Palast der Miserablen

Roman
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Buchprofile - Rezension
Das Schicksal eines jungen Mannes, der im Irak unter dem Hussein-Regime nach oben kommen will.
Irak zur Zeit des Wirtschaftsembargos gegen das Saddam-Hussein-Regime. Der junge Shams Hussein und seine Familie ziehen aus der Provinz nach Bagdad, weil sie dort ihr Glück machen wollen. Doch dort landen sie in einem der riesigen Slums, und aus der Hoffnung wird Elend. Shams muss sich verdingen: als Plastiktütenverkäufer, Lastenträger, Gehilfe eines Busfahrers. Doch er möchte studieren. Und er liebt Bücher. Mit riesiger Anstrengung schafft er es, Abitur zu machen und sich an der Universität einzuschreiben. Doch als er einen mobilen Bücherverkaufsstand eröffnet, gerät er in die Fänge von Saddam Husseins Schergen: Er wird inhaftiert und gefoltert, um zu gestehen, woher er verbotene Bücher hat. Als er endlich aufgibt, haben seine Leiden dennoch kein Ende... - Abbas Khider hat selbst wegen seiner politischen Aktivitäten den Gefängnisterror im Irak erlebt. Nach seiner Flucht aus dem Irak lebte er als "Illegaler" in verschiedenen Ländern. In Deutschland studierte er Literatur und Philosophie und ist nun hier als Autor tätig. In seinem jüngsten Roman schildert er authentisch und daher sehr beklemmend das Leben der Menschen unter dem Saddam-Regime im Irak. Ein guter, ein wichtiger Roman, doch wegen der drastischen Schilderung der Folterszenen Lesern mit empfindlichem Gemüt nicht unbedingt zu empfehlen. Für alle anderen ein guter Lesestoff.
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Gabriele Hafner empfiehlt:
Shams, eine Sonne aus dem dunkelsten Loch von Bagdad, so wird der Ich-Erzähler des Romans einmal vorgestellt und so tritt der Junge auch den Lesern gegenüber in Abbas Khiders neuem Roman: Als pfiffiger kluger Kopf mit Sonne im Herzen, der erreicht, dass man ihm auch in die dunkelsten Löcher neugierig folgt und eine Welt neu kennenlernt, die einem sonst nur als Krisenregion präsentiert wird.

Artikelbeschreibung

Die Geschichte eines Jungen aus den Slums von Bagdad: "Überraschend nüchtern, mit schonungslosen Blick und voller Humor, der halb befreiend, halb bitter ist. (Abbas Khiders) mitreißender neuer Roman." Julia Encke, Frankfurter Allgemeine SonntagszeitungShams Hussein ist ein normaler Junge mit ganz normalen Träumen. In der Hoffnung auf ein friedlicheres Leben ziehen seine Eltern mit ihm und seiner Schwester aus dem Süden des Irak nach Bagdad. Doch aus dem Streben nach einer besseren Zukunft wird in dem von Saddam Hussein beherrschten Land schnell ein Leben in existenzieller Not. Die Familie wohnt neben einem riesigen Müllberg, Shams arbeitet als Plastiktütenverkäufer, als Busfahrergehilfe, als Lastenträger. Und er liebt Bücher. In einer Zeit jedoch, in der ein falsches Wort den Tod bedeuten kann, begibt er sich damit in eine Welt, deren Gefahren er nicht kommen sieht. Ein persönlicher, höchst lebendiger Roman voll unvergesslicher Figuren.

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
Anschrift: Kolbergerstr. 22
DE-81679 München
Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman »Der falsche Inder«, es folgten die Romane »Die Orangen des Präsidenten« (2011) und »Brief in die Auberginenrepublik« (2013). Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis, dem Adelbert-von-Chamisso-Preis und dem Berliner Literaturpreis geehrt. Außerdem war er im Jahre 2017 Mainzer Stadtschreiber. Abbas Khider lebt zurzeit in Berlin. Bei Hanser erschienen von ihm »Ohrfeige« (Roman, 2016), »Deutsch für alle« (Das endgültige Lehrbuch, 2019), »Palast der Miserablen« (Roman, 2020), »Der Erinnerungsfälscher« (Roman, 2022) und »Der Sommer der Tauben« (Roman, 2026).

Pressestimmen

"'Palast der Miserablen' geht nahe. Besonders, weil er zeigt, wie Menschen selbst in aussichtsloser Lage ihr Leben mit Hoffnung und Sinn erfüllen können - wenn sie es denn können." Die Presse, 11.12.20 "Ein packendes Panorama irakischer Geschichte. ... Politik, Soziologie, Psychologie, Tradition und individuelle Hoffnungen und Wünsche verbinden sich zu einer großen Erzählung über den Zustand des Irak in den Jahren vor dem Sturz Saddam Husseins." Franziska Hirsbrunner, SRF 2 Kultur, 10.05.20 "Ein Buch, das über die Geschichte des Iraks weit hinausgeht." Insa Wilke, 3sat Kulturzeit, 08.04.20 "Die vielleicht größte Stärke der Kunstform Literatur, das zeigt Abbas Khider, liegt nicht darin, Handlungsempfehlungen zu geben, sondern zu erinnern, nicht locker zu lassen, die Sprache nicht zu verlieren angesichts des Unsäglichen, sondern es auch dann zu begleiten, wenn es in absehbarer Zeit nicht verschwinden wird, und damit diejenigen zu würdigen, die ihm ausgesetzt sind." Lea Schneider, Süddeutsche Zeitung, 07.03.20 "Abbas Khider schreibt so mitreißend dass es schaudern macht. Doch ist es die Wirklichkeit, die diesem Roman die hoffnungsvollen Seiten verdunkelt." Cornelia Geissler, Frankfurter Rundschau, 27.02.20 "Abbas Khider hat wunderbare Figuren geschaffen, und es tut weh, sie scheitern zu sehen. ... Er hat die Grausamkeiten des irakischen Regimes überlebt, nun lässt er die sprechen, die es selbst nicht mehr können." Leonie Berger, SWR, 29.02.20 "Abbas Khider gehört längst zu den wichtigen deutschsprachigen Schriftstellern der Gegenwart. Seine Literatur ist überraschend nüchtern, mit kurzen Sätzen, einem schonungslosen Blick für die Grausamkeiten von Krieg und Folter und voller Humor, der halb befreiend, halb bitter ist. ... Ein mitreißender neuer Roman." Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 23.02.20 "Khider erzählt mit weltkluger Zärtlichkeit von seinen Figuren. Und begeisternd von der Leidenschaft für Literatur... Der Roman ist das Porträt eines Landes, das bis heute nicht zur Ruhe kommt. Eine irakische Coming of age-Geschichte. Ein Faustschlag gegen eine geschlossene Tür." Carsten Hueck, Deutschlandfunk Kultur, 20.02.20 "Wie immer schreibt Abbas Khider unverschnörkelt realistisch und direkt. Seine Sprache ist so geschmeidig und genau geworden, dass man nicht nur atemlos der Handlung folgt, sondern auch dem Rhythmus seiner Sätze. Palast der Miserablen' ist sein bisher bestes Buch." Klaus Hübner, Tagesspiegel, 18.02.20 "Hart ist diese Geschichte und schwer zu ertragen. Es gibt nichts, was ihre Wucht dämpfen könnte. So ist das in diesem wundervollen, traurigen Roman: Immer, wenn irgendetwas auch nur den Anschein erweckt, vielleicht in eine gute Richtung zu gehen, kommt ein gewaltiges 'Doch dann', das alles erschlägt." Alexander Solloch, NDR Kultur, 17.02.20
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