Die Unterwerfung

Anfang und Ende der menschlichen Herrschaft über die Natur
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Buchprofile - Rezension
Nichts weniger als das Ende der menschlichen Herrschaft über die Natur fordert der Journalist und Historiker Philipp Blom.
Das geschichtsphilosophisch anmutende Werk beschreibt das Verhältnis des Menschen zur Natur als "Wahn der Unterwerfung", der sich seit fast 7.000 Jahren manifestiere. Ob transzendent verortete Religion, philosophische Schule oder die Ideologien der Moderne, überall fände diese maximale Ausbeutung der Welt eine geistig-intellektuelle Rechtfertigung. Der Klimawandel sei eine letzte Möglichkeit zur Umkehr. Die Lösung liegt für den Autor jenseits klassischen wissenschaftlichen Denkens, in einem Verständnis der belebten Welt als Organismus, vielgliedrig und dabei fein vernetzt, der versucht sein Überleben sicherzustellen. Darum begreift der Autor den Menschen auch nicht als "Krone der Schöpfung", sondern als Zufallsprodukt der Evolution, somit eine Lebensform ohne Sonderstatus. Philip Blom ist sicher einer der Gebildeten unter den Verächtern jedweden religiösen Glaubens. Der leidenschaftliche Atheist wagt sich an ein Projekt, das zwangsläufig Lücken und doch auch Längen haben muss. Beeindruckend bleibt der Detailreichtum des Werks, das Aspekte aus Geschichte, Philosophie, Religion und einem halben Dutzend weiterer Wissenschaften zu verknüpfen weiß. Die Grundfrage des Buchs, wie der Mensch auf die ihn umgebende Natur Acht gibt, ist aller Ehren wert. Allerdings wirkt die fundamentalistisch anmutende Kritik am christlichen Menschenbild als Gottes Ebenbild und darum aus der Schöpfung herausgehoben hochmütig, stellenweise sarkastisch. Bedingt empfohlen für Büchereien, die bewusst "Sparringsliteratur" für die Auseinandersetzung mit modernen Erscheinungsformen eines Naturglaubens anbieten möchten.
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Artikelbeschreibung

»Macht euch die Erde untertan« - Philipp Bloms Universalgeschichte der Unterwerfung der Natur »Macht euch die Erde untertan«: Vor rund 3000 Jahren legte der Autor der Genesis seinem Schöpfer diesen Satz in den Mund. Damit war die Idee geboren, dass der Mensch eine Sonderstellung auf der Erde einnimmt und deren Ressourcen rücksichtslos ausbeuten darf. Sie war so stark, dass sie sich über den ganzen Planeten verbreitete. Wer sich ihr widersetzte, bekam es mit Kolonisatoren und Geschäftemachern zu tun, die sich auf angeblich höhere Werte beriefen. In seiner Universalgeschichte der Umwelt erzählt Philipp Blom die Geschichte der Unterwerfung der Natur, deren Konsequenzen die Menschheit heute an den Rand des Abgrunds führt. Nur wenn sie sich von dem Wahn befreit, über der Natur zu stehen, bleibt ihr die Chance, zu überleben.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Philipp Blom, geboren 1970, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. das Stipendium am Getty Research Institute in Los Angeles, den Premis Internacionals Terenci Moix und den NDR Kultur Sachbuchpreis und den Lessing-Pres für Kritik (2026). Bei Hanser erschienen u. a. »Die Welt aus den Angeln« (2017), »Was auf dem Spiel steht« (2017), »Die Unterwerfung« (2022) und »Hoffnung« (2024). philipp-blom.eu.

Pressestimmen

"Spannend zu lesende Seiten ... auf gelehrte und anregende Weise geschrieben." Günther Kaindlstorfer, BR2 Diwan, 15.02.23 "Seine Spurensuche fördert viel Bekanntes zutage, doch wie er seine vielen Fundstückezusammenfügt und hinterfragt, Wichtiges nie kursorisch abhandelt, sondern seine Fährte am Konkreten und manchmal scheinbar Abseitigen entlang stringent weiter legt und dabei vorallem Erzähler bleibt, macht das Buch zu einer augenöffnenden Reise." Petra Ahne; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.23 "Philipp Blom arbeitet die Doppelmoral des westlichen Denkens eindrücklich heraus, dessen Logik der Macht sich weder vom christlichen Gebot der Brüderlichkeit noch von der aufklärerischen Forderung nach Freiheit und Gleichheit davon abhalten liess, die eigene Überlegenheit als gottgegeben zu betrachten. Im Gegenteil, er zeigt, mit welcher Nonchalance es der Aufklärung gelang, die theologische Konzeption der Ausnahmerolle des Menschen als 'Herrn der Welt" rational zu begründen." Thomas Ribi, Neue Zürcher Zeitung, 23.12.22 "Es gehört zu Bloms Ausführungen ganz wesentlich, und übrigens ohne lästige Samthandschuhe, den Menschen mit seiner eigenen Hybris zu konfrontieren. Um ihn dann, eher elegant als brachial, vom Thron zu stürzen und ihm seinen tatsächlichen Platz zuzuweisen." Sylvie-Sophie Schindler, Der Freitag, 21.10.22 "Das Buch bietet eine hochinteressante und aufschlussreiche Lektüre (...) Faszinierend und vielfältig." Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk Andruck, 17.10.22 "Mit perfektem Timing legt er nicht nur eine wohlformulierte Erklärung für die dräuende Umweltkatastrophe vor, sondern liefert wohlinformiert auch den möglichen Ausweg ... Es bringt einerseits die Stimmungslage auf den Punkt, resümiert die sozialwissenschaftliche Diskussion und komprimiert die Geschichte des westlichen Philosophiediskurses zum Verhältnis von Mensch und Umwelt. Nebenher betreibt der Autor auch noch etwas politische Ökonomie, Stichwort Kapitalismus. Das ist viel und lehrreich. ... Man liest das Buch mit Gewinn." Urs Hafner, NZZ am Sonntag, 25.9.22
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