Beethoven

Akkord der Welt. Biografie
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Buchprofile - Rezension
Kaleidoskopische Darstellung von Leben und Wirkung des Komponisten.
Der profilierte Musikhistoriker Matthias Henke verfasst seinen Beitrag zum Beethoven-Jahr als kaleidoskopisch aufgebaute Biografie, in der das Leben des Komponisten nicht in einem Zug erzählt und sein Schaffen nicht nach Entwicklungs- und Bedeutungsgehalt gewichtet ist. Das Bild des Komponisten entsteht, wie der Untertitel anzeigt, als "Akkord" aus vielen Kapiteln, die teils essayistisch, teils biografisch erzählend Persönlichkeit und Lebensumstände in gut lesbarer Form darstellen. Dass Henke die biografische Entwicklung in fünf Schritte teilt (darin folgt er J. Caeyers Biografie (in diesem Heft)), verleiht dem Buch eine Grundstruktur in einer sonst eher losen Folge von Betrachtungen etwa zum Verhältnis zu Musikverlegern, zu Adel und der Rezeptionsgeschichte Beethovens in Film, Werbung und Videospiel. Unter den Werken werden auch kleinere, wie das Trio op.1 oder die Kantate zum Tod Joseph II. eingehend behandelt, während von den Hauptwerken nur (entstehungsgeschichtlich) der Fidelio und die Missa Solemnis breiteren Raum einnehmen. Eine Gewichtung von kammermusikalischer und symphonischer Bedeutung Beethovens findet nicht statt. - Das Spielerische, gepaart mit profunder Kenntnis von Musikgeschichte und Person Beethovens machen das Buch reizvoll. Unter der Fülle der Beethoven-Biografien des Jubiläumsjahres ist der Beitrag Henkes lesenswert, wenn auch nicht gänzlich erschöpfend, weil es ihm an gedrängter Darstellung musikhistorischer Eigenart und biografischer Geschlossenheit mangelt. Empfohlen für alle Bestände, die zum Beethoven-Jahr die Leser an den Klassiker heranführen wollen.
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Artikelbeschreibung

Zum 250. Geburtstag: Matthias Henke zeichnet in seiner Biografie das Bild von Ludwig van Beethoven neu - frei von Idealisierung, in den Spannungen zwischen Bonn und Wien.Heros, Revolutionär, nationales Idol: Ludwig van Beethoven musste in der Vergangenheit Wunschvorstellungen bedienen, die mit seiner Musik nichts zu tun haben. Matthias Henke legt die Biografie eines Menschen vor, der es niemandem leicht gemacht hat - erst recht nicht sich selbst. Seine Musik berührt uns bis heute. Es ist die Musik einer Zeit, in der sich die Welt veränderte, eine Musik, die sich aus den Formen der Klassik befreit und neue Möglichkeiten des Ausdrucks findet. Matthias Henke porträtiert Beethoven in diesen Spannungen, erklärt aber auch, wie seine Musik für politische Zwecke eingesetzt und zum Inbegriff "Klassischer Musik" überhaupt wurde: eine Biografie auf der Höhe der Zeit.

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Personeninformation

Henke, MatthiasMatthias Henke, Jahrgang 1953, übernahm nach akademischen Lehr- und Wanderjahren 2008 an der Universität Siegen eine Professur für Historische Musikwissenschaft, die er bis 2019 innehatte. Seither arbeitet er im Rahmen eines Projekts, das sich mit dem Komponisten Friedrich Cerha beschäftigt, als Forschungsprofessor an der Donau-Universität Krems. Zu seinen Veröffentlichungen zählen unter anderem: Arnold Schönberg (dtv, 2001), Joseph Haydn (dtv, 2009), Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze von Joseph Haydn (Katholisches Bibelwerk, 2017). Außerdem als Herausgeber: Arnold Schönberg: Die Prinzessin (Hanser Kinderbuch, 2006).

Pressestimmen

"In gleich mehrerlei Hinsicht bestechend ... Eine Biografie, die einleuchtend neue Akzente setzt und die Wahl unterschiedlicher (mitunter eben auch a_chronologischer) Lesepfade hinein in die biografischen Zusammenhänge offenlässt. Selbstredend, dass dieserart Lektüre denn auch das Hören Beethoven'scher Musik neu anzuregen und auszurichten vermag." Gunther Diehl, das Orchester 09/2020 "Eine Biografie, die [Beethovens] Wirkung bis in unsere Gegenwart thematisiert, und eine Biografie, die sich nicht mit den Klischees über Beethoven als Revolutionär, als tragischer Heros zufrieden gibt, sondern diese gründlich hinterfragt." Katharina Huemer, ORF zib, 12.04.20 "Fundiert und erstklassig" Guido Fischer, Rondo, 04/2020 "Henke zeichnet ein umfassendes Geschichtsbild um die Person Beethoven, die einem neue Einblicke und Gedanken offenbart, die bislang in dieser Art in keiner Biografie zu erkennen sind. Das macht dieses Buch so lesenswert und wertvoll." Carsten Dürer, Piano News, März 2020 "Ein facettenreicher, spannend zu lesender Streifzug durch Beethovens bewegtes Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. ... Nicht zuletzt lohnt sich Henkes Buch, weil er zum Schluss auch über den Tellerrand der Biografie schaut und in vier Extrakapiteln einen Exkurs in die Kulturgeschichte des Hörens unternimmt und sich der Nachwirkung Beethovens in Film und Werbung widmet." Miriam Damev, Falter, 11.03.20 "Ein umfassendes Kompendium über die Jahrhundertfigur Beethoven." Robert Jungwirth, Bayrischer Rundfunk Klassik, 24.02.20 "Seine 400-Seiten Biografie widerspricht vielen gängigen Etikettierungen und Pauschalisierungen Beethovens. Es ist ein leises Buch gegen ein dröhnend-heroisierendes Beethoven-Klischee. ... Henke zeigt die bizarren Gegensätze zwischen dem gefeierten Künstler und seiner kläglichen Existenz." Reinhold Jaretzky, MDR Kultur, 18.01.20
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