie man aus großer alter Literatur große neue Literatur macht. Diese Lektüre lässt nicht mehr los.« Andreas Platthaus, FAZ, 03.09. »Eine Ausnahmeautorin. Einer der aufregendsten Titel in diesem Herbst.« Nora Zukker, Tages-Anzeiger, 30.09.25 »Ein großartiger Roman über die Frage, wie Wirklichkeit in Sprache gefasst werden kann.« Katharina Borchardt, SWR Kultur, 26.09.25 »Ein staunenswerter Roman.« Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 24.08.25 »Spannend, abwechslungsreich, klug, souverän Literatur und Kunst zitierend, immer um die Kernfrage kreisend: Wie kann Erzählen gelingen? Die Autorin schreibt auf höchstem Niveau gegen die von ihrer Romanfigur verkündete Unmöglichkeit an - und rettet damit vielleicht nicht ihre Figur, sicher aber die Literatur.« Carsten Hueck, DLF, 06.09.25 »Elmiger spielt mit der Verunsicherung zwischen Fakt und Fiktion, was besonders sprachlich durch die indirekte Rede verstärkt wird. Es entsteht 'ein narratologischer Teufelskreis' - wie ihn die Erzählerin selbst bezeichnet - der nachhaltig begeistert.« Susanne Hofinger, ORF, ex Libris, 21.09.25 »Dorothee Elmiger lässt einen ganz und gar eigenwilligen, in seiner Fülle geradezu betörenden Text-Raum entstehen. Sich darin zu verlieren ist ein großes Lesevergnügen.« Andrea Gerk, WDR3, Westart, 29.08.25 »Eine vielschichtige Meditation über die (Ohn-)Macht des Erzählens. Elmiger hat mit ihrem aktuellen Roman ihr bislang smartestes Werk geschrieben.« Anja Kümmel, Tagesspiegel, 01.09.25 »Elmigers schmaler, großer Roman erzählt lebhaft vom Unerzählbaren.« Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 20.08.25
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