Von den Deutschen lernen

Wie Gesellschaften mit dem Bösen in ihrer Geschichte umgehen können
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Buchprofile - Rezension
Appell zum richtigen Umgang mit dem Bösen der eigenen Vergangenheit, um aus dieser klug für die Zukunft zu lernen.
Die US-amerikanische Philosophieprofessorin Susan Neiman übernahm im Jahr 2000 die Leitung des Einstein Forums in Potsdam. Aufgewachsen ist sie in den Südstaaten der USA, wo das Erbe der Sklaverei bis heute die Gegenwart bestimmt. Als Grenzgängerin zwischen den Kulturen, Nationen und Religionen und geschockt von verschiedenen politischen Ereignissen in den letzten Jahren - wie durch das Agieren der USA seit dem Amtsantritt von Donald Trump - sowie den beträchtlichen Wahlerfolgen der deutschen AfD analysiert Neiman feinfühlig und facettenreich den Umgang mit der eigenen Geschichte. Ihre Kernfrage ist (leider) heute wieder besonders aktuell, wie sollen Gesellschaften mit dem Bösen und Negativem in der eigenen Vergangenheit richtig umgehen? Dabei sieht sie kein einheitliches Konzept als Lösungsansatz und auch keine nationalen Landesgrenzen. Neiman fordert ein wachsames Voneinander-Lernen mit Reflektion und Respekt. Eine Verleugnung der Fakten ist mit Vehemenz zu begegnen. Wesentlicher Faktor im kritischen Diskurs ist sicherlich auch der zeitliche Abstand. Ein beeindruckendes und umfangreiches Werk mit einem enthusiastischem Appell, dass sowohl die europäischen wie auch globalen Werte mit klugen Inhalten zu füllen sind. Um dies zu erreichen, ist die Vergangenheitsbewältigung heute als Basis für die fundierte Zukunftsgestaltung notwendig. Für einen gesellschaftlich interessierten Leserkreis lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Deutschland als Vorbild? Susan Neiman vergleicht den deutschen und den amerikanischen Umgang mit dem Erbe der eigenen Geschichte.Wie können Gesellschaften mit dem Bösen der eigenen Geschichte umgehen? Lässt sich - politisch gesehen - etwas von den Deutschen lernen? Als Susan Neiman, eine junge jüdische Amerikanerin, in den achtziger Jahren ausgerechnet nach Berlin zog, war das für viele in ihrem Umfeld nicht nachvollziehbar. Doch sie blieb in Berlin und erlebte hier, wie die Deutschen sich ernsthaft mit den eigenen Verbrechen auseinandersetzten: im Westen wie im Osten, wenn auch auf unterschiedliche Weise. Als dann mit Donald Trump ein Mann Präsident der USA wurde, der dem Rassismus neuen Aufschwung verschaffte, beschloss sie, dorthin zurückzukehren, wo sie aufgewachsen war: in die amerikanischen Südstaaten, wo das Erbe der Sklaverei noch immer die Gegenwart bestimmt. Susan Neiman verknüpft persönliche Porträts mit philosophischer Reflexion und fragt: Wie sollten Gesellschaften mit dem Bösen der eigenen Geschichte umgehen?

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